Die Kugel rollt

04. August 2011 13:28; Akt: 07.08.2011 21:04 Print

Bundesliga-Boom ohne Ende

Am Samstag startet die Bundesliga-Saison. Der Run auf Dauerkarten ist enorm. Auch im europäischen Vergleich ist die deutsche Liga auf der Überholspur. Nur eines ändert sich nie: Alle jagen Bayern München.

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Die Bundesliga ist bereit: Manuel Neuer (l.) war der grösste Fisch auf dem Transfermarkt, die Fans kaufen Saison-Karten wie selten und im Mittelpunkt steht die Frage nach dem Meistertitel.

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Am Freitag eröffnet Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball mit dem Kickoff zwischen Dortmund und dem Hamburger SV die 49. Bundesliga-Saison. «Eine grandiose Saison», wie der Liga-Boss verspricht. Zur ungebrochenen Lust auf Fussball tragen verschiedene Faktoren bei.

Die Attraktivität der Bundesliga und die Lust der Deutschen am Fussball scheint ungebrochen. Schon lange vor dem ersten Kickoff wurde die Rekordzahl von 500 000 Saisonkarten verkauft. Meister Dortmund musste seinen Vorverkauf bei 53 000 Saison-Abos sogar frühzeitig stoppen. Mit einem Heimspielschnitt von 78 000 werden die Westfalen auch in dieser Saison wieder für den Spitzenwert sorgen. Revier-Rivale Schalke hat 44 000 Dauerkarten abgesetzt. Schon mit einigem Abstand auf die Ruhrpott-Klubs folgt Bayern mit 38 000.

Wer steht Ende Saison an der Spitze der Tabelle und reckt am 5. Mai die Meisterschale in den Himmel? In den letzten fünf Jahren holten vier verschiedene Klubs die begehrte Trophäe. Stuttgart 2007, Bayern 2008 und 2010, Wolfsburg 2009 und der BVB 2011. In diesem Jahr lautet die Devise trotzdem einmal mehr: Alle gegen die Bayern. 16 der 18 Bundesliga-Trainer sehen 2012 wieder den Rekordmeister zuoberst. Die Bayern werden, da sind sich die Fussball-Lehrer so gut wie einig, nach der lausigen Saison mit Louis van Gaal unter Altmeister Jupp Heynckes wieder angreifen.

Europäisch auf der Überholspur

Neben dem Ruhm geht es oben um Geld. Ab der Saison 2012/13 hat Deutschland einen zusätzlichen Platz in der Champions League. Die Bundesliga wird so international wie seit elf Jahren nicht mehr. Das heisst: Meister, Vizemeister und der Tabellendritte starten direkt in der Königsklasse. Der Vierte muss durch die Qualifikation. Zudem spielen der Tabellen-Fünfte- und -Sechste, wie auch der Pokalsieger, in der Europa League.

Möglich ist das, weil die Deutschen in der 5-Jahres-Wertung der Uefa die Italiener überholt haben und nun hinter England und Spanien Platz 3 belegen. Kontinuierlich haben sich die Bundesligisten in den letzten Jahren mit guten Resultaten international an die europäische Spitze herangekämpft. In der vergangenen Saison stand Schalke im Halbfinal der Champions League. Die Bayern ein Jahr zuvor gegen Inter Mailand sogar im Final. Während Italien kein einziges Team in die Achtelfinals der Europa League bringen konnte.

Und der Erfolg kommt trotz wirtschaftlich vernünftigem Handeln in der Liga. Im Gegensatz zu den hochverschuldeten Klubs in der Serie A und der Primera División (Real und Barcelona sollen zusammen eine Milliarde Euro an Verbindlichkeiten haben) gehen die Deutschen auf dem Transfermarkt gemässigter ans Werk. Bisher gaben die 18 Vereine der höchsten Spielklasse rund 132 Millionen Euro aus. Das ist zwar mehr als 2010 (87 Mio.), aber deutlich weniger als im Rekordsommer 2007 (194 Mio.) Mit 102 Millionen haben die Klubs zudem deutlich mehr eingenommen als in den letzten Jahren.

Offensive Bayern

Am offensivsten zeigte sich die Bayern auf ihrer Einkaufstour. Der 22-fache Meister investierte 45 Millionen Franken in ein neues Kader. Wobei Keeper Manuel Neuer (Schalke/22 Mio.) und Jerôme Boateng (ManCity/13 Mio.) die teuersten Posten auf dem Einkaufszettel darstellten. Verhältnismässig bescheiden blieb der BVB - trotz Titelverteidigung und Champions League. Zwar waren der kroatische Offensiv-Allrounder Ivan Perisic (Brügge/5,5 Mio.) und der Nürnberger Ilkay Gündogan (4 Mio) für BVB-Verhältnisse teure Transfers, aber Gelbschwarz kassierte im Gegenzug für Nuri Sahin auch 10 Millionen von Real Madrid. Im zweistelligen Millionenbereich investierten nur noch Schalke (19,3 Mio.) und Wolfsburg (10,8 Mio.) in neue Spieler.

