Mit Raclette und Sympathie

19. Januar 2020 10:51; Akt: 19.01.2020 10:51 Print

CC gewinnt Starsänger für Gala und zahlt nur Spesen

Sion-Präsident Christian Constantin hat für das traditionelle Sauerkraut-Essen im März Andrea Bocelli engagiert.

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Der 37-jährige Portugiese soll es richten. Er war bisher Trainer bei Stade Nyonnais. Zuvor war er als Physiotherapeut in Portugal angestellt, bei Porto, Benfica und Sporting Lissabon. Zermatten übernimmt interimistisch für fünf Super-League-Partien. Der 108-fache Schweizer Internationale wird neuer Trainer, ist zu Beginn erfolgreich unterwegs, aber auch für ihn geht es plötzlich schnell abwärts. Henchoz zieht selber die Handbremse und demissioniert. Für die letzten vier Spiele der Super-League-Saison 208/2019 wird die Mannschaft von Christian Zermatten (Bild) und dem U21-Trainer Sébastien Bichard betreut. Nach acht Monaten beurlaubt Christian Constantin Murat Yakin, Sion befindet sich im Barrage-Strudel. Yakin geht rechtlich gegen CC vor. Der U21-Trainer des FC Sion übernahm interimistisch das Traineramt des geschassten Gabri. Nach Irrungen und Wirrungen haben sich nun der Italo-Berner und der mächtige Präsident finanziell einigen können. Rund dreieinhalb Monate war der 38-jährige Spanier im Wallis tätig. Dann wurde es CC ein weiteres Mal zu bunt: Entlassung. Gabri wird nach nur einem Spiel der Rückrunde, einer 1:3-Heimpleite gegen GC, gefeuert. Der Italiener kommt von Lugano und ist der neue Hoffnungsträger im Wallis. Der Erfolg lässt jedoch auf sich warten, stattdessen muss Tramezzani nach einem schwachen Saisonstart gehen. Er soll den Wallisern zu neuem Schwung und zum 14. Sieg im 14. Cup-Final verhelfen: Sébastien Fournier wird interimistisch vom Nachwuchsverantwortlichen zum Trainer der ersten Mannschaft befördert. Sion verliert erstmals in seiner Geschichte einen Cup-Final, 0:3 gegen Basel. Ende Saison kehrt Fournier in den Nachwuchs zurück. Dem Deutschen gelingt ein guter Start im Wallis, doch nach der Winterpause sackt der Punkteschnitt zusammen. Das kostet ihn schliesslich den Platz an der Seitenlinie, obwohl er das Team in den Cupfinal geführt hat. Tholot kommt zum dritten Mal als Trainer zum Zug. Der ehemalige Sion-Spieler trainierte die Walliser bereits 2009 und 2003. Am 12. Mai 2015 wird der Vertrag des Franzosen frühzeitig um zwei Jahre verlängert. Am 12. August 2016 beschliessen Trainer und Präsident Constantin gemeinsam, die Zusammenarbeit zu beenden. Smajic (r.) springt im Wallis wieder ein. Er war bereits 2004 für vier Monate Trainer. Nun erhielt er einen Vertrag bis 2017. Der eigentliche Trainer mit Lizenz, Jochen Dries (l.), wirft den Bettel nach der 0:2-Niederlage gegen St. Gallen am 7. Dezember 2014 hin. Eigentlich hätte Claudio Gentile den FC Sion ab der Saison 2104/15 trainieren sollen, doch der Italiener taucht im Wallis nicht auf. Chassot wird zum neuen Übungsleiter ernannt. Sein Problem: Er besitzt nur das A-Diplom und nicht die für die Super League nötige Uefa-Pro-Lizenz. Christian Constantin hat eine Lösung gefunden: Dries, der bereits 1998 Sion-Coach war und eine Uefa-Pro-Lizenz besitzt, unterstützt Chassot. Claudio Gentile (2.v.l.) hätte am 9. Juni beim FC Sion anfangen sollen. Doch der Italiener tauchte nicht auf. Hier auf einem älteren Foto von 2002 (2.v.l.). Rechts neben ihm steht der junge Bernard Challandes, der auch schon unter Constantin als Trainer gedient