Schweizer Sieger-Typ

25. Februar 2019 22:12; Akt: 26.02.2019 13:47 Print

Darum liebt Newcastle Fabian Schär

von Florian Raz - Siege gibt es für Newcastle nur, wenn der Schweizer Verteidiger spielt.

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Die aktuelle Destination in der Karriere von Fabian Schär heisst Newcastle United. Der Innenverteidiger wechselt für kolportierte vier Millionen Franken in die Premier League. Bei Newcastle trifft der Schweizer Fabian Schär auf die Trainer-Legende Rafael Benítez. Zu Beginn hat Schär Mühe, sich an das harte Spiel auf der Insel zu gewöhnen. In den ersten zehn Ligaspielen kommt er bloss einmal zum Einsatz. Aber dann nimmt der Schweizer Fahrt auf. Und vor allem: Kaum steht Schär auf dem Feld, beginnt Newcastle endlich damit, Spiele zu gewinnen. Nach der Bundesliga und La Liga in Spanien ist die Premier League bereits die dritte grosse Liga, in der sich Schär präsentiert. In Spanien war Schär bloss eine Saison. Bei La Corña kam er zwar regelmässig zum Einsatz. Dafür stieg seine Mannschaft sang- und klanglos in die zweithöchste Liga ab. Zu wenig Spielpraxis: Vor seinem Wechsen nach Spanien kam Fabian Schär in seiner letzten Saison bei Hoffenheim (206/17) kaum zum Zug. Der Nati-Verteidiger wechselte im Sommer 2015 vom FC Basel zu Hoffenheim. Der Durchbruch beim FCB: Als Innenverteidiger gelang Schär 2012 in Basel der Durchbruch. In seiner Basler Zeit war Murat Yakin (r.) ein wichtiger Mentor. Der ehemalige Schweizer Nationalverteidiger setzte auf den noch unerfahrenen Schär, arbeitete an seinem Stellungsspiel. Und vor allem gab er ihm seine Vorliebe für den weiten Diagonalball weiter. Aus der Provinz: Mit 21 Jahren schaffte Schär den Sprung vom Challenge- League-Club FC Wil zum Serienmeister FC Basel.

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Es ist zwar nur eine Frage. Aber sie klingt wie eine Liebeserklärung. «Fabian Schär – Newcastles Spieler der bisherigen Saison? Die Zahlen, die Beweise», titelt «The Mag».

Okay, das grösste Online-Fanzine von Newcastle United schreibt natürlich nicht Schär. Sondern Schar. Mit den Ä-Pünktchen haben sie es nicht so in Grossbritannien. Aber es ist schon bemerkenswert, wie sich der Schweizer in die nordenglischen Herzen gespielt hat. Nach einer Saison zum Vergessen in Hoffenheim und dem Abstieg mit La Coruña scheint Schär als 27-Jähriger endlich wieder den Tritt im Clubfussball zu finden.

Dabei sah es auch in Newcastle zunächst nicht nach Liebe auf den ersten Blick aus. In den ersten zehn Ligaspielen durfte Schär bloss einmal aufs Feld. Aber als die Verletzung eines internen Konkurrenten den Weg frei machte, nutzte er seine Chance.

Und kaum durfte Schär regelmässig spielen, gelang Newcastle der erste Saisonsieg. Seither ist es dabei geblieben: Spielt Schär nicht, kann auch sein Team nicht gewinnen. Bloss 3 Punkte haben die «Magpies» ohne den Innenverteidiger aus der Ostschweiz geholt, aber 25 mit Schär auf dem Feld.

Die Zahlen sind ohne Frage beeindruckend. Eine kleine Einschränkung soll trotzdem sein. Von den neun Niederlagen, die das Team ohne Schär einsteckte, kamen sechs gegen die Top Sechs der Liga zustande. Gegen die Riesen der Premier League sieht auch Schärs Bilanz mit drei Niederlagen und einem Sieg (gegen Manchester City) nur leicht besser aus.

