Katalonien

18. Oktober 2019 03:49; Akt: 30.10.2019 18:38 Print

Clásico wegen Unruhen verschoben

Das Spitzenspiel zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid findet nicht am 26. Oktober statt. Über ein neues Datum herrscht noch keine Einigkeit.

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Spielt am 26. Oktober nicht gegen Real Madrid: FC Barcelona mit Superstar Lionel Messi. (Archivbild) Grund: Die Unruhen in Barcelona halten weiter an. Am Mittwochabend wurden mehrere Autos sowie Barrikaden und Blumenkästen in Brand gesetzt. Die Polizei der Region im Nordosten Spaniens teilte mit, gewaltbereite Aktivisten hätten nicht nur Steine und Böller auf die Sicherheitskräfte geworfen, sondern auch «Gegenstände mit Säure». Es war bereits der dritte Tag mit massiven Demonstrationen in und um Barcelona, nachdem das Oberste Gericht in Madrid am Montag neun Separatistenführer zu langjährigen Haftstrafen verurteilt hatte. Für den 26. Oktober ist eine grosse Demonstration geplant. Dann hätten auch Barça und Real Madrid in Kataloniens Metropole gegeneinander spielen sollen. Neben friedlichen Kundgebungen Tausender Unterstützer einer Abspaltung der Region von Spanien kam es dabei auch immer wieder zu Krawallen mit Dutzenden Verletzten und zahlreichen Festnahmen. Regionalpräsident Quim Torra hat die Gewalt trotz Aufforderungen der Zentralregierung in Madrid bislang nicht öffentlich verurteilt. Die in Haft sitzenden Separatistenführer hingegen distanzierten sich auf Twitter von den Ausschreitungen. Hunderte Menschen haben am 14. Oktober 2019 den Zugang zum Flughafen in Barcelona gesperrt. «Der Eingang zu den Terminals wurde gesperrt», berichtet Leser-Reporterin Yvonne Ziegler. Die Demonstranten sind Befürworter der Unabhängigkeit Kataloniens. Die Polizei beobachtete lange die Situation. Sie protestieren derzeit wütend gegen das Urteil des Obersten Gerichts. Hunderte waren nach Bekanntgabe des Urteils zum Flughafen Barcelona zu Fuss unterwegs, um den Flugverkehr lahmzulegen. Viele sitzen seit Stunden in den Hallen der Terminals. Im Stadtzentrum haben Demonstranten die wichtigsten Zugangsstrassen zum Zentrum blockiert, Taxis und die U-Bahn fahren nicht.

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Wegen der seit Tagen anhaltenden politischen und sozialen Unruhen in Katalonien hat die spanische Fussball-Liga die Verschiebung des Spitzenspiels zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid beschlossen. Der Verband (RFEF) hatte beiden Clubs am späten Donnerstagabend in Madrid den 18. Dezember als neuen Termin für das Clásico vorgeschlagen. Zuvor hatte auch die spanische Regierung eine Verschiebung des Spiels empfohlen, das eigentlich am 26. Oktober stattfinden sollte.

Die beiden Clubs seien mit dem 18. Dezember als neuem Austragungstermin einverstanden, berichteten Medien wie die Zeitungen «AS» und «Marca». Die Profi-Liga sei aber dagegen, den Clásico an einem Mittwoch austragen zu lassen – offenbar wegen befürchteter Einbussen bei den TV-Einnahmen. Sie schlage deshalb den 7. Dezember vor, einen Samstag. Die für diesen Tag angesetzten Spiele Real Madrid gegen Espanyol Barcelona und FC Barcelona gegen Real Mallorca sollten nach dem Willen der Liga schon am 4. Dezember stattfinden. Der Verband habe alle Parteien dazu aufgefordert, sich bis Montag auf einen neuen Termin zu einigen, hiess es.

Sicherheitsbedenken

Grund für die Verschiebung sind Sicherheitsbedenken, da am 26. Oktober in Barcelona eine Grossdemo der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung gegen die harten Gerichtsurteile für die Separatistenführer der Region geplant ist.

Zunächst war erwogen worden, das weltweit beachtete Topspiel von Barcelonas Heimstadion Camp Nou ins Bernabéu-Stadion der Hauptstadt verlegen zu lassen. Doch sowohl der FC Barcelona als auch die «Madrileños» waren nach Medienberichten dagegen und wollten das Heimrecht nicht tauschen. In der Rückrunde wäre der Clásico in diesem Fall in Barcelona ausgetragen worden.

Neun Separatistenführer waren am Montag vom Obersten Gericht in Madrid wegen ihrer Rolle beim illegalen Unabhängigkeitsreferendum vom Herbst 2017 zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Seither kommt es in der Region und speziell in Barcelona immer wieder zu teils gewalttätigen Protesten.

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(chk)