hat. Auf die Rückrunde der Saison 2013/14 übernimmt Ponte von Laurent Roussey. Für den 58-jährigen Aargauer ist Sion die erste Station in der höchsten Schweizer Spielklasse seit dem FC Luzern in der Saison 2001/2002. Doch am Ende der Saison erhält Ponte keinen neuen Vertrag. Roussey wird von CC auf die Strasse gestellt. Fünf Niederlagen in Serie und das frühe Cup-Aus in Luzern sind dem Sion-Boss zu viel. Decastel übernimmt den Posten von Rossini. Er selbst wurde erst im letzten Oktober nach 57 Tagen im Amt als Sion-Trainer entlassen. Das nächste Mal Schluss ist aber bereits wieder am 21. Oktober 2013, nachdem er mit den Sittenern in 12 Spielen nur 11 Punkte holen konnte. Rossini hat die nötige Uefa-Pro-Lizenz und wird den FC Sion zusammen mit Spielertrainer Gennaro Gattuso coachen. Er fliegt am 13. Mai 2013 bereits wieder. Gattuso bleibt dem Verein als Spieler erhalten. Gattuso waltet als Spielertrainer im Wallis. Erst wird ihm wegen der fehlenden Lizenz Arno Rossini zur Seite gestellt, dann wird er wieder zum Spieler degradiert. Muñoz übernimmt die Nachfolge von Pierre-André Schürmann, kann sich aber nur gut zwei Monate halten. Schürmann erhält nur einen befristeten Vertrag bis zum Ende der Hinrunde. Nach fünf Spielen verzichtet CC auf eine Verlängerung. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann. Nach einem 0:3 gegen den FC St. Gallen hält Fournier vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er seinen Hut. Petkovic verlor drei seiner vier Spiele als Sion-Trainer, konnte die Walliser in der Barrage gegen Aarau aber dennoch vor dem Abstieg retten. Ein Angebot von Lazio Rom war schliesslich verlockender, als unter Constantin zu arbeiten. Roussey hielt es über 400 Tage unter der Herrschaft Constantins aus, dann trat er völlig überraschend zurück. Der entlassene FCZ-Meistertrainer hielt es im Wallis nicht lange aus. Der Franzose ist im Wallis kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 stürmte er für Sion und 2003 war er als Spielertrainer tätig. Zermatten war schon nach dem Krankschreiben von Stielike im Trainerstab und ist mit Barberis gleichberechtigt. Ausgerechnet an Weihnachten präsentiert CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Stielike wurde von Constantin lange in Ruhe gelassen. Mitte November wurde Stielike aber «krank» und CC übernahm auch noch den Trainerposten. Bigon sprang wieder einmal als Notnagel ein und durfte dieses Mal neun Spiele an der Seitenlinie stehen. Nur acht Spiele überlebte das Duo. Nach Meinungsverschiedenheiten holte Constantin Bigon an die Seitenlinie zurück. Constantin gab Bigon bei seinem zweiten Versuch ungewöhnlich viel Zeit. Am Ende wurde auch er seines Postens enthoben. Gabet Chapuisat war das letzte Opfer von Sion-Präsident Constantin in der Entlassungsserie der Saison 2006/07. Marco Schällibaum musste den Trainerstuhl nach zwei Monaten bereits wieder räumen. Moulin kommt nochmals zum «Handkuss». Didier Tholot übernahm noch im selben Jahr. Bereits im November wird ihm Guy David als Assistent zur Seite gestellt - kurz darauf mit Ami Rebord ein dritter Trainer. Im Mai werden alle drei rausgeworfen. 2003 kommt Constantin zurück und stellt als ersten (und insgesamt neunten) Trainer Charly Rössli ein. Richard zum dritten - und vorläufig letzten Mal: Constantin gab 1997 das Sion-Präsidium ab. Richards zweites Engagement unter Constantin. In Constantins erster Amtszeit (1992-1998) wurde Trossero als Erster ersetzt.

