Nati-Jüngling Xhaka

04. Oktober 2011 10:34; Akt: 04.10.2011 11:18 Print

Das lässige Wunderkind

Ottmar Hitzfeld nennt ihn ein Ausnahme-Talent. Georges Bregy findet ihn «clever» und «cool». Granit Xhaka beeindruckt als jüngster Nati-Spielgestalter der letzten 50 Jahre.

storybild

4. Juni 2011: Granit Xhaka (hier im Duell gegen Frank Lampard) feiert im Alter von 18 Jahren beim EM-Qualifikationsspiel in England sein Debüt in der A-Nationalmannschaft. (Keystone/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Köbi Kuhn war legendär, auch Karli Odermatt. Umberto Barberis, Lucien Favre, Heinz Hermann und Georges Bregy waren auf dieser Position genial. Ciriaco Sforza führte Regie. Zu den besten in der Schweiz zählt auch Hakan Yakin. Die Rede ist von einem Ballverteiler, einem Spielgestalter im zentralen, offensiven Mittelfeld, also der Position, die im Fussball zumeist für das Besondere steht. Doch keiner war bei seinem Nationalmannschafts-Debüt auf dieser Position so jung wie Granit Xhaka.

Doch der FCB-Youngster erledigt seine Aufgabe wie ein alter Hase. Die Ruhe am Ball, die Sensibilität für den Spielrhythmus und die gefühlvollen Pässe: Cool, wie Xhaka auftritt – dabei ist er erst 19 Jahre jung. Beeindruckend ist auch sein Werdegang: Mit 17 Jahren schoss er bei seinem ersten Einsatz in der Champions-League-Qualifikation für den FC Basel sein erstes Tor. Mit der Schweizer U17-Nati wurde er 2009 Weltmeister. Mit der U21 zog er im letzten Juni in den Final der Europameisterschaft in Dänemark ein, nachdem er kurz zuvor mit 18 Jahren sein Debüt mit der A-Nati gefeiert hatte: gegen England (2:2) im beeindruckenden Ambiente des Wembley Stadions vor rund 84 500 Zuschauern.

Xhaka spielt «clever und cool»

Köbi Kuhn, der es auf 63 Länderspiele schaffte, war bei seinem Debüt im November 1962 19 Jahre alt. Der Rekordinternationale Heinz Hermann (118 Länderspiele) debütierte mit 20. So alt war auch Blerim Dzemaili bei seinem Einstand. 21 Lenze zählte Ciriaco Sforza, aktuell Trainer der Grasshoppers. Hakan Yakin kam drei Tage vor seinem 23. Geburtstag zu seinem ersten Länderspiel. Ebenfalls 23 Jahre alt waren Lucien Favre und Umberto Barberis. Georges Bregy war mit 26 Jahren ein Spätzünder.

«Auf dieser Position braucht es Ballsicherheit, ein gutes Auge und Intelligenz, um den richtigen Pass zu spielen», sagt ebendieser Bregy. Die Rolle der klassischen Zehn habe sich in den 90er-Jahren nach hinten auf die Sechser verschoben, die bis dahin lediglich als Abräumer vor der Abwehr eingesetzt wurden. Als Spielauslöser und Ballverteiler habe Xhaka den ehemaligen 54-fachen Internationalen überrascht. «Er spielt sehr clever und cool.» Sein jugendliches Alter spielt für Bregy keine Rolle. «Es ist eine Frage der Qualität und nicht des Alters.»

Ein Ausnahmetalent mit grosser Karriere vor sich

Gar nicht überrascht vom starken Auftritt des FCB-Mittelfeldspielers, der auch vor einer Woche im Champions-League-Spiel gegen Manchester United (3:3) auftrumpfte, war Ottmar Hitzfeld. «Granit hat schon gegen England gross aufgespielt. Im Wembley war er sogar fast noch besser», so Hitzfeld. «Er ist extrem reif und besticht mit hoher Spielintelligenz. Er ist ein Ausnahmetalent, das eine grosse Karriere vor sich hat.»

Hitzfeld vertraut in seinem Aufgebot für die anstehenden Spiele gegen Wales und Montenegro auf jene Spieler, die zuletzt gegen England und Bulgarien dabei waren. Einzige Ausnahme ist FCZ-Verteidiger Ricardo Rodriguez. «Es hat ja keinen Grund gegeben, viel zu verändern», so der Lörracher. Deshalb kann man wohl davon ausgehen, dass Hitzfeld auch weiter auf seinen jungen Spielmacher setzen wird. Aufschluss werden die vier Trainingseinheiten geben, die von Dienstag bis Donnerstag vorgesehen sind.

