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04. Juni 2011 10:06; Akt: 04.06.2011 10:28 Print

Captain Inler: «Wir greifen voll an»

von Eva Tedesco, London - Gökhan Inler hat sich bisher als Nachfolger von Captain Alex Frei gut geschlagen. Am Abend muss er seine Leaderqualitäten im wichtigen EM-Qualifikationsspiel gegen England zeigen.

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Gökhan Inler führte seine junge Truppe durch die erste Vorbereitungswoche als Nati-Captain. Keystone/AP

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Soviel wie in den letzten fünf Tagen hat Gökhan Inler wohl in seiner ganzen Nati-Karriere seit dem Debüt 2006 nicht geredet. Jetzt ist es aber seine Pflicht und alle wollten etwas vom Mann aus Olten: Mitspieler, Medien und Fans. Inler meisterte den Frage-Antwort-Marathon so gut er konnte und versuchte dabei seine positive Art beizubehalten. Auch wenn nicht alles gleich nach Wunsch funktioniert.

So hat Inler vor dem Abflug nach London den Wunsch geäussert, dass die Spieler am Flughafen keine Interviews mehr geben dürfen. Die Nati-Stars hätten die ganze Woche über nach den Trainings zur Verfügung der Medien gestanden und sind froh, wenn sie am Flughafen nicht mehr reden müssten. Der Inler’sche Maulkorb hielt nicht. Einige Spieler hatten offensichtlich doch nichts dagegen weitere Fragen zu beantworten und sprachen mit den Journalisten munter weiter.

Sieg für eine bessere Aussendarstellung

Am Samstag hat das Reden eine Ende und Inler und seine junge Truppe müssen antworten geben – auf dem Platz. Denn die letzten Resultate und vor allem Auftritte der Schweizer Nationalmannschaft haben am Lack gekratzt. Auch der Glanz des Sensationssieges gegen den späteren Weltmeister Spanien an der WM in Südafrika brachte den matten Fleck nicht mehr weg. «Wir wollen wieder mehr Freude haben und sind in dieser Woche enger zusammengerückt», sagt Inler, der möglichst nur Positives rund um das Team haben will und dafür als Beispiel voran geht. «Wir wissen, dass wir unsere Aussendarstellung verbessern müssen. Ein Sieg im Wembley wäre ein Anfang, den Fans wieder etwas zurückzugeben.»

Für Inler zählt die Gegenwart. Und natürlich die Zukunft. Mit dieser Mannschaft lässt sich etwas aufbauen. Dass die Aufgabe gegen England nicht einfach ist, weiss jeder. Und dennoch will man frech und voller Freude das Highlight im Wembley angehen. «Gegen Bulgarien wollten wir auf keinen Fall verlieren. Diesmal haben wir nichts zu verlieren, sondern können nur gewinnen. Wir greifen voll an.»

Worte, die man auch vor dem Bulgarienspiel im März zur Genüge gehört hatte. Als Inler die zweifelnden Blicke der Journalisten bemerkte, fragte er sofort zurück: «Warum nicht am Samstag?»