Bundesliga

30. September 2019 16:57; Akt: 30.09.2019 22:14 Print

Das macht den SC Freiburg so stark

von Kay Voser - Mit einem Punkt Rückstand auf die Bayern stehen die Freiburger überraschend auf Platz drei. Trotzdem bleiben sie bescheiden.

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Es ist eine dieser Szenen, die so simpel aussehen. Ein Tor so schlicht, wie genial. In hohem Tempo rennt Luca Waldschmidt in der 81. Minute auf die Viererabwehr der Fortuna Düsseldorf zu. Mit einer Richtungsänderung lässt er seinen Gegenspieler stehen und anschliessend ins Leere grätschen. Entgegen seiner Laufrichtung zieht der 23-jährige mit seinem starken linken Fuss voll durch. Es ist das siegbringende 2:1 für den SC Freiburg, der Überraschungsmannschaft der Bundesliga.

Das Tor kann als Sinnbild für den Aufschwung gesehen werden. Denn was die Mannschaft von Trainer Christian Streich diese Saison zeigt, ist schnörkellos und effizient. Die Freiburger finden aus einer gut organisierten Abwehr heraus immer wieder den Weg in den Angriff und spielen sich in aussichtsreiche Abschlusssituationen. «Wir finden momentan ein gutes Gleichgewicht zwischen Offensive und Defensive», sagte Captain Christian Günter nach dem Spiel in Düsseldorf, «wir stehen stabil, und die Mentalität stimmt zu einhundert Prozent.»

Auch bei Luca Waldschmidt. Anstatt zu schmollen, weil er die letzten drei Spiele nicht in der Startformation stand, zeigte der Angreifer nach seiner Einwechslung, wozu er fähig ist und verhielf den Freiburgern mit seinem vierten Saisontor zum dritten Auswärtssieg. Den Teamgedanken streicht auch Günter nach dem Spiel in Düsseldorf hervor: «Es ist für einige echt nicht so einfach, wenn man Luca heute zum Beispiel sieht. Aber es kommt nicht auf Einzelne an, nur auf die Mannschaft.»

Mit Dortmund wartet der erste Prüfstein

Nach sechs Spieltagen steht der SC Freiburg mit 13 Punkten auf Rang drei hinter dem punktgleichen RB Leipzig – nur einen Zähler hinter Leader Bayern München. Es ist der beste Saisonstart in der Geschichte des Clubs und die höchste Tabellenplatzierung seit August 2000, als sie nach dem ersten Spieltag als Tabellenführer sogar mal ganz oben standen. Überbewerten wollen die Freiburger ihren guten Start in die neue Bundesligasaison jedoch nicht: «Das nehmen wir jetzt mal als schöne Momentaufnahme», meinte Günter, verwies aber schelmisch auf das nun folgende «Spitzenspiel gegen Dortmund» am kommenden Wochenende. Coach Streich hingegen versuchte alles, was auch nur entfernt auf eine Euphorie hindeutete, zu ersticken: «Es ist schön, dass wir schon einige Punkte Vorsprung auf den drittletzten Platz haben. Und nur das zählt in Freiburg.»

Geht der Höhenflug der Breisgauer in ähnlichem Stile weiter, dürften wohl bald auch die eigenen Ansprüche steigen. Ein erster Gradmesser wird das Heimspiel vom Samstag sein. Mit Borussia Dortmund wartet die erste Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte auf die Freiburger. Als leichte Aufgabe können aber auch die bisherigen Gegner Mainz, Paderborn, Köln, Hoffenheim, Augsburg und Düsseldorf nicht abgetan werden, findet Freiburg Co-Trainer Florian Bruns: «Das waren zum Auftakt fast alles direkte Konkurrenten und überhaupt keine einfachen Spiele, sagte er gegenüber dem «Tagesspiegel».

Der 40-Jährige, der früher selbst für den SC Freiburg gespielt hatte, sieht als Grund für den guten Saisonstart, dass fast das gesamte Team zusammengeblieben ist und kein Leistungsträger abgegeben werden musste. Dem «Tagesspiegel» sagte er: «Mit der Truppe können wir da weitermachen, wo wir letzte Saison aufgehört haben.»

«Unsere Wäschefrau gehört dazu, wie jeder Spieler»

Den Grundstein für den jetzigen Erfolg legte Christian Streich. Er ist der dienstälteste Trainer in der Bundesliga. Seit 2012 ist er im Amt. 2015 stieg er mit dem Verein in die zweite Bundesliga ab und schaffte den sofortigen Wiederaufstieg im Folgejahr. Mike Frantz, der seit 2014 unter Streich spielt, hebt besonders die akribische Arbeit des Trainers hervor: «In Freiburg habe ich erst angefangen, Fussball zu verstehen. So viele Videoanalysen, in denen dir jeder Fehler aufgezeigt wird, hatte ich nie.»

