Meister YB

14. April 2019 09:43; Akt: 14.04.2019 09:43 Print

Der Umbruch bei den Young Boys hat begonnen

von E. Tedesco - Nach dem ersten Meistertitel 2018 konnte Sportchef Christoph Spycher das Kader zusammenhalten. Nach dem zweiten Titel scheint ein Umbruch unvermeidlich.

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Seit Sommer 2013 trägt von Hertha Berlin verpflichtet. kam 2015 von Benfica Lissabon zu YB. Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Zieht es den 27-jährigen Linksverteidiger noch einmal ins Ausland? Benito ist ablösefrei zu haben. Er ist der Lieblingsspieler der Fans und hat wohl die Qual der Wahl: ist seit Sommer 2017 bei YB und soll bei Wolfsburg im Wort stehen. Aber auch Frankfurt und viele andere europäische Interessenten kann man sich beim Neo-Internationalen vorstellen. Der Genfer, der von Newcastle kam, träumt indes von der Premier League. Wolfsburg, der HSV in Deutschland und die Fiorentina in Italien sollen im Winter Angebote für auf den Tisch gelegt haben. Der Nationalspieler hatte kein Interesse zu gehen. Das wird sich im Sommer wohl ändern, wenn die Angebote wieder kommen. Der 25-Jährige hat noch Vertrag bis 2021. Im Sommer holte YB sein Eigengewächs, das es in Thun «parkiert» hatte zurück und schlug sofort ein, wurde schnell zu einem wichtigen Spieler im Starensemble von ­Trainer Gerardo Seoane. Dem Mittelfeldspieler, der auch in der Abwehr eingesetzt werden kann, wird sehr viel Talent attestiert. Ein weiteres Jahr in der Super League kann den 22-Jährigen indes nicht schaden. «Aussergewöhnliche Fähigkeiten», attestiert ihm Sportchef Christoph Spycher. gehört eindeutig zu den grössten Schweizer Talenten und zu den begehrtesten im YB-Kader, wenn es um Transfers geht. Man darf gespannt sein, welcher europäische Club das Rennen um den 22-jährigen Mittelfeldspieler machen wird. Er träumte von einer grossen Liga. Ob es für die reichen wird? Aber sicher ist, wenn die Summe stimmt, hält in Bern wohl niemand zurück.

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Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Auch bei YB konnte man nach dem ersten Titelgewinn nach 32 Jahren vermuten, dass einige Leistungsträger die Chance beim Schopf packen und gehen würden. Der grosse Umbruch blieb vor der Saison wider erwarten aus. Im Sommer verliess Kassim Nuhu die Berner und spielt seither bei Hoffenheim. Im Winter zog es Sékou Sanogo in die Wüste (Al Ittihad) und Leo Bertone (Cincinnati) in die Staaten. Das YB-Kader wird nach dem zweiten Titel in Folge in der kommenden Saison wohl diverse Veränderungen erfahren.

Defensive
Lange hielt sich Steve von Bergen bezüglich seiner Zukunft bedeckt. Am letzten Donnerstag lüftete der YB-Captain das Geheimnis. Der 35-jährige Verteidiger hängt Ende Saison die Fussballschuhe an den Nagel, beendet nach sechs Jahren bei YB mit dem zweiten Meistertitel seine Karriere. «Die 19 Jahre als Profi haben Spuren hinterlassen. Aber ich gehe, wenn es am schönsten ist. Die Erfolge mit YB bedeuten mir enorm viel und sind ein toller Abschluss meiner Karriere», sagt der Neuenburger zu seinem Entschluss. Seinen Nachfolger hat der alte und neue Meister schon in Fabian Lustenberger gefunden, der im Sommer von Hertha Berlin zu YB stösst.

Zudem läuft der Vertrag von Loris Benito aus. Der Linksverteidiger wurde schon im Winter mit Bordeaux und Inter Mailand in Verbindung gebracht. Und im Sommer? Fakt ist, dass der 27-jährige Aargauer nach Benfica Lissabon noch einmal einen Anlauf im Ausland wagen will und ablösefrei zu haben ist. Sein Nachfolger ist Ulisses Garcia – und längst in Bern.

Auch Rechtsverteidiger Kevin Mbabu wird wohl gehen. Zumindest wäre alles andere überraschend. Seit Wochen wird der Publikumsliebling und Schweizer Internationale in Wolfsburg gehandelt. Aber auch Eintracht Frankfurt und wohl halb Europa sind interessiert. Die Wunschdestination des Genfers bleibt die Premier League. Der Preiszettel, den ihm YB umhängt: schätzungsweise um die 10 Millionen Franken. Seine Nachfolger spielen schon bei YB: Jordan Lotomba oder Thorsten Schick. Auf eine Chance lauert auch der 21-jährige Leo Seydoux.

Mittelfeld
Wolfsburg und der HSV in Deutschland und die Fiorentina in Italien legten im Winter mehr oder weniger gute Angebote für Christian Fassnacht auf den Tisch. Der Nationalspieler lehnte damