Der neue Rekordmann

13. Februar 2020 15:17; Akt: 13.02.2020 15:17 Print

Bundesliga-Club lehnte Wunderkind Haaland ab

Der neue Dortmunder Stürmer war mit 16 bereits in Deutschland zum Probetraining. Bei Hoffenheim waren sie angetan von ihm, doch es kam anders.

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Erling Braut Haaland jubelt für Dortmund. Nach vier Spielen ist man sich das schon gewohnt. Es hätte aber ganz anders sein können, einst war der Norweger bei Hoffenheim zum Probetraining. Der Transfer scheiterte, weil er zu viel Geld wollte. Es ist nicht der einzige spektakuläre Transfer, der nie stattfand. Thomas Müller wurde 2009 dem FC Zürich angeboten. Bayern wollte seinen damaligen Jungspund aber nur für eine Saison ohne Kaufoption. Da wollte der FCZ nicht mitmachen, Sportchef Fredy Bickel lehnte ab. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Ein anderer Bayer, der beinahe in der Schweiz gelandet wäre. Sandro Wagner sah sich mit grosser Konkurrenz konfrontiert, als er den Sprung zu den Profis schaffte. Eine Leihe nach Aarau stand im Raum, doch als der exzentrische Stürmer das Brügglifeld zum ersten Mal sah, fragte er: «Und wo spielt ihr?» Er dachte, das Stadion sei ein Trainingsplatz und blieb dann doch in Deutschland. Diese zwei Spieler im selben Club, Bayern hatte die Chance. Kaka (rechts) beobachteten die Bayern sogar bei seinem Debüt in Brasiliens erster Liga. Das war 2003. Doch bei den Münchnern war kein Platz mehr im Kader. Und Adriano verlor der deutsche Rekordmeister irgendwann aus den Augen. Beide zog es nach Italien, Kaka wurde mit Milan Meister und Champions-League-Sieger, Adriano holte mit Inter gar viermal den Scudetto. Auch das ist schon eine Weile her und fast schon ungewohnt: Robert Lewandowski im Trikot von Borussia Dortmund. Mit dem Wechsel hätte es fast nicht geklappt. Der Pole hatte den Flug nach Blackburn bereits gebucht, um sich dort den Rovers anzuschliessen. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull aber spuckte Asche und verhinderte die Reise. Lewandowski entschied sich um und ging zu Dortmund. Andrej Schewtschenko war zu seiner besten Zeit der beste Stürmer der Welt, gewann gar den Ballon d'Or. Beinahe wäre auch er in England gelandet. Harry Redknapp erzählte einmal, der Ukrainer sei bei ihm im Probetraining gewesen. Allerdings verzichtete West Ham weil der Trainer schlechte Erfahrungen gemacht habe mit Spielern aus dem Osten. Für Bremen und Köln war Schewtschenko zu teuer, 1999 wechselte er dann zur AC Milan. Der junge Zlatan Ibrahimovic war begehrt. Und so war er mit 16 bereits zum Probetraining bei Arsenal. Als ihm der damalige Trainer Arsène Wenger ein Probetraining vorschlug, soll Ibrahimovic gesagt haben: «Zlatan macht keine Probetrainings.» Ob das stimmt? Nun, Wenger bestätigte es Jahre später, er bereue es aber nicht, so der Franzose. Ronaldo (nicht Cristiano, der kommt später) startete seine grosse Karriere in Europa bei PSV Eindhoven. Mit 17 landete er beinahe in Deutschland, Stuttgart probierte sein Glück. Ronaldos Verein Cruzeiro Belo Horizonte wollte vier Millionen, Stuttgart holte für zwei den ehemaligen GC-Spieler Giovane Elber. Und auch der nach Ronaldo nächste grosse Brasilien-Export hätte beinahe seine ersten Schritte in Deutschland gemacht. Borussia Dortmund soll einst an Ronaldinho interessiert gewesen sein, die von Gremio Porto Alegre geforderten fünf Millionen waren offenbar kein Problem. Doch Ronaldinho war da noch ein ganz bescheidener junger Mann und sagte, Dortmund sei ihm etwas zu gross. Er ging zu PSG. So, jetzt, Cristiano Ronaldo. Auch der Portugiese stand vor einem Wechsel zu Arsenal London, war mit seiner Mutter bei Wenger zu Gast und absolvierte ein Probetraining. Manchester United schliesslich zahlte dank der eben eingenommenen Beckham-Millionen ein Vielfaches und kam Arsenal zuvor. Auch Michael Essien musste mal Probetrainings durchstehen. Und bei einem fiel der geniale Spielmacher gar durch: Der VfL Wolfsburg verzichtete auf den Ghanaer, der in der folgenden Saison 2002/03 bei Bastia den Durchbruch schaffte, später via Lyon zu Chelsea wechselte und nun als einer der besten afrikanischen Fussballer je gilt. Ja, auch er. Zinédine Zidane war auf dem Sprung auf die Insel, der gerade frisch gekürte Meister Blackburn wollte den Franzosen eigentlich holen. Präsident Jack Walker soll Trainer Kenny Dalglish dann gesagt haben: «Was willst du mit Zidane, wir haben Tim Sherwood.» Was aus Zidane wurde, ist bekannt. Sherwood machte immerhin drei Länderspiele für England.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Bei Hoffenheim stürmt momentan der ehemalige GC-Stürmer Munas Dabbur ganz vorne. Und der Israeli macht das auch gar nicht so schlecht bisher. Zumindest im DFB-Pokal. Da traf er nach seiner Einwechslung gegen die Bayern doppelt. In der Bundesliga aber ist er nach vier Einsätzen torlos. Und bei Hoffenheim dürften sie etwas neidisch in den Norden nach Dortmund schielen.

