Marcel Koller

24. August 2019 09:26; Akt: 24.08.2019 09:55 Print

«Es hätte schlimmer ausgehen können»

von Eva Tedesco - Eine Woche nach seinem Velo-Unfall spricht der Trainer des FC Basel über den Schock, die Folgen, den Alltag mit der verletzten Schulter und warum er derzeit nur zurückhaltend jubelt.

So schildert FCB-Trainer Marcel Koller seinen Velo-Unfall und wie er im Alltag mit den Folgen umgeht. (Video: Tamedia)
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Marcel Koller wird neuerdings auf dem Traktor ins Training chauffiert und fährt die kurze Strecke nicht mehr mit dem Velo. Aber zumindest ist der FCB-Coach nach seinem Bike-Unfall seit Dienstag wieder bei der Mannschaft. Und er wird die Basler am Samstag auch beim Gastspiel in Neuenburg (19 Uhr) wieder coachen – wenn auch ein wenig handicapiert.

Letzten Freitag, am Abend vor dem Cupspiel gegen Pully (4:1), gönnte sich der Zürcher ein wenig Freizeit und schwang sich auf sein Mountainbike. Er wollte in der Region biken. Bei der Abfahrt von einer Anhöhe passierte es: In der Nähe einer Grillstelle zerfetzten Glasscherben die Reifen an Kollers Bike. Der FCB-Trainer: «Ich war mit rund 30 oder 40 Stundenkilometern unterwegs als der Vorderreifen platzte und ich seitlich stürzte.» Koller trug Schürfwunden davon, Prellungen an der linken Hüfte («sie ist noch beleidigt»), das Schultereck-Gelenk ist ausgekugelt, das Schlüsselbein angehoben und drei Bänder kaputt.

Und trotzdem hatte Koller Glück im Unglück wie er am Freitag selber sagt. An der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Xamax genau eine Woche nach dem Sturz hat der Cheftrainer den linken Arm noch in der Schlinge. Es sei zwar Spekulation, aber «es hätte viel schlimmer ausgehen können», sagt er. Wenn er zum Beispiel nicht in der Mitte der Strasse gestürzt wäre, sondern am Strassenrand in einen Graben oder in den Wald. Oder weiter oben an der Strecke, wo es Autoverkehr habe und es leicht zu einer Frontalkollision hätte kommen können. Zudem trage er immer einen Helm. So auch an jenem Freitag. Dieser habe ihn vor einer schlimmen Kopfverletzung bewahrt. Koller: «Ich bin mit dem Kopf voran gelandet. Den Helm kann ich nicht mehr gebrauchen, der ist gerissen.»

Nerviger Alltag

«Ich habe Schmerzen, aber wir haben zusammen mit dem Arzt entschieden, vorderhand nicht zu operieren, weil ich im dritten Grad von vier bin. Im vierten wäre das Schlüsselbein auch gebrochen und dann müsste ich operieren», so Koller. «Aktuell wäre eine OP auch zu gefährlich, weil ich Schürfwunden habe, und damit ist eine Infektionsgefahr zu gross. Ich bekomme Schmerzmittel und die Schulter ist in einer Schlinge ruhig gestellt. Es braucht Zeit, bis eine Therapie begonnen werden kann. Und wenn alle Stricke reissen und es nicht heilt, könnte man auch noch zu einem späteren Zeitpunkt operieren, sagt der Arzt. Ich hoffe jedoch, dass es auch ohne Operation geht.»

Im Alltag komme er zurecht, aber es brauche einige Anpassungen. Zum Beispiel kann der 58-Jährige nicht Autofahren, muss sich chauffieren lassen. «Man passt sich an. Und vieles macht meine Frau für mich. Schlafen kann ich auf der rechten Seite oder auf dem Rücken, das geht ganz gut», erzählt Koller aus seinen Alltag weiter, «aber man braucht für alles doppelt so lange und das ist manchmal etwas nervig.»