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(ete/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lö Kloppo am 04.08.2011 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kanns kaum erwarten!

    Bundesliga ROCKT! Endlich wieder Fussball... das hiesige Gegurke ist ja nicht zu ertragen, das spannendste an unserem CH Fussball ist das Tschetschenen-Theater zu Neuenburg...

  • marsupilami am 04.08.2011 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesliga ist gut! Bayern GO!

    Die Bundesliga ist die einzige Liga welches mit vernünftigen Budgets operiert ohne virtuell 100e Millionen Schulden zu haben. In Spanien sind die Clubs hochverschuldet, in Italien ebenfalls dazu kommen noch Bestechung,Betrug etc. in der Seria A (Italien, das war mal, genauso wie die Azzuri...). In Frankreich wird wenigstens auch vernünftig budgetiert während in Enland halt die Liga das Spielfeld für Miliardäre darstellt. Ich vermisse einfach das gute alt "RAN" aus Sat1-Zeiten...

  • Petrov am 04.08.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Objektivität!

    Rein objektiv betrachtet ist die Bundesliga die ausgeglichenste Liga, und dadurch für Fans auch so interessant! Die Serie A oder die Ligue 1 momentan als besser zu bezeichnen, erzeugt bei Fussballkennern nicht mehr als ein Kopfschütteln... Auch dort sind die besten 5-8 Mannschaften zwar ziemlich nah beieinander. Jedoch auf einem tieferen Niveau als in der Bundesliga. Dies vor allem bei den direkten Duellen, in welchen es viel zu oft max. ein Tor zu sehen gibt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • spassgucker am 05.08.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Hat zufällig gerade jemand....

    Dortmund vs. Hamburg gerade gesehen? Einfach SCHÖÖÖÖN ;)

  • lichti am 04.08.2011 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Free-TV sei Dank!

    Für mich ist die Bundesliga alles in Allem neben der Premier League top. Wer sich mal die durchs. Zuschauerzahlen ansieht wird feststellen, dass die BL klar die Nr. 1 in Europa ist. In Punkto Spannung und Attraktivität hat die Serie A in den letzten Jahren dank Klubs wie Napoli oder Fiorentina nebst den "grossen" aus Rom, Mailand und Turin aber sicher zugelegt. Und das Spanien ebenfalls eine Topliga hat steht wohl ausser Frage. Für mich persönlich besticht die BL durch relativ gesunde Finanzen der Klubs und v.a., weil die Spiele dank ARD Sportschau im Free-TV gut verfolgt werden können.

  • Goku-son am 04.08.2011 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Quellen?

    Jaja real und barça haben zusammen 1 Milliarde Schulden. Von wegen, real verdient mit Ronaldo Trikots im Jahr mer als die ganze Asl liga wert ist.

    • Lars am 05.08.2011 12:02 Report Diesen Beitrag melden

      wenn man keine Ahnung hat....

      1 Milliarde ist nach dem heutigen Stand etwas übertrieben aber beide Clubs kommen auf ca 700 Mio EUR Netto-Verschuldung. Barca hat z.b. letztes Jahr schlappe 80 Mio Verlust gemacht und Real musste schon seit komplettes Trainigsareal für mehrere 100 Millionen EUR verscherbeln damit man sich dazumals Zidane, Figo Ronaldo und Beckham leisten konnte. Klar nimmt Real viel Geld durch Trikotverkäufe ein, aber das reicht nichtmal entfernt um die Ausgaben zu decken!

    einklappen einklappen
  • Petrov am 04.08.2011 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Objektivität!

    Rein objektiv betrachtet ist die Bundesliga die ausgeglichenste Liga, und dadurch für Fans auch so interessant! Die Serie A oder die Ligue 1 momentan als besser zu bezeichnen, erzeugt bei Fussballkennern nicht mehr als ein Kopfschütteln... Auch dort sind die besten 5-8 Mannschaften zwar ziemlich nah beieinander. Jedoch auf einem tieferen Niveau als in der Bundesliga. Dies vor allem bei den direkten Duellen, in welchen es viel zu oft max. ein Tor zu sehen gibt!

  • marsupilami am 04.08.2011 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Bundesliga ist gut! Bayern GO!

    Die Bundesliga ist die einzige Liga welches mit vernünftigen Budgets operiert ohne virtuell 100e Millionen Schulden zu haben. In Spanien sind die Clubs hochverschuldet, in Italien ebenfalls dazu kommen noch Bestechung,Betrug etc. in der Seria A (Italien, das war mal, genauso wie die Azzuri...). In Frankreich wird wenigstens auch vernünftig budgetiert während in Enland halt die Liga das Spielfeld für Miliardäre darstellt. Ich vermisse einfach das gute alt "RAN" aus Sat1-Zeiten...