Nun gut, das tut derzeit wohl jeder Club der Bundesliga. Denn beim Team mit den Schweizern Lucien Favre, Manuel Akanji und Roman Bürki spielt derzeit eine Stürmergewalt namens Erling Braut Haaland, ein 19-jähriger Norweger, der die Rekorde jagt und bricht. In seinen ersten drei Bundesliga-Einsätzen traf er siebenmal, er musste dafür jeweils nicht einmal über 90 Minuten spielen.

Er wollte «das Netz durchbeissen»

Die Verantwortlichen bei Hoffenheim dürften sich ob dieser Quoten wohl etwas mehr ärgern als alle anderen. Denn Haaland, das könnte ihrer sein. Haaland könnte heute Blau tragen statt Schwarzgelb. Hätten sie ihm damals doch nur ein bisschen mehr Geld gegeben.

Denn Haaland war schon 2016 aufgefallen. Er war da noch Junior bei Bryne FK und bei Hoffenheim zum Probetraining. Eine Woche dauerte das und man war durchaus angetan von diesem Stürmer, «der das Netz durchbeissen wollte». So hätten das die Bosse von Hoffenheim damals gesagt, schreibt die «Sportbild».

Auch Haaland gefiel es beim Club aus Baden-Württemberg. Allerdings nicht so sehr, dass ihm die 2000 Euro, die Hoffenheim monatlich an seine Talente aus der U-17 überweist, genug waren. Haaland und sein Gefolge wollten 5000, der Wechsel platzte. Immerhin dürfen sie sich bei Hoffenheim nun auf die Schulter klopfen und sagen, auch für einen wie Haaland nicht von ihren Prinzipien abgerückt zu sein.

Fussball

(mro)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rewto am 13.02.2020 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Na ja

    So kann es gehen. Der FCZ hatte vor 10 Jahren Thomas Müller von den Bayern auch als ungenügend eingestuft.

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  • roman am 13.02.2020 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    sinnlos, wetten wird gedruckt

    Was ist genau der Grund, warum ihr meinen dümmlichen Kommentar nun hier abdruckt, aber meinen Klugen zuvor nicht. Es beweist, dass einfach keine Logik hinter der Aufschaltung steckt.

