CC schlägt wieder zu

22. Februar 2011 15:38; Akt: 22.02.2011 15:38 Print

Challandes beim FC Sion entlassen

Bernard Challandes ist das nächste Opfer von Sion-Präsident Christian Constantin. Der 59-Jährige wurde am Dienstag als Trainer des FC Sion entlassen.

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Nach acht Monaten beurlaubt Christian Constantin Murat Yakin, Sion befindet sich im Barrage-Strudel. Für die letzten vier Spiele der Super-League-Saison wird die Mannschaft von Christian Zermatten und dem U21-Trainer Sébastien Bichard betreut. Yakin geht rechtlich gegen CC vor. Der U21-Trainer des FC Sion übernahm interimistisch das Traineramt des geschassten Gabri. Nach Irrungen und Wirrungen haben sich nun der Italo-Berner und der mächtige Präsident finanziell einigen können. Rund dreieinhalb Monate war der 38-jährige Spanier im Wallis tätig. Dann wurde es CC ein weiteres Mal zu bunt: Entlassung. Gabri wird nach nur einem Spiel der Rückrunde, einer 1:3-Heimpleite gegen GC, gefeuert. Der Italiener kommt von Lugano und ist der neue Hoffnungsträger im Wallis. Der Erfolg lässt jedoch auf sich warten, stattdessen muss Tramezzani nach einem schwachen Saisonstart gehen. Er soll den Wallisern zu neuem Schwung und zum 14. Sieg im 14. Cup-Final verhelfen: Sébastien Fournier wird interimistisch vom Nachwuchsverantwortlichen zum Trainer der ersten Mannschaft befördert. Sion verliert erstmals in seiner Geschichte einen Cup-Final, 0:3 gegen Basel. Ende Saison kehrt Fournier in den Nachwuchs zurück. Dem Deutschen gelingt ein guter Start im Wallis, doch nach der Winterpause sackt der Punkteschnitt zusammen. Das kostet ihn schliesslich den Platz an der Seitenlinie, obwohl er das Team in den Cupfinal geführt hat. Tholot kommt zum dritten Mal als Trainer zum Zug. Der ehemalige Sion-Spieler trainierte die Walliser bereits 2009 und 2003. Am 12. Mai 2015 wird der Vertrag des Franzosen frühzeitig um zwei Jahre verlängert. Am 12. August 2016 beschliessen Trainer und Präsident Constantin gemeinsam, die Zusammenarbeit zu beenden. Smajic (r.) springt im Wallis wieder ein. Er war bereits 2004 für vier Monate Trainer. Nun erhielt er einen Vertrag bis 2017. Der eigentliche Trainer mit Lizenz, Jochen Dries (l.), wirft den Bettel nach der 0:2-Niederlage gegen St. Gallen am 7. Dezember 2014 hin. Eigentlich hätte Claudio Gentile den FC Sion ab der Saison 2104/15 trainieren sollen, doch der Italiener taucht im Wallis nicht auf. Chassot wird zum neuen Übungsleiter ernannt. Sein Problem: Er besitzt nur das A-Diplom und nicht die für die Super League nötige Uefa-Pro-Lizenz. Christian Constantin hat eine Lösung gefunden: Dries, der bereits 1998 Sion-Coach war und eine Uefa-Pro-Lizenz besitzt, unterstützt Chassot. Claudio Gentile (2.v.l.) hätte am 9. Juni beim FC Sion anfangen sollen. Doch der Italiener tauchte nicht auf. Hier auf einem älteren Foto von 2002 (2.v.l.). Rechts neben ihm steht der junge Bernard Challandes, der auch schon unter Constantin als Trainer gedient hat. Auf die Rückrunde der Saison 2013/14 übernimmt Ponte von Laurent Roussey. Für den 58-jährigen Aargauer ist Sion die erste Station in der höchsten Schweizer Spielklasse seit dem FC Luzern in der Saison 2001/2002. Doch am Ende der Saison erhält Ponte keinen neuen Vertrag. Roussey wird von CC auf die Strasse gestellt. Fünf