Super und Challenge League

11. Oktober 2019 19:56; Akt: 11.10.2019 21:30 Print

Der Einheitsball rollt bald auch in der Schweiz

von E. Tedesco - Ab der kommenden Saison wird in den beiden höchsten Spielklassen ausschliesslich mit dem Molten-Ball gespielt.

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«Die Einführung des einheitlichen Matchballs ist eine Premiere in der Geschichte des Schweizer Fussballs», sagt Claudius Schäfer, CEO der Liga. Die Gründe für die Einführung sind die sportliche Fairness, der einheitliche Auftritt und die wirtschaftlichen Vorteile für die Clubs. «Mit dem Einheitsball schaffen wir ausgeglichene Bedingungen für alle. Vor allem die Torhüter hatten mit der Bälle-Vielfalt zu kämpfen, da jeder Ball unterschiedliche Flugeigenschaften besitzt», sagt Adrian Knup, Chief Sports Officer der SFL. Die Ausschreibung gewann die japanische Firma Molten. Der Vertrag gilt ab Sommer 2020 und wurde über drei Jahre abgeschlossen. Molten wird für die Schweizer Vereine ein Ballmodell liefern, dessen Qualität und Verarbeitung dem offiziellen Molten-Spielball der Europa League entsprechen. Zusätzlich erhält der offizielle Matchball der SFL ein individuelles Schweizer Design. Nationalmannschaftsgoalie Yann Sommer sagte schon 2014: «Man gewöhnt sich an unterschiedliche Bälle, aber ein Ligaball würde uns das Leben einfacher machen.» Die Nationalmannschaft rüstet seit Jahren Puma aus. In Deutschland spielt die Schweizer Nummer 1 derzeit mit dem Ligaball von Derbystar, der den Adidas-Ball ablöste. In der Schweiz werden bisher Matchbälle unterschiedlicher Ausrüster verwendet. Der FC Sion und der FC Lugano haben als Ballausrüster Molten. Die Young Boys vertrauen auf die Eigenschaften eines Nike-Balls. Basels Kemal Ademi schiesst seine Tore im heimischen St.-Jakob-Park mit Adidas-Bällen. Noah Okafor kämpft in St. Gallen gegen Verteidiger Leonidas Stergiou um ein Spielgerät der Marke Jako, Ausrüster der Ostschweizer. Christian Fassnacht jubelte zuletzt gegen den FC Zürich über einen Doppelpack. Vielleicht auch, weil ihm die Eigenschaften des Nike-Balles aus Bern vertraut sind.

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Sie erfüllen alle die Fifa-Normen, aber dennoch unterscheiden sie sich doch in ihren Eigenschaften. Der eine flattert mehr, der andere weniger. Einer ist glatt, der andere hat eine raue Oberfläche, unterscheidet sich in Gewicht und Beschaffenheit und beschreibt dadurch eine andere Flugbahn. Für die Torhüter ist die Umstellung auf Spielgeräte unterschiedlicher Hersteller nicht immer einfach. Und auch die Freistossspezialisten mit feiner Technik müssen sich stets arrangieren.

In England, Spanien und Italien wird längst mit einem einheitlichen Spielball gespielt. In Deutschland präsentierte die Deutsche Fussball Liga (DFL) 2010 den ersten offiziellen und einheitlichen Ball. «Ich glaube, dass wir damit ein Stück Wettbewerbs-Gleichheit herstellen», sagte der damalige DFL-Präsident Reinhard Rauball. Was in der Bundesliga längst erfolgreich praktiziert wird, führt zehn Jahre später die Swiss Football League (SFL) als Premiere ein: Ab der Saison 2020/21 rollt auch in der Super- und Challenge League der Einheitsball los.

Ball mit Schweizer Design und Europa-League-Qualität

Die Ausschreibung der Liga gewann die japanische Firma Molten, die bereits heute den FC Sion und den FC Lugano ausrüstet. Molten wird für die Schweizer Clubs ein Modell liefern, dessen Qualität und Verarbeitung dem Molten-Ball der Europa League entspricht. Der offizielle Matchball erhält ein individuelles Schweizer Design. Der Vertrag mit Molten läuft über drei Saisons. Die Clubs sowie die Liga erhalten neben den Matchbällen auch Winterbälle und Replikas in ausreichender Anzahl für eine Saison.

«Die Einführung des einheitlichen Matchballs ist eine Premiere in der Geschichte des Schweizer Fussballs», sagt Claudius Schäfer und spricht von einem grossen Schritt. Der CEO der SFL weiter: «Wir sind stolz, dass sich alle 20 Klubs für die zeitgleiche Einführung im Sommer 2020 ausgesprochen haben.» Selbstverständlich ist diese übereinstimmende Einigung nicht. Denn die Clubs mussten bestehende Verträge mit ihren Ausrüstern nach- oder neu verhandeln und diese ohne Ball neu abschliessen.