Training von aussen

Wie sieht es im Traineralltag aus? Auf dem Platz haben seine Assistenten das Training für den Cheftrainer übernommen. Nach der Ansprache vor der jeweiligen Einheit steht Koller am Rand des Trainingsfeldes – möglichst weit weg vom Geschehen – und beobachtet nur. Ab und zu ruft er einen Spieler zu sich, um sich mit ihm zu besprechen oder ihm etwas zu erklären. Aber immer ausserhalb der Schusslinie. «Eine reine Vorsichtsmassnahme, damit ich keinen Abpraller oder Schuss abbekomme, weil ich nicht schnell reagieren kann. Ich kann im Moment nicht so schnell ausweichen. Darum ist es besser, wenn ich von aussen zusehe und korrigiere», sagt der FCB-Trainer.

Nachdem er das Cupspiel in Pully letzten Samstag nur am Liveticker verfolgen konnte, steht er am Samstag auf der Maladière wieder an der Seitenlinie. Der FCB geht gegen Xamax als Favorit in die Partie. Aber kann Koller überhaupt bei einem allfälligen FCB-Tor jubeln? «Das geht!» sagt Koller und zeigt umgehend mit der gesunden rechten Hand vor, wie er eine Siegerfaust macht. Dann lacht er und fügt an: «Aber ich schaue, dass mir niemand auf die Schulter klopft.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Da aani am 24.08.2019 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jesses Gott

    Schlimm, egal wer es ist aber sowas wünscht man keinem! Gueti Besserig Herr Koller!

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  • Zer Brechlich am 24.08.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nun ruht wieder die ganze

    Verantwortung auf seinen Schultern. ob das gutgehen kann...?

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  • MPA am 24.08.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald noch Nackenprobleme

    Herr Koller... wenn sie so, wie bei der Pressekonferenz, die Armschlinge tragen dann haben sie bald noch Nackenschmerzen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nurmal Soh am 27.08.2019 11:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu bequem

    Fahrräder weg und Joggen! Gemessen an den Leistungen, kann das Team ein zusätzliches Konditionstraining gut gebrauchen.

  • Leser am 24.08.2019 13:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheit für ALLE

    Gut dass es Ihn besser geht. Eine vollkommene Genesung wünsche ich allen lädierten.

  • Sulejka am 24.08.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso ständig verletzende Kommentare schreiben daz

    Mich würde brennend interessieren, wieso hier Nobody's nur stänkern, verletzen und Fehler suchen bei Marcel Koller? Was hat er Euch getan, dass man dermassen vernichtend schreibt? Wer nicht interessiert ist an dem was vorgefallen ist sollte auch keinen blöden Kommentar dazu abgeben.

  • Rolf am 24.08.2019 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    er operiert?

     "und dann müsste ich operieren», so Koller." Was für ein Selfmademan! Der lässt sich nicht operieren, der würde das glatt selber machen. Oder wieder nur so ein Schweitzer der kein Deutsch kann und mit der Passivform nicht zurecht kommt?

    • Sulejka am 24.08.2019 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      So sprechen Schweizer wenn sie operiert werden müssen, auch wenn der oder diejenige kein Arzt ist so sagt man im Volksmund i muess go operiere was also passt Ihnen nicht an dieser Aussage? Oder sollte ich besser fragen, was hat Ihnen Marcel Koller getan dass Sie so beleidigend schreiben? Ball flach halten bitte!

    • Kubi am 24.08.2019 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      Ach, wieviele Deutsche beherrschen ihre "ureigenste" Sprache nicht. Ich nerve mich z.B. regelmässig über die häufige Verwendung von "einzigste" durch Deutsche. Sprachlich korrekt kann"einzig" nämlich nicht gesteigert werden. PS: ... korrekt schreibt man übrigens "Schweizer"

    • Do it yourself am 24.08.2019 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      Chuck Norris wurde schon x-Mal operisrt und zusammengeflickt. die Schweizer operieren sich selber!

    • Zampatd am 12.09.2019 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      @Rolf

      dass man(n) immer so belehrend sein muss. In Der Schweiz werden Dialekte gesprochen und nicht das sogenannte Hochdeutsch, ich habe Marcel Koller verstanden. (Punkt)

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  • Fendt Farmer am 24.08.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bauernverein Basel

    Mit dem Traktor? Habs schon immer gewusst, der FC Bisel ist ein Bauernverein. Gerade erst kürzlich habe ich Stelli beim "Bschütten" gesehen.