Das Risiko, «verheizt» zu werden

Dass dem erst 19-jährigen Xhaka, der im Sommer auch mit der U21-Nati die EM in Dänemark bestritten hat, nicht zu viel Last auf die Schultern geladen wird und er mit Einsätzen im Klub und in den Auswahlen nicht «verheizt» wird, dafür sorgt FCB-Trainer Thorsten Fink. «Bei mir in Basel erhält Granit die nötigen Pausen.» Was Fink aber nicht gut findet, ist, dass Xhaka in der U19, in der U21 und auch in der A-Nati spielen soll. Der Bebbi soll in Zukunft nicht in jeder Auswahl «aushelfen» müssen. «Für mich ist Granit ein A-Nationalspieler und in der A-Nati soll er auch spielen.» Dieses Thema habe Fink mit Ottmar Hitzfeld schon besprochen und man sei sich einig.

(ete)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ich weiss am 05.10.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig..

    praktisch jede Nationalmannschaft besteht mittlerweile aus verschiedenen Kulturen, man beachte Deutschland, England, Frankreich und andere grosse Fussbalnationen.! Kommentare zu der Herkunft von Xhaka und anderen "schweizer"spielern mit Migrationshintergrund sind unnötig.

  • FCBFan am 04.10.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Talent!

    Granit Xhaka spielt gut,kommt aus Kosovo und sieht super aus was will man mehr? ;)

  • Paul Wand am 04.10.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    keine Angst

    Ich finde es schön dass sich die Menschen Gedanken drumm machen, ob man einen talentierten Speiler verheizen kann. Da gibt es ja Beispiele wie Deissler bei Bayern, dem der ganze Druck zu viel wurde (obwohl sich Bayern gut um ihn gekümmert hat). Es gibt aber auch genügend Fälle wo der Spieler in jungen Jahren schon die Reife für grosse Verantwortung besass. (Özil, Schweinsteiger). Ich finde man soll den Jungen auch mal etwas zumuten. Vieleicht haben wir dann wirklich einmal ein internationales Talent hervor gebracht...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ich weiss am 05.10.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    unnötig..

    praktisch jede Nationalmannschaft besteht mittlerweile aus verschiedenen Kulturen, man beachte Deutschland, England, Frankreich und andere grosse Fussbalnationen.! Kommentare zu der Herkunft von Xhaka und anderen "schweizer"spielern mit Migrationshintergrund sind unnötig.

  • FCBFan am 04.10.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    Talent!

    Granit Xhaka spielt gut,kommt aus Kosovo und sieht super aus was will man mehr? ;)

  • Simon am 04.10.2011 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball

    Auch Schweizer lernen hier Fussball spielen, nur sind sie tortzdem nicht so gut wie viele Ausländer, in diesem Fall Kosovaren. Daher verdienen sie schon ein bischen Respekt für ihre Leisungen, denn sie spielen für die Schweiz.

    • Meli am 04.10.2011 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau :)

    einklappen einklappen
  • Paul Wand am 04.10.2011 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    keine Angst

    Ich finde es schön dass sich die Menschen Gedanken drumm machen, ob man einen talentierten Speiler verheizen kann. Da gibt es ja Beispiele wie Deissler bei Bayern, dem der ganze Druck zu viel wurde (obwohl sich Bayern gut um ihn gekümmert hat). Es gibt aber auch genügend Fälle wo der Spieler in jungen Jahren schon die Reife für grosse Verantwortung besass. (Özil, Schweinsteiger). Ich finde man soll den Jungen auch mal etwas zumuten. Vieleicht haben wir dann wirklich einmal ein internationales Talent hervor gebracht...

  • BMW M5 am 04.10.2011 11:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kosovaren für die Schweizer-Nati

    Ich kann nur sagen super Leistung von Granit Xhaka. Die Schweiz soll den Kosovaren danken, dass sie solche Talente auf die Welt bringen, die für die Schweiz spielen. Nicht nur Xhaka ist ein super Spieler, sondern auch Xherdan Shaqiri, Admir Mehmedi usw... Daher denke ich das die Schweiz mit Ihren Multi-Kulti und jungen Spielern sehr viel erreichen wird !;D

    • Mathias am 04.10.2011 11:48 Report Diesen Beitrag melden

      hopp hopp

      yeah! ist so! Auch mir gefallen die jungen SCHWEIZER denn sie sind es, sonst dürften sie nicht in dieser Mannschaft spielen. Es lebe die Durchmischung!