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Eigentlich ist es nicht mehr erstaunlich, wen Christian Constantin alles aus dem Hut zaubert. Und doch erstaunt es immer wieder. Der Präsident des FC Sion lockte schon Fussballprominenz wie Gabri, Gennaro Gattuso oder Alex Song ins Wallis. Auch grosse Namen aus der Unterhaltungsbranche folgen dem Ruf des Exzentrikers.

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Im Vorjahr beehrte der französische Schauspieler Gérard Depardieu den traditionellen Galaabend. Constantin hatte den 71-Jährigen kurzerhand engagiert, nachdem dessen Berufskollege und Landsmann Alain Delon abgesagt hatte. Für die 16. Ausgabe am 14. März hat sich CC einmal mehr selbst übertroffen. Er hat keinen Geringeren als Andrea Bocelli für einen Auftritt in Martigny gewonnen.

Mit Käselaib und Racletteofen

Der 63-Jährige hat seine Beziehungen spielen lassen, um an den blinden Startenor heranzukommen. «Ich kenne seinen Manager, der für ihn in den Emiraten Konzerte organisiert. Ich fragte ihn, ob sich etwas machen liesse. Er stellte den Kontakt her, machte einen Termin ab in Italien, und ich ging hin», erzählt er in der «SonntagsZeitung». So einfach ist das, wenn man Constantin heisst.

Constantin reiste im November also via Pisa nach Forte dei Marmi, hatte einen Laib Käse sowie einen Racletteofen im Gepäck und ass zusammen mit Bocelli und dessen Familie. Er schwärmte dem Sänger von der Gala vor («7500 Besucher, tolle Stimmung»), machte ihn neugierig. «Seine Frau fand das auch eine gute Idee», sagt Constantin. Vier Wochen später sei die Vereinbarung unterzeichnet gewesen.

Bleibt die Frage, wie viel sich CC den Spass – Bocelli soll eine halbe Stunde singen – kosten lässt. Er sagt: «Ich übernehme seine Spesen, sonst ist das Ganze gratis!» Constantin weiss, dass das alles ziemlich aussergewöhnlich klingt. Aber: «Vieles ist eine Frage der menschlichen Beziehung und Sympathien. All das kann das Internet nie ersetzen.»

Wie gesagt: Manches kann ziemlich einfach sein, wenn man Christian Constantin heisst.

Fussball

(kai)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NANDO am 19.01.2020 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CC SUPERMAN

    Andere Klubs würden so einen Präsidenten wie CC nur träumen lassen!! Hier in Sion ist immer etwas los! Freue mich scho au den Gala-Abend!!

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  • peter flückiger am 19.01.2020 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kompliment

    Als Berner muss ich sagen ohne CC würde Sion nicht mehr geben habe große Bewunderung Kompliment.

  • Ill Graben am 19.01.2020 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kopieren erlaubt!!!!!

    Die deutschschweizer essen sehr gerne Raclette und Sauerkraut aber es soll nichts kosten und auch der Wein muss dazu spendiert werden.CC aber organisiert etwas das ihn nicht viel kostet und er dazu fasst immer 2Millionen verdient es sind immer mehr ausser Schweizer anzutreffen weil Ihnen ein solcher Anlass gefällt. Dies soll Ihm ein Club nachmachen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rhone Strand am 19.01.2020 22:07 Report Diesen Beitrag melden

    Ich kenne Ihn !!!

    Wenn ihr einmal ihn Privat treffen würdet dann würdet ihr staunen wie offen er ist jeder würde staunen mir erging es genau so. Er hält sich oft im Octodurum in Martinach auf er ist immer für Gespräche bereit auch wenn es sich nur um Fussball handelt.

  • Luc Leroy am 19.01.2020 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Sion in den Schlagzeilen

    Der FC Sion ist pro Saison genau zweimal in den Schlagzeilen: Wenn CC zur Sauerkrautsause lädt und wenn er mal wieder einen Trainer beim FC Sion auslädt... :-)

  • Ill Graben am 19.01.2020 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Kopieren erlaubt!!!!!

    Die deutschschweizer essen sehr gerne Raclette und Sauerkraut aber es soll nichts kosten und auch der Wein muss dazu spendiert werden.CC aber organisiert etwas das ihn nicht viel kostet und er dazu fasst immer 2Millionen verdient es sind immer mehr ausser Schweizer anzutreffen weil Ihnen ein solcher Anlass gefällt. Dies soll Ihm ein Club nachmachen.

  • Fridolin am 19.01.2020 15:34 Report Diesen Beitrag melden

    Wie im Buche

    Ein Soziopath wie aus dem Lehrbuch

  • Minnie Mouse am 19.01.2020 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch toll!

    Mir imponiert dieser Mann und ich glaube, dass er wesentlich umgänglicher ist als er immer dargestellt wird! Die Presse mag ihn einfach nicht!

    • Ill Graben am 22.01.2020 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Konschti

      Antwort an Minnie Mouse Amen in der Kirche heisst so sei es und für CC so ist es.

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