Die grösste Stärke von Christian Streich ist jedoch seine bodenständige und freundliche Art, die sich wohl auch auf die Mannschaft und die Mitarbeiter im Verein überträgt. Das Wir-Gefühl wird in Freiburg gross geschrieben: «Unsere Wäschefrau gehört dazu, wie jeder Spieler», sagte Frantz gegenüber der «Bild»: «Sie ist auch mal bei uns in der Kabine, in Freiburg ist das stinknormal.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pitri am 30.09.2019 22:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Das freut mich für den SCF, ein Symphatischer Verein, mit einem tollen Trainer und Fans. Bin schon einige Spiele schauen gegangen. Immer eine tolle Atmosphäre.

  • Bernerfussballfan am 30.09.2019 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    SC Freiburg

    Toll wie sie sich diese Saison präsentieren. Mit dem sympathischen und besten Trainer der Bundesliga wünsche ich Ihnen das sie bis zu Saisonende vorne dabei sind. Super FC Freiburg.

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  • Igorius Nizius am 30.09.2019 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiburg sackstarck!

    Das ist ein absoluter Vorbildsverein. Respekt vor der Leistung die Sie abrufen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas Müller am 01.10.2019 16:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfaches programm

    ich gönne es dem SCF aber man muss auch sehen dass sie ein "leichtes" Startprogramm hatten. Es sind umso wichtigere punkte im Kampf um den Ligaerhalt.

    • Thomi am 01.10.2019 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lukas Müller

      Soso, leichtes Programm! Schein so, als ob Sie keine Ahnung haben und das ganz viel!

    • Lukas Müller am 01.10.2019 17:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Thomi

      sie hatten noch gegen kein gegner in der oberen tabellenhälfte ;) klar gibts in der BuLi keine ainfache Gegner aber es gibt schwächere und bessere :)

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  • Samanta am 01.10.2019 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Guter SCF

    Sehr unheimlich stark , bescheiden und clever bisher. Mag es dem SCF mit Streich gönnen, darf ruhig so weiter laufen wie bisher.

  • Toni Lötscher am 01.10.2019 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Freiburg

    Ich habe diesen Trainer Christian Streich ein paar Mal in einem Interview gehört. Er ist bodenständig, ehrlich und bescheiden. Hopp Freiburg.

    • Dani am 02.10.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Toni Lötscher

      Streichs Interviews sind die besten. Er sagt auch klipp und klar, in einem sarkastischem Unterton, wenn ihm einSpiel nicht gefallen hat. Dafür feiere ich ihn und hoffe, dass er mit dem SC weiter oben mitspielen kann.

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  • unglaublich am 01.10.2019 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Eintagsfliegen. Wer interessiert sich schon für die BL ausser vielleicht der Deutschsprachige Raum ? Niemand !

    • Remo Berg am 01.10.2019 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      glaublich

      1 Mrd. Menschen in 211 Ländern. Die interessieren sich für die Bundesliga. Unglaublich, oder?

    • unglaublich am 01.10.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

      aber wahr

      @Remo Berg....Das sind vielleicht deine eigene Statistiken oder die von der Deutschen Zeitschrift Kicker wie immer zu parteiisch. Tatsache ist aber:1.Premier League 2. Primera Division 3.Serie A 4. Deutsche Bundesliga. In den Internationalen Medien liest man kaum über die BL ausser in Mallorca vielleicht etwas über die Bayern od BVB. Es hat auch keine Stars in der BL kein Wunder interessiert sich niemand.

    • ddgg am 01.10.2019 17:35 Report Diesen Beitrag melden

      @unglaublich

      Und das ist auch gut so! Gerade Vereine wie Freiburg, Mainz usw. leben doch von der Nähe zu den Fans, von der Verwurzelung in der Gegend. Da werden Traditionen gelebt die überdauern! Der ganze Rest soll doch jetzt Man City nachrennen (nachdem sie ein paar Jahre für Chelsea gefiebert haben) oder im 3-Jahres-Turnus von Barca zu Real und zurück wechseln. Bin überhaupt kein Freiburg Fan, aber finde es immer wieder geil was und wie die das machen.

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  • Hobbit am 01.10.2019 07:47 Report Diesen Beitrag melden

    Super Einstellung

    Es ist immer schön zu sehen, wenn ein Club an einem Trainer festhält. Auch wenn es rauf und runter geht, Abstieg und Wiederaufstieg. Der Trainer bleibt. So kann ein Trainer arbeiten und etwas langfristiges aufbauen.