Millionendeals - aber nicht in der Schweiz

In Europa ist die Ausklammerung des Balls in den Ausrüsterverträgen bereits die übliche Praxis. Die Premier League kassiert als Ball-Marktführer pro Saison kolportierte sieben Millionen Euro von Nike, der die englische Liga seit 20 Jahren beliefert und die aktuell mit dem Modell Hi-Vis Merlin spielt. Der amerikanische Hersteller stellt auch für die Serie A und noch für La Liga den offiziellen Spielball. Allerdings werden die Spanier nach 23 Jahren auf die Saison 2020/21 zu Puma wechseln. Der Verband soll fünf Millionen Euro dafür erhalten.

In dieser Höhe schätzt man auch die Einnahmen beim DFB, nachdem die langjährige Liason mit Adidas zu Ende ging und Derbystar der neue Lieferant für die nächsten drei Jahre des offiziellen Bundesliga-Balls wurde. Der Ballspezialist beliefert zudem bis 2021/22 auch die niederländische Eredivisie. Mit Millionen kann die SFL nicht rechnen. Der Deal beinhaltet hauptsächlich Sachleistungen. Die Liga partizipiert am Merchandising-Erlös. Gewinne ausserhalb des Budgets gehen aber, wie bei allen Erlösen der Liga, vollumfänglich wieder an die Clubs.

Für mehr sportliche Fairness und Wirtschaftlichkeit

Zudem entlastet der Einheitsball die Clubs, die jeweils für die Vorbereitungstrainings die Bälle von anderen Ausrüstern besorgen mussten. Schon der FC Basel trainierte unter Christian Gross unter der Woche mit dem Ausrüster-Ball des kommenden Gegners. Murat Yakin lässt zwei, drei Tage vor einem Spiel mit dem Matchball-Modell des Gegners trainieren. Bei sechs verschiedenen Bällen bei zehn SL-Clubs ging das bisher ins Geld. Für Clubs mit knappen Budget ein nicht zu unterschätzender Ausgabeposten pro Saison.

In erster Linie soll die Vereinheitlichung des Balles aber für sportliche Fairness sorgen. «Mit dem Einheitsball schaffen wir ausgeglichene Bedingungen für alle. Vor allem die Torhüter hatten mit der Bälle-Vielfalt zu kämpfen, da jeder Ball unterschiedliche Flugeigenschaften besitzt,» sagt Adrian Knup, Chief Sports Officer der Liga. Schon vor Jahren haben sich sechs von zehn Torhütern in der Super League für einen Einheitsball ausgesprochen. Nati-Goalie Yann Sommer sagte 2014 zu dieser Zeitung: «Man gewöhnt sich an unterschiedliche Bälle, aber ein Ligaball würde uns das Leben einfacher machen – und auch dem Materialwart.» Sechs Jahre später ist es soweit: Die Materialwarte können aufatmen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Burri am 11.10.2019 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportliche Fairness??

    Sportliche Fairness gut und recht, solange einige Clubs auf Kunstrasen spielen ist diese sowieso nicht gegeben, auch mit Einheitsball...

  • Buebi Stansstad am 12.10.2019 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus!

    das erbärmliche niveau der gurkenliga wird es trotzdem nicht verändern.

  • FC Muttenstüpfer am 12.10.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vollgummikugel

    Wow, bin immer wieder erstaunt, welche weltbewegenden Änderungen im Fussball einzug halten. Auch was ganz tolles ist der Rasierschaum für den Schiri. Mein Gott, für diese Muttenstüpfer genügt doch auch eine Vollgummikugel.

Die neusten Leser-Kommentare

  • FC Muttenstüpfer am 12.10.2019 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vollgummikugel

    Wow, bin immer wieder erstaunt, welche weltbewegenden Änderungen im Fussball einzug halten. Auch was ganz tolles ist der Rasierschaum für den Schiri. Mein Gott, für diese Muttenstüpfer genügt doch auch eine Vollgummikugel.

  • Just so it am 12.10.2019 06:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wann kommen einheitliche Pyros ?

    Den "offiziellen Pyro" wäre auch überfällig. Damit die Feuerwand in etwa die gleiche Stimmung in den Abendhimmel projiziert und die Geschmacksrichtung der Rauchschwaden die Home-Fans und die Gast-Fans in gleicherweise in den Augen brennen. Für die Ärzte-Teams eine Riesenvorteil im Voraus zu wissen mit welcher Art von Fackel sich der Besucher verbrennt hat. Just so it.

    • Andy Maeder am 14.10.2019 22:41 Report Diesen Beitrag melden

      Gute Idee

      Zusammen mit der Einheitssturmhaube, damit die Randalierer nicht mehr soviele Auslagen haben.

    einklappen einklappen
  • Buebi Stansstad am 12.10.2019 00:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so schauts aus!

    das erbärmliche niveau der gurkenliga wird es trotzdem nicht verändern.

  • Stefan Burri am 11.10.2019 23:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportliche Fairness??

    Sportliche Fairness gut und recht, solange einige Clubs auf Kunstrasen spielen ist diese sowieso nicht gegeben, auch mit Einheitsball...