Martin Ödegaard

10. Januar 2017 21:17; Akt: 10.01.2017 21:37 Print

Der «nächste Messi» ist tief gefallen

Bei Real Madrid ist Jungstar Martin Ödegaard (18) vorerst gescheitert. Nun nimmt er in der niederländischen Provinz einen neuen Anlauf.

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Der SC Heerenveen ist nicht gerade der Verein, dessen Name das Herz des gemeinen Fussballliebhabers höherschlagen lässt. Nicht einmal in den Niederlanden ist der Club aus der Provinz Friesland eine grosse Nummer. Meistertitel: Fehlanzeige. Der Gewinn des holländischen Cups 2009 ist der bislang mit Abstand grösste Vereinserfolg.

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Bekannter ist Heerenveen als Eisschnellauf-Mekka. Und just dort will das einst hoch gelobte Wunderkind Martin Ödegaard nach der Ausleihe von Real Madrid (Vertrag bis 2021) nun seine schwer ins Stocken geratene Karriere neu lancieren und versuchen, nicht erneut aufs Glatteis zu geraten.

«Für meine Entwicklung ist das der beste Schritt»

«Sie wollen mich als Spieler weiterbringen, deshalb bin ich hier. Für meine Entwicklung ist das der beste Schritt», erklärte der Norweger am Dienstagmittag bei seiner Vorstellung. Heerenveen hat den 18-Jährigen bis Juni 2018 an sich gebunden.

Vor drei Jahren wurde Ödegaard von den Topclubs Europas gejagt. Auf dem Preisschild wurde er als der «nächste Lionel Messi» angepriesen. Das Rennen machte schliesslich Real Madrid. 2015 wechselte das Ausnahmetalent von seinem Heimatclub Strömsgodset zu den Königlichen. Dort durfte es zwar täglich mit den Stars trainieren, kam jedoch bis auf zwei Ausnahmen nur beim Drittliga-Reserveteam zum Einsatz.

Bei Real chancenlos, in Norwegen zurück zur U21

«Ich hatte eine wirklich gute Zeit bei Real. Aber wie Sie wissen, ist es sehr schwierig, dort viel zu spielen. Es ist die beste Mannschaft der Welt», sagte Ödegaard. Verschiedentlich wurde bemängelt, dem Juwel würden noch die körperlichen Voraussetzungen fehlen, um sich im Erwachsenen-Fussball auf Topniveau durchsetzen zu können. Der heutige Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, während dessen Amtszeit Ödegaard nach Madrid gewechselt war, bezeichnete den Transfer wenig moderat als «reine PR».

Denn nicht nur bei den Königlichen tat sich das Talent schwer. Ödegaard verlor auch seinen Platz im derzeit darbenden norwegischen Nationalteam, kam seit der verlorenen EM-Barrage gegen Ungarn im November 2015 nicht mehr zum Einsatz und wurde in die U21-Auswahl zurückgeschickt. Im August 2014 war der Mittelfeldspieler im Alter von 15 Jahren und 253 Tagen noch euphorisch als jüngster norwegischer Nationalspieler der Geschichte gefeiert worden.

«Das Wunderkind ist etwas für die Medien»

Zuletzt schien bei Ödegaard alles schiefzulaufen. Liegt es daran, dass er bereits hochgejubelt wurde, als er noch ein halbes Kind war? «Es gab viel zu viel Gerede um ihn. Das hat wohl etwas dazu beigetragen, dass es nicht wie erhofft lief», bemängelt die norwegische Trainerlegende Egil Olsen.

Ödegaard selber sagte bei seiner Vorstellung in Heerenveen, angesprochen auf seinen Status als Wunderkind: «Das ist etwas für die Medien. Ich sehe mich selbst als ganz normalen Jungen. Es macht mir nichts aus, wie andere mich nennen.»

Ein ganz normaler Junge, der Fussball spielt, kann Martin Ödegaard aufgrund seiner Vorgeschichte schon lange nicht mehr sein. Und ob er je ein ganz Grosser wird, scheint ungewisser denn je.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mr. BVB am 10.01.2017 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Karriereplanung

    Die jungen lassen sich von versprechen der Grossen Klubs einlullen. Ihre Manager schauen nicht was das beste für ihre Spieler ist. Sie schauen nur was für sie selber am meisten einbringt. Warum geht ein Guerrero & dembele nicht zu Barca, Real, Bayern & co? Weil das ihrer Karriere schaden würde. Der Junge soll jetzt erst einmal viele Spiele machen können & sich weiter entwickeln. Vielleicht schafft er es in 4-5 Jahren in eine Topp Mannschaft.

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  • Jokiru am 10.01.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fehlentscheidung

    Er hätte zu dieser Zeit noch nicht wechseln sollen, er hätte warten sollen. Man hat es bei Shaqiri gesehen als er zu Bayern München ging. Er hatte wenig Einsatzminuten, meist im Cup in den Anfangsrunden. Hätte er bis 19 gewartet und dann zu einem Premier League Team gewechselt welches nicht mit Geld um sich geworfen hätte, wäre er zum Einsatz gekommen und hätte sich verbessern können. Mit 22 hätte er dann zu einem grösseren Club wechseln könne. Aber man wird jetzt dann sehen wie er sich machen wird.

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  • Experte am 10.01.2017 21:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur

    Er ist nicht der einzige. Mit Alen Halilovic (Kroatien, spielt zur Zeit beim Hamburger SV) ist fast das genau gleiche passiert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fussball Narr am 12.01.2017 08:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ruhig anfangen

    Viel Spieler wechseln zu schnell in einen der 5 Top-Clubs. Sieht man auch bei Renato Sanches. Embolo macht es genau richtig zuerst zu einem Mittleren Club wechseln und dann von dort aus mit 21-22 zu den Grossen.

  • Mr. Himself am 11.01.2017 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wow, was für ein slechtes Artikel...

    Pffff, er ist gerade 18 Jahre alt! In Heerenveen haben auch Spieler wie Huntelaar, Tomasson, Dost, Finnbogason und Van Nistelrooy sich können entwickeln. Mal wieder schauen wenn er 20 ist oder so.. Gescheitert ist eher der Typ wer dieses Stuck geschrieben hat.

  • Nachbar am 11.01.2017 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ähm,

    dass der «nächste Messi tief gefallen ist, wusste man doch schon, seit er bei den Bayern aussortiert wurde. Hehehe.

  • P.Rohrman am 11.01.2017 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    Kennt den FC SG noch nicht ?!

    Der Ärmste kennt noch nicht den FC St.Gallen ! Da würde er wahrscheinlich bereits nach den ersten Spielen und Toren der Beste sein , auch ohne Training !

  • Z. Zizou am 11.01.2017 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gescheitert

    Dieser Titel stimmt überhaupt nicht - Ödegaard ist bei Real Madrid nicht gescheitert, es war von Anfang an geplant, dass er bei der Castilla (2. Mannschaft von Real Madrid) spielt und ab und zu mit der 1. Mannschaft trainiert. In der Castilla hat er sich zu einem Leistungsträger entwickelt und ausserdem konnte er, wie er es bei seinem Wechsel zu Real auch gesagt hat, im Training "von den Besten lernen". Dass Real ihn früher oder später ausleihen würde, um Spielpraxis in einer höheren Liga zu sammeln, war von Anfang an klar; in ein paar Jahren kommt er hoffentlich zurück und schafft den Sprung!

    • LV17 am 13.01.2017 15:42 Report Diesen Beitrag melden

      Guter Beitrag

      Einer der es kapiert hat. Danke für den Beitrag ZZ

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