«Fall Sion»

29. Dezember 2011 16:22; Akt: 29.12.2011 16:50 Print

CC zeigt die Fifa wegen Nötigung an

Sion-Boss Christian Constantin will nicht hinnehmen, dass die Fifa den Schweizer Verband im «Fall Sion» sperrt. Er hat bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Anzeige deponiert.

Bildstrecke im Grossformat »
Der Schweizer Fussball hat seinen grössten Skandal in der Geschichte. Nach seinem Ausraster wird Sion-Präsident Christian Constantin von Sicherheitskräften und Polizei aus dem Innenraum des Cornaredo geführt. «Es hat mir gutgetan», äussert sich CC zur Attacke vor laufender Kamera. Teleclub-Experte , sagte: «Ich stand mit dem Moderator nach der Partie Lugano – Sion am Spielfeldrand. Wir warteten auf unseren Einsatz. Da kam Barthélémy Constantin, der Sohn von Christian Constantin und Sportchef von Sion, und fluchte auf mich ein. Und er hielt mir den Finger unter die Nase und drohte. Dann kam Constantin auf mich losgerannt und schlug mir drei-, viermal ins Gesicht, trat mich ins Füdli und in den Rücken.» Fringer behält sich rechtliche Schritte vor. Der Sion-Präsident geht nach dem Spiel in Lugano wutentbrannt auf den ehemaligen Nationaltrainer und heutigen TV-Experten Rolf Fringer los, schlägt ihm ins Gesicht und verpasst ihm einen Fusstritt. Die TV-Kameras laufen mit. Die Bilder gehen um die Welt. Direkt nach dem Spiel bezichtigte Constantin den Ref der vorsätzlichen Benachteiligung und gab an, ihn zu verklagen. Auf sozialen Netzwerken liess er Videos verbreiten, in denen er Amhof an den Pranger stellte. Der Höhepunkt - Constantin stellte abenteuerliche Thesen auf, weshalb er eine bewusste Verfälschung des Spiels für plausibel hält. Er setzte eine Belohnung von 25 000 Franken für Beweise von kriminellen Machenschaften aus. Constantin aber wurde nicht gesperrt. Die Gründe waren ein ungerechtfertigter Penalty und die damit verbundenen Nachteile (rote Karte gegen den Goalie Vanins und YB-Ausgleich zum 2:2). Der Präsident des FC Sion hatte nach dem 2:3 am Sonntag bei den Young Boys auf beispiellose Art schwere Geschütze gegen den Schiedsrichter Sascha Amhof aufgefahren. Das Regionalgericht Bern-Mittelland lehnt die Klage des FC Sion zur Aufhebung des im Dezember 2011 verfügten Abzugs von 36 Punkten durch den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbandes ab. Der Waadtländer Staatsanwalt Eric Cottier stellt das Strafverfahren gegen die Uefa-Spitze ein. Die beiden Funktionäre waren von Sions Präsident Christian Constantin verzeigt worden, weil sich der Verband nicht an die Entscheide des Waadtländer Kantonsgerichts gehalten hatte. Das Berner Obergericht bestätigt den Punktabzug von 36 Zählern für den FC Sion. Damit bleibt das Team in Abstiegsnot. Harter Schlag für Christian Constantin und den FC Sion. Der SFV beschliesst einen Punktabzug von 36 Zählern für die Sittener. Damit mussten sie die Rückrunde als Schlusslicht mit -5 Punkten in Angriff nehmen. Christian Constantin reicht bei der Saatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige gegen das Fifa-Exekutivkomitee ein. Die Begründung: Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und Schweizer Klubs von der Fifa als Geiseln genommen werden, um Entscheide durchzusetzen. Dies verstosse gegen Schweizer Prinzipien und erfülle den Tatbestand der Nötigung. Die FIFA macht auch Druck. Wird der «Fall FC Sion» nicht bis am 13. Januar im Sinne des Weltverbandes gelöst, wird der SFV am 14. Januar bis auf Weiteres automatisch suspendiert. Der FC Sion wird nicht in die Europa League reintegriert. So lautet der Entscheid des Sportgerichts CAS in Lausanne. Christian Constantin hatte bereits im Vorfeld angekündigt, in diesem Fall sein Anliegen ans Bundesgericht weiterzuziehen. Klatsche für Christian Constantin und den FC Sion. Das Walliser Kantonsgericht bestätigt die provisorische Spielberechtigung für Sions sechs Neuzugänge nicht. Damit sind die Spieler wieder gesperrt. Constantin gibt sich siegessicher und zieht den Rekurs gegen die Nicht-Qualifikation der sechs Neueinkäufe beim CAS zurück. Das Bezirksgericht Martigny bestätigt mit einer provisorischen Verfügung die Lizenzierung der Sion-Neuzuzüge für die Liga. Die sechs dürfen bis Ende Saison spielen. Das lässt Constantin natürlich nicht auf sich sitzen und klagt erneut. Sion vs. Uefa, wer gewinnt? Doch die Uefa entscheidet noch am gleichen Tag anders: Celtic wird am Donnerstag in Madrid gegen Atletico antreten. Das Zivilgericht Waadt entspricht