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  • Pooler am 13.02.2020 17:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liver

    Der einzige Wunderspieler ist Shaqiri.CHL Sieger ohne etwas bei zutragen.Bankspieler ist Top

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Die neusten Leser-Kommentare

  • MARIE am 14.02.2020 22:49 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen

    Erzielen Sie ein Tor für unser Team ... Ein Team heißer Mädchen, die auf ihren Partner warten. Ich denke, dieses Spiel mit kostenlosen Mädchen wird Ihnen gefallen. Bewerten Sie es selbst...(Kopieren den Link) awaiting.icu

  • Thierry Henry am 14.02.2020 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    siehe Mbappe

    Mbappe wurde vor seinem Durchbruch bei Monaco sogar dem FC Arsenal angeboten...die haben damals abgewunken und 1 Jahr später ging Mbappe für über 100 Millionen nach PSG :) sowas passiert immer wieder...

  • Stan II. am 14.02.2020 10:36 Report Diesen Beitrag melden

    Geld für Junioren vs. Durchlaufstation

    Auch der Herr Haaland bzw. sein Vater sind dem finanziellen Wahnsinn der Fussballer verfallen. Für einen 16-jährigen 5000 Euro Monatsgehalt bei den B Junioren fordern. Wie krank ist das denn. Kompliment an Hoffenheim, dass sie dieses Spiel nicht mitspielten. Nun sein Weg ist vorgespurt, im Sommer 21 geht es weg aus Dortmund, die sich leider einmal mehr nur als Durchlaufstation auszeichnen anstatt ein grosses Team aufzubauen, und dann wird der nächste bluten oder einfacher gesagt zahlen müssen. Befristete Verträge wie bei der Ware Fussballer dürften gar keine Ausstiegsklauseln beinhalten.

  • Breakpoint am 14.02.2020 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Sommer Transfer von Haaland

    und Sancho,die derzeit besten Talente Europas,in die PL wird immer wahrscheinlicher; Die Transfersumme beider Spieler würden dem BVB wohl gegen 260Mio's in die Kasse spühlen!

    • Setpoint am 14.02.2020 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Breakpoint

      Er wird hoffentlich gut überlegen, im Sommer zu bleiben! Ein Wechsel in die PL auf die Bank wäre für seinen weiteren Entwicklungs Grad nicht gut!

    • Stan II. am 14.02.2020 10:38 Report Diesen Beitrag melden

      Dortmund ist nur Durchlaufstation

      Die Frage bleibt doch, sind wie ein Fussballklub oder ein Finazvehikel. Dortmund wäre dann wieder ein Player, wenn sie es einmal schaffen würden, ihre Spieler zu halten anstatt jeden für ein paar Millionen wieder zu verkaufen. Wie soll da einmal eine Mannschaft heranreifen, um wirklich anzugreifen?

    • Breakpoint am 14.02.2020 13:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Stan II

      Um Bayern anzugreifen, braucht der BVB geduld und vor allem richtig Kohle. Mit diesen Mio's kann der BVB 4 bis 5 top Talente wie Anthony- Pedrinho- Camavinga etc. holen und würde keinen grossen Substanzverlust erleiden. Zudem kommen demnäcsht bald noch einige top Talente aus dem BVB Nachwuchs nach. Der BVB steht vor einer grossen Zukunft aber es braucht geduld, und Planung.

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  • f.l am 14.02.2020 06:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haaland

    Ich denke mit Haaland haben wir früher oder später ein nächsten jahrhundertfussballer in europa, der mit messi und ronaldo auf augen höhe sein wird.

    • Abwarten am 14.02.2020 07:16 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht übertreiben

      Würde mal die Kirche im Dorf lassen. Alcacer war ähnlich stark gestartet bei Dortmund und jetzt ist es, auch wegen Verletzungen, ruhiger um ihn geworden.

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