    • Ueli Bingisser am 04.10.2011 12:02 Report Diesen Beitrag melden

      Vielfalt

      Ganz deiner Meinung auch wenn es viele gute "schweizer" spieler gibt, die mit migrationshintergrund bringen die nötige würze ins spiel. Und schlussendlich tragen sie ja alle das Trikot der Schweizer Nationalmannschaft ;)

    • Fc Basel U21 am 04.10.2011 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      Nix Kosovo

      Das hat nix mit Kosovaren zu tun!!! Granit Xhaka hat in der Schweiz gelernt zu Fussball spielen und wurde auch hier erfolgreich. Eure unnötigen Kommentare von wegen wir sollen den Kosovaren danken, tut nix zur Sache!

    • hopp schweiz!! am 04.10.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

      nur weiter so!

      @BMW: haha, ja du hast voll recht! @ Fc Basel: aber wenn das deiner Meinung nach nicht stimmt, wieso reagierst du dann so aggresiv? ;)

    • Max Steffen am 04.10.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

      BMW M5 hat recht!

      und wie! seid doch ehrlich, diese Nati wäre nie so gut ohne die Kosovaren und restlichen Secondos! Diese Leute haben eben Talent und Willen, was dein "Eidgenossen" fehlt. Zu sagen, sie wurden hier ausgebildet, ist nur die halbe Wahrheit. Die richtigen "eidgenossen" wurden ja auch hier ausgebildet, und nur wenige spielen in der Nati oder im Ausland. Schweizer sind gut für Schneesport, aber den Rest muss mann den Secondos überlassen, die machen das besser!

    • Paul Wand am 04.10.2011 13:31 Report Diesen Beitrag melden

      Na ja...teilweise.

      Ich stimmer dir zu (FC Basel) dass sein Talent zum grössten Teil mit der guten Ausbildung bei Basel zu tun hat. Selbst du musst aber zugeben dass es schon auffallend viele Talente aus dem Balkan gibt. (Xhaka, Shaqiri, Dzemaili, Abrashi, Behrami, Mehmedi...etc). Kann es nicht sein, dass diese Jungs einfach den unbedingten Willen und das Selbstbewusstsein haben, welches den Schweizern ohne Migrations-Hintergrund fehlt? Wobei gesagt werden muss dass andere Spieler durch ihre Disziplin und Aufopferung auffallen. Da sind wir wieder am Anfang. MultiKulti ist das Rezept, auch ausserhalb des Fussballs

    • D. A. am 04.10.2011 14:09 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Talent

      auch tausend echte schweizer trainieren in der schweiz und sind trotzdem nicht so gut wie granit, xherdan, admir, eren, gökan, philipe, valon, johan, innocent und viele die noch nachkommen... man braucht auch talent das man nicht lernen kann, das habt ihr nicht... ich habe noch ivan und mladen vergessen, die verlorenen söhne :)

    • ilir am 04.10.2011 14:11 Report Diesen Beitrag melden

      einverstanden

      bin mit fc basel einverstanden. aber dann sollten die kriminellen kosovaren, die hier geboren sind, auch als schweizer zählen. das hat ja nach deiner meinung auch nichts mit kosovaren zu tun. sie haben es ja schliesslich hier gelernt:)

    • Benjamin am 04.10.2011 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Hammer

      @ Ilir : mit deiner Meinung hast du es auf dem Punkt gebracht. Die Schweiz will nur das "Gute" hier haben und nennen es dann Ihr eigenes "Produkt" und wenn was schlechtes dabei ist, dann nichts wie weg damit. Aber hier geht es ja um das Talent von Xhaka...Hammer Junge der die Schweiz noch weit bringen wird!!

    • Paul Wand am 04.10.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

      guter Gedankengang...

      @Ilir: haha, toller Gedankengang, habe ich gar nicht so ausgelegt. aber eigentlich richtig von dir. vieleicht ein tick zu politisch ;-)

    • hans nötig am 04.10.2011 16:23 Report Diesen Beitrag melden

      clubs

      vielleicht wollen viele "richtige" schweizer auch gar nicht fussballspielen weil alle clubs überfüllt mit spielern aus dem balken sind :)

    • was solls am 04.10.2011 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      Von tolerant langsam nach rechts..

      1.)Gibt noch mehr Sportarten als nur Fussball... 2.)Hoffe, eure Welt besteht nicht nur aus Sport, oder werden die Löhne auch von den Herren Fussballern bezahlt??

    einklappen einklappen