der Klage von Sion am 13. September. Damit müsste die Uefa den Verein doch wieder zurück in die Europa League lassen. Wenn auch nur superprovisorisch. Ein Zivilgericht weist die Klage von Sion gegen den Ausschluss aus der Europa-League am 8. September ab. Diese rückt damit in weite Ferne. Sion schaltet Celtic Glasgow in den Europa-League-Playoffs aus. Die Schotten protestieren wegen den sechs Spielern und erhalten nach der Auslosung der Gruppenphase recht. Am 1. September schliesst die Uefa Sion vom Wettbewerb aus. Constantin klagt nach der EL-Gruppenphasen-Qualifikation gegen die Uefa und Fifa. Vor allem auf Jérôme Valcke und Gianni Infantino hat er es abgesehen. Constantin setzt sich durch - zumindest vorläufig. Ab der nächsten Partie sind die sechs Spieler spielberechtigt. Doch ein definitiver Entscheid des CAS fällt wohl erst im September. Auch der Rekurs Sions für die Lizenzierung wird abgelehnt. Doch CC erzwingt mit dem Bezirksgericht Martigny eine superprovisorische Spielberechtigung für die sechs Spieler vor dem Match gegen Basel (6.8.11). 15 Minuten vor Spielbeginn sperrt die Disziplinarkommission der Liga die sechs Spieler wieder. Constantin tobt, beschimpft die Funktionäre als «Betrüger und Lügner» und spricht vom «Todesurteil» für Liga-Präsident Thomas Grimm. Die Qualifikations-Kommission (QK) der Liga verweigert die Lizenzen für die Sion-Neuverpflichtungen Mario Mutsch, Gabri, Mohamed Traoré, Pascal Feindouno, Stefan Glarner und Billy Ketkeophompone. CC droht mit Streik, setzt diesen allerdings nicht um. Dafür spielt er nur noch unter Protest. Constantin sammelt TV-Bilder mit Schiri-Fehlern und fordert von der SFL für Spiele mit welscher Beteiligung ausländische Schiedsrichter. Die Liga schmettert die Forderung ab. CC erhält von der Qualifikations-Kommission der Liga die Spielbewilligung für die seit dem Winter 2010 verpflichteten Akteure wie Jonas Elmer, Eva Melo, Steven Deana und Michael Dingsdag. Dies, weil der Internationale Sportgerichthof (CAS) den Wallisern den rechtskräftigen Entscheid der Transfersperre erst nach(!) der aktuellen Transferperiode zugestellt habe. Constantin suspendiert Serey Die angeblich wegen einem Wettskandal. Auch Aleksandar Prijovic und Antonio Dos Santos wurden aufgrund von «schwerwiegendem Verhalten» suspendiert. Constantin baut eine Bisquit-Fabrik in ein Leistungszentrum um und absolviert unter militärischen Bedingungen ein Trainingslager. Uli Stielike ist ein weiteres Traineropfer unter Constantin und CC übernimmt gleich selbst. CC wollte im Ali Sami Yen in Istanbul Gasdetektoren, weil er Racheakte befürchtete. Constantin und sein Generaldirektor Massimo haben sich mit einer geplanten Rasenheizung vertan. CC stieg gleich wieder in die Super League auf und gewann als erster unterklassiger Verein den Cup. Constantin baut sein Hotel in Martigny um und richtet darin ein luxuriöses Trainingscenter ein. Nach dem Cupspiel in Kriens soll CC auf Schieds- und Linienrichter losgegangen sein und ein langer Gerichtsstreit begann. CC gewinnt zwei Prozesse und am 14. Spieltag greift Sion wieder ins Geschehen ein. Constantin kehrt zurück, finanziert ein Profikader aus eigener Tasche und versucht sich in die Challenge League zurückzuklagen. Sion wird vom Fussballverband in die 1. Liga zwangsrelegiert und Talente wie Leoni und Morganella verlassen Sion. Der Streit zwischen Constantin und Sions Stadtpräsident Mudry eskaliert. Der Stapi hält den Verein jedoch am Leben. Ohne Constantin steigen die Walliser in die NLB ab. Constantin tritt unter Druck ab. Er soll den FC Sion finanziell ruiniert haben. CC lässt im Uefa Cup auswärts das Tor von Spartak Moskau messen. Es war zu klein und es kam zu einem Wiederholungsspiel. Constantin kauft Stars und will in die Champions League - scheitert aber mit seinem Plan. CC holt drei Cupsiege in Serie und 1997 sogar das Double. Constantin gründet ein Internat und bringt Spieler wie Wicky und Grichting gross heraus. Jean-Paul Brigger ist das erste Traineropfer unter Constantin. CC wird mit 35 Jahren jüngster Präsident eines NLA-Vereins. Constantin gründet eine AG und rettet den finanziell angeschlagenen FC Sion.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Neues im juristischen Kampf von Christian Constantin gegen die internationalen Fussball-Institutionen: Der FC Sion reichte gegen die Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees bei der Staatsanwaltschaft Zürich-Limmat eine Strafanzeige ein.

