«Unglaubliche Zahlen»

29. März 2019 11:56; Akt: 30.03.2019 15:06 Print

YB-Rekordzahlen: 80 Millionen Umsatz, 17,4 Millionen Gewinn

von Fabian Ruch - Der Schweizer Meister hat dank Spielerverkäufen und dem europäischen Wettbewerb eine positive Bilanz präsentiert.

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«Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass nun jedes Jahr so gut wird», sagt YB-VRerwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. Foto: Lindt (Freshfocus) (Bild: Keystone)

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Die Young Boys gaben sich seit dem Einzug ins Stade de Suisse stets äusserst verschwiegen, wenn es um die finanzielle Lage des Betriebs ging. Einmal, das war im September 2016, sagte der mittlerweile verstorbene Besitzer Andy Rihs, sein Bruder Hansueli und er hätten in den letzten Jahren «50 Chischte» verloren mit ihrem Engagement bei YB. Es waren laut gut unterrichteten Quellen zwischen 2010 und 2016 sogar deutlich mehr als 50 Millionen Franken, eher 80 Millionen.

Seit der Installierung von Christoph Spycher als Sportchef in eben jenem September vor zweieinhalb Jahren aber sind die Young Boys auf einem imponierenden Höhenflug. Sportlich. Und auch wirtschaftlich. 2017 gab es erstmals seit langem kein Minus in der Jahresrechnung.

Und fürs letzte, so grossartige YB-Jahr liegen nun genaue Zahlen vor. Der Umsatz des Unternehmens betrug etwas mehr als 80 Millionen Franken, der Gewinn knapp 17,5 Millionen.

Strukturelles Defizit

Freiwillig präsentieren die Geheimniskrämer vom Stade de Suisse ihr Jahresergebnis selbstredend nicht. Es ist eine Lizenzauflage des Europäischen Fussballverbandes (Uefa), dass Clubs ihre wichtigsten Kennzahlen veröffentlichen müssen, wollen sie am Europacup teilnehmen. «An unserem Grundsatz, Zahlen möglichst vertraulich zu behandeln, halten wir aber fest», sagt YB-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. «Das ist eine Vorgabe unserer Aktionäre.»

Bilanz und Erfolgsrechnung 2018 der Young Boys sind beeindruckend. Allein in der Champions-League-Kampagne verdienten sie brutto fast 30 Millionen Franken, die Gesamteinnahmen von 80 Millionen sind wie der Gewinn ein Höchstwert in der Historie. «Es ist das beste Jahr in der 121-jährigen Geschichte des Vereins», sagt Kienberger. «Das unterstreicht unser aussergewöhnliches 2018.» Die Fussballer partizipierten dank der dynamischen Lohnstruktur und den massiven Leistungsprämien stark am Erfolg.

Das Geschäftsmodell der Young Boys wird durch zwei schwer planbare Pfeiler getragen: Erträge aus Uefa-Wettbewerben und Transfers. Gelingt es nicht, in diesen Bereichen ausserordentliche Einnahmen zu generieren, führt dies zu einem strukturellen Defizit.

Ab 2020 wird es für Schweizer Vereine schwieriger werden, die Champions League zu erreichen – auch deshalb sagt Hanspeter Kienberger: «Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass nun jedes Jahr so gut wird. Wir setzen jedenfalls weiter auf strikte Kostenkontrolle und grosse Budgettreue.» Der hohe Gewinn 2018 erlaube es zudem, Rücklagen zu schaffen sowie das Eigenkapital zu stärken.

Noch nicht ganz wie der FCB

Die Young Boys verzeichneten zwar historische Rekordwerte – zu Rivale Basel haben sie jedoch noch nicht ganz aufgeschlossen. Das gilt umso mehr, weil bei den YB-Zahlen auch der gesamte Stadionbetrieb im Stade de Suisse eingeschlossen ist. Der FCB hat die 100-Millionen-Grenze bereits überschritten, für 2018 geht man bei Basel von einem Umsatz von 80 bis 90 Millionen Franken aus.

Die Young Boys dürften aber auch 2019 auf ähnlichem Topniveau wirtschaften. Um die Königsklasse zu erreichen, müssen sie zwar erneut eine Qualifikationsrunde überstehen. Doch auch in der Europa League gibt es mittlerweile mindestens 10 Millionen Franken zu verdienen. Und aus dem erfolgreichen YB-Kader werden im Sommer mehrere Leistungsträger in eine Topliga wechseln – und für enorm hohe Einnahmen sorgen. (fdr)

Fussball

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 29.03.2019 12:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Berner Vernunft

    Bravo - und das alles ohne Pharma-Zuwendungen.

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  • S.S am 29.03.2019 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hopp YB und FCB

    Lieber Berner und Basler Clubs als Zürcher !

  • Markus am 29.03.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    bilanz? ^^

    Da kennt einer den unterschied von bilanz und erfolgsrechnung nicht..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Morales Ortiz Santamaria am 30.03.2019 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teuer

    Teuer so ein Meistertitel.50 Milliwonen oder mehr um Meister zu werden.Unglaublich wie das Geld " vertublet" wird für ein paar gelierte Durchschnittsfussballer.

    • Paulo am 01.04.2019 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Morales

      glauben sie der FC Basel hätte die Titel geschenkt gekriegt, ohne Geld, keine Titel, so einfach ist das !

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  • dmue am 29.03.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da staunt der Laie

    Unglaublich was für Geldströme im Fussball fliessen. Für den Laien nicht nachvollziehbar. Ob diese Entwicklung für das Gebotene langfristig ist, ist kaum vorstellbar. Aber seit Jahren läuft es dennoch. Da muss jemand unglaublich viel Geld verdienen damit dieses System aufrechterhalten werden kann.

  • Beltran Leyva am 29.03.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    Macht was draus!

    wäre schön wenn sie was draus machen,sportlich wie finanziell!wäre schön wenn sich ein 2.CH Klub langfristig international etablieren könnte!Gruss aus Basel

    • A_z am 30.03.2019 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Beltran Leyva

      das mit dem 2. Club langfristig hat yb diese Saison verspielt.

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  • IB Lauch am 29.03.2019 16:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Teilen bitte, wie damals gefordert.

    Ich heule jetzt mal wie zu alten IB zeiten... wuähh wuähh so habe andere Vereine nie eine Chance wo nicht so reich sind, man sollte das Geld unter allen Vereinen aufteilen.

    • Berner am 29.03.2019 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @IB Lauch

      Wenn es erarbeitetes Geld ist hat es jeder Verein verdient, egal ob Basel, YB oder Lugano

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  • Markus am 29.03.2019 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    bilanz? ^^

    Da kennt einer den unterschied von bilanz und erfolgsrechnung nicht..

    • Sträber am 29.03.2019 16:00 Report Diesen Beitrag melden

      Passiven

      Der Gewinn wird im Eigenkapital ebenfalls ausgewiesen, nur so nebenbei.

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