Der Blick auf die Spieler-Statistiken beweist aber: Es liegt schon nicht nur an den einfacheren Gegnern, dass Newcastles Bilanz mit Schär so gut aussieht. Er spielt objektiv betrachtet eine gute Saison. Wobei er genau das auf den Platz bringt, was man hierzulande von ihm aus dem Schweizer Nationalteam und seiner Zeit beim FC Basel gewohnt ist. Schär ist und bleibt ein Verteidiger mit offensiven Stärken und der latenten Gefahr, dass sich mal ein defensiver Wackler einschleicht.

So punktet Schär auch in Newcastle mit Spielübersicht gegen den Ball und fängt viel mehr Bälle ab als seine internen Konkurrenten. Andererseits wird er mit diesem Stil auch überproportional häufiger von einem Gegner ausgedribbelt als seine konservativer staffelnden Mitspieler.

Was in Newcastle aber vor allem geschätzt wird: Schär schwartet die Bälle nicht einfach weg, raus aus der Gefahrenzone. Er ist ein Verteidiger, der das Spiel auszulösen weiss, gerne auch mit dem Räume öffnenden Diagonalball, den ihm beim FCB einst Murat Yakin beigebracht hat. Auch deswegen hat ihn Newcastle für die für englische Verhältnisse lächerliche Ablösesumme von drei Millionen Pfund aus La Coruña geholt. «Wir wussten um seine Qualitäten am Ball. Er macht es wirklich gut», sagt sein Trainer Rafa Benitez.

Dass Schär von allen Innenverteidigern der United am meisten Offensivdrang aufweist, ist für Schweizer Beobachter keine Überraschung. Und auch nicht, dass er bei all diesen Offensiv-Aktionen ab und an den Ball verliert.

Wahrscheinlich mögen sie ihn auch deswegen so in Newcastle: weil er kein typischer Innenverteidiger ist. Dazu passt auch, dass Schär in diesem Monat auch neben dem Fussballplatz gefordert ist. Schär macht nebenher den Bachelor in Business Administration. Februar ist Prüfungsmonat.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • the coach am 25.02.2019 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Well done

    Es sei ihm gegönnt, einer der unterdessen rarer werdenden Spezies von Fussballern, die sich nicht nur durch Fussball, Tatoos, Luxusautos, Playstation und Frisuren definieren lassen.

  • romanmeyer am 26.02.2019 00:14 Report Diesen Beitrag melden

    Ball flach halten

    Er spielt auf hohem Niveau Fussball, jedenfalls höher als 99.9 % all der Motzis hier und nebenbei macht er noch den Bachelor in Business Administration. Was macht Ihr Motzis?

  • humpty am 26.02.2019 00:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    danke gut

    naja, also der anfang war schon mehr als harzig! ich dachte schon der ist abgeschrieben und bekommt gar keine chance mehr. und jetzt das...aber achtung! so schnell wies aufwärts ging, kanns auch wieder abwärts gehen! was nicht zu hoffen ist. toi toi toi..

Die neusten Leser-Kommentare

  • Meliert am 26.02.2019 22:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt!

    Heute Abend wieder ein Traumtor von Schär gegen Burnley, er hat sich stark entwickelt im Nordosten von England!

  • Te Rasse am 26.02.2019 14:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einer der wenigen

    Der auch nach der aktiven Karriere noch im Fussball Geld verdienen wird.

  • Cheerio am 26.02.2019 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso 25 Punkte?

    Fünf Siege und fünf Remis gibt bei mir 20 Punkte. Wie kommt ihr auf 25?

  • Isildor am 26.02.2019 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation

    Genau deshalb sollte man jeweils mit dem früher Urteil abwarten, als er bei Hoffenheim oder Deportivo Mühe hatte gab es viel Kritik...aber manchmal braucht es genau so eine Lernphase! Siehe auch ein Rakitic, der bei seiner ersten Auslandstation Schalke Mühe hatte und erst bei Sevilla aufgeblüht ist... Freue mich für Schär und freut mich auch für die Nati, dass er sich im Club durchgesetzt hat! Bravo...

  • Markus K. am 26.02.2019 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall

    Ist das nicht blos Zufall dass sie mit Schär gewinnen?