Der FC Sion könne nicht hinnehmen, dass die Nationalmannschaften der Schweiz und die Schweizer Klubs von der Fifa als Geisel genommen werden, um Entscheide durchzusetzen, die gegen elementare Schweizer Rechtsprinzipien verstossen, heisst es auf der Website des Tabellendritten der Axpo Super League. Strafrechtlich erfülle die Fifa damit den Tatbestand der Nötigung. «Die Strafbehörden werden nun untersuchen müssen, welche Personen offiziell oder im Hintergrund an diesem Entscheid mitgewirkt haben.»

Eine Woche vor Weihnachten hatte das Exekutivkomitee des Weltverbandes vom SFV verlangt, dass alle Spiele, in denen Sion die nicht qualifizierten sechs Spieler eingesetzt hat, bis am 13. Januar Forfait gewertet werden. Andernfalls würde der SFV automatisch suspendiert.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Patrick Reimann am 29.12.2011 18:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steit um Sion 

    Also ich Finde jetzt hat CC recht, man kann doch nicht andere Büßen lassen, denn Sion muss Bestraft werden und nicht Clubs die nicht mit diesen Blödsinn betroffen sind! Ich Hofe als FCB Fän das es eine Vernünftige Lösung gibt.

  • phil am 29.12.2011 17:32 Report Diesen Beitrag melden

    cc gib auf

    wenn er nicht will das die schweizer nati und die clubs ausgeschlossen werden dann soll er wie ein mann hinstehen und die gerechtfertigte strafe büssen.

  • Hardy Richard am 29.12.2011 19:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FIFA nicht besser als jeder Diktator

    Find ich völlig richtig das da mal jemand versucht der FIFA den Finger zu zeigen! Ich,als Deutscher sage,die FIFA benimmt sich nicht besser als jeder Diktator,bauen quasi ihren eigenen Staat im Staat! Es ist wie bei jeder Institution,je größer,desto mehr Macht und desto weniger Respekt gegenüber Kleinen und anders Tickenden... Bloß gut ich lebe jetzt hier in einer der wenigen echten Demokratien-lasst euch nicht unter kriegen!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Toni am 29.12.2011 21:51 Report Diesen Beitrag melden

    Go Constantin Go!

    Go Constantin Go! Recht hat er. Alle anderen Klubs machen wieder nur die Faust im Sack und stellen sich gegen Sion. Anstelle dass sie sich vor Sion stellen. Ja, es ist Erpressung und Nötigung, was die Fifa macht. Constatin for Fifa President!

  • Wüehlmuus am 29.12.2011 21:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nachtrag...

    ...also wenn die Bundesanwaltschaft jahrelang gegen die HellsAngels als (angeblich) kriminelle Organisation ermittelt hat, dann wären Ermittlungen gegen die FIFA erst recht am Platz... Korruption, Nötigung...was braucht es noch???

  • Realist am 29.12.2011 20:47 Report Diesen Beitrag melden

    Grössenwahn/Kontrollverlust

    Jetzt setzt sich CC tatsächlich selbst an die Spitze des SFV!Der Grössenwahn ist bei ihm nicht mehr aufzuhalten......

  • daddy-o Weinfelden am 29.12.2011 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    vom Saulus zum Paulus

    Lieber Herr Constantin erkennen Sie Ihre einmalige Chance um ohnen Gesichtverlust aus dem von Ihnen angerichteten Chaos auszusteigen!! Ziehen Sie alle Klagen zurück und akzeptieren Sie, dass Sie bei den Transfers einen Fehler begangen haben. Als Begründung für Ihren Rückzug geben Sie an, dass Sie die CH-Nati und die CH_Klubs vor einer Bestrafung schützen wollen, für die Niemand ausser Sie verantwortlich ist. Tun sie's und Sie steigen sofort in die Liga der Winkelried's und Tell's auf. Der Rest der Schweiz kann dann wieder von dem lesen wass wirklich spannend ist: das Spiel auf dem Rasen!

  • Heiri DeChalb am 29.12.2011 20:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stiel!

    Der Mann hat wirklich Stiel! Dieser Schachzug ist einmal mehr ein Zug zu Gunsten von CC! Nötigung ist wirklich das richtige Wort!

    • Ein Mann am 30.12.2011 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      Stiel? Stil!!

      Einen Stiel habe ich auch! Du meinst wohl, der CC hat Stil...!? :D Und nein, still ist er auch nicht! ;)

    einklappen einklappen