Niederlagen in Serie und das frühe Cup-Aus in Luzern sind dem Sion-Boss zu viel. Decastel übernimmt den Posten von Rossini. Er selbst wurde erst im letzten Oktober nach 57 Tagen im Amt als Sion-Trainer entlassen. Das nächste Mal Schluss ist aber bereits wieder am 21. Oktober 2013, nachdem er mit den Sittenern in 12 Spielen nur 11 Punkte holen konnte. Rossini hat die nötige Uefa-Pro-Lizenz und wird den FC Sion zusammen mit Spielertrainer Gennaro Gattuso coachen. Er fliegt am 13. Mai 2013 bereits wieder. Gattuso bleibt dem Verein als Spieler erhalten. Gattuso waltet als Spielertrainer im Wallis. Erst wird ihm wegen der fehlenden Lizenz Arno Rossini zur Seite gestellt, dann wird er wieder zum Spieler degradiert. Muñoz übernimmt die Nachfolge von Pierre-André Schürmann, kann sich aber nur gut zwei Monate halten. Schürmann erhält nur einen befristeten Vertrag bis zum Ende der Hinrunde. Nach fünf Spielen verzichtet CC auf eine Verlängerung. Nach nur 57 Tagen im Amt muss Decastel gehen, Nachfolger wird der ehemalige Schweizer U21-Nationaltrainer Pierre-André Schürmann. Nach einem 0:3 gegen den FC St. Gallen hält Fournier vor seinen Spielern eine Brandrede und beschimpft diese aufs Übelste. Zwar entschuldigt er sich, doch aller Kredit ist verspielt. Nur wenige Tage danach nimmt er seinen Hut. Petkovic verlor drei seiner vier Spiele als Sion-Trainer, konnte die Walliser in der Barrage gegen Aarau aber dennoch vor dem Abstieg retten. Ein Angebot von Lazio Rom war schliesslich verlockender, als unter Constantin zu arbeiten. Roussey hielt es über 400 Tage unter der Herrschaft Constantins aus, dann trat er völlig überraschend zurück. Der entlassene FCZ-Meistertrainer hielt es im Wallis nicht lange aus. Der Franzose ist im Wallis kein Unbekannter. Von 1997 bis 1999 stürmte er für Sion und 2003 war er als Spielertrainer tätig. Zermatten war schon nach dem Krankschreiben von Stielike im Trainerstab und ist mit Barberis gleichberechtigt. Ausgerechnet an Weihnachten präsentiert CC seinen neuen Trainer. Umberto Barberis übernimmt zum zweiten Mal in Sion. Stielike wurde von Constantin lange in Ruhe gelassen. Mitte November wurde Stielike aber «krank» und CC übernahm auch noch den Trainerposten. Bigon sprang wieder einmal als Notnagel ein und durfte dieses Mal neun Spiele an der Seitenlinie stehen. Nur acht Spiele überlebte das Duo. Nach Meinungsverschiedenheiten holte Constantin Bigon an die Seitenlinie zurück. Constantin gab Bigon bei seinem zweiten Versuch ungewöhnlich viel Zeit. Am Ende wurde auch er seines Postens enthoben. Gabet Chapuisat war das letzte Opfer von Sion-Präsident Constantin in der Entlassungsserie der Saison 2006/07. Marco Schällibaum musste den Trainerstuhl nach zwei Monaten bereits wieder räumen. Moulin kommt nochmals zum «Handkuss». Didier Tholot übernahm noch im selben Jahr. Bereits im November wird ihm Guy David als Assistent zur Seite gestellt - kurz darauf mit Ami Rebord ein dritter Trainer. Im Mai werden alle drei rausgeworfen. 2003 kommt Constantin zurück und stellt als ersten (und insgesamt neunten) Trainer Charly Rössli ein. Richard zum dritten - und vorläufig letzten Mal: Constantin gab 1997 das Sion-Präsidium ab. Richards zweites Engagement unter Constantin. In Constantins erster Amtszeit (1992-1998) wurde Trossero als Erster ersetzt.

Constantins Entlassungsopfer beim FC Sion.

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Nur ein Sieg aus den ersten drei Rückrundenpartien gegen Neuchâtel Xamax (0:1), Bellinzona (1:0) und Basel (0:1) waren Sion-Präsident Christian Constantin offensichtlich zu wenig, um weiterhin an Challandes festzuhalten. Die Europacup-Teilnahme sei in Gefahr geraten, liess der Walliser Verein verlauten. Sion rangiert derzeit mit elf Punkten Rückstand auf Leader Basel an fünfter Stelle. Die Differenz zu den Young Boys, die als derzeit Vierter an der Qualifikation zur Europa League teilnehmen dürften, beträgt indessen nur zwei Zähler. Zudem hat Challandes den Cup-Spezialisten Sion auch in die Viertelfinals geführt. Am 2. März empfangen die Walliser die Grasshoppers zum Cupfight im Tourbillon.

Auf der Suche nach einem Nachfolger für den ehemaligen Meistertrainer des FC Zürich ist Constantin in Frankreich fündig geworden. Laurent Roussey hat in den letzten zweieinhalb Jahren eine Pause als Trainer eingelegt. Zuletzt war er als Cheftrainer in St-Etienne tätig, wo er 2007 vom Assistenten Ivan Haseks zum Chefttrainer befördert worden war. Gleich im ersten Jahr führte er die «Stephanois» nach 26-jähriger Pause in den Europacup, wurde dann aber im November 2008 entlassen. Zuvor hatte Roussey bereits als Assistenztrainer von Claude Puel in Lille Erfahrung gesammelt. In Sion unterzeichnete er einen Vertrag bis Saisonende.

Der 49-jährige Franzose, der Ende der 80er-Jahre als Stürmer bei Lausanne spielte, war in Sion bereits 2001 unter Präsident Gilbert Kadji zum Coach berufen worden. Er blieb jedoch nur eine Saison und folgte dem Lockruf nach Lille in die Ligue 1. Sion wurde danach aus finanziellen Gründen die Lizenz für die NLA verweigert und zwangsrelegiert.

Trainer-Entlassungen en masse

Challandes (59) wurde im Mai des vergangenen Jahres zum Nachfolger des entlassenen Didier Tholot ernannt. Nach knapp neunmonatiger Amtszeit hat er die Geduld seines ungeduldigen und extrem resultatorientierten Präsidenten nun bereits aufgebraucht. Challandes ist der 19. Trainer, der von Constantin in dessen zweiter Amtszeit seit 2003 entlassen wurde.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rolf Fux am 22.02. 2011 am 22.02.2011 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    CC als President "unfähig"

    Hallo CC Ich an Ihrer Stelle würde mich beim FC Sion als Raumpfleger melden! So würden Sie manchen Leuten viel Aerger ersparen.

  • insider am 22.02.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Gut gemacht, Herr Challandes!

    Also ich würde als Trainer sofort beim FC Sion unterschreiben. Ein paar Monate Arbeit und dann ab in die bezahlten Ferien!

  • Lexu us Münsige am 22.02.2011 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig Unnötig - 5. Platz ist nicht schlecht!

    Sion wechselt ja seine Trainer öfters als die Spieler ihre Fussballschuhe!! Ob das zum Erfolg führt bleibt ungewiss, man kanns ja auch übertreiben CC.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Sutz am 23.02.2011 09:39 Report Diesen Beitrag melden

    3 Hurra für Constantin

    Fussballtrainer sind ein Volk für sich. Wenn sie nur einen Job haben, egal wo. Ich würde für kein Geld zum FC Sion als Trainer gehen. Entlassung ist ja vorprogrammiert und garantiert. Es gibt nur einen Trainer, der besser ist, nämlich Chr. Constantin selbst. Hurra, Hurra, Hurra.....

  • Protabo am 22.02.2011 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Jose Mourinho zu Sion

    Adieu Challendes - vielleicht sollte CC mal 25 Millionen locker machen und Jose Mourinho von Real weglotsen - mehr geht dann wirklich nicht...

  • Reto aus Moosseedorf am 22.02.2011 16:54 Report Diesen Beitrag melden

    Constatin führe doch die Probezeit für Trainer ein

    Christian Constatin soll lieber die Probezeit für Trainer einführen, somit würde er eine Menge Geld sparen! Es wäre ganz einfach, der neue Trainer müsste nur die gesamten super Leauge Spiele gewinnen und sich für die Champions Leauge qualifizieren. Dann bekäme er einen längerfristigen Vertrag von max. 1 Jahr mit Option auf einen weiteren Monat (nur wenn die Siege hoch genug ausfallen). Würde er dann aber in der Champions Leauge gegen Liverpool, Bayern München oder Barcelona verlieren, wäre er ganz schnell wieder weg!!!

  • David am 22.02.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Korrektur

    Der sogenannte Cupfight findet am 2. März im Letzigrund statt. Und CC ist so wie er ist und das ist nichts Neues

  • Bitschi Gletta am 22.02.2011 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso nicht mal anders ?

    Lieber CC entlassen Sie doch lieber mal die ganze Mannschaft. GC wäre zurzeit sicherlich günstig zu haben - da würden Sie mal wirklich neue Akzente setzen und bei GC wären mit einem Schlag all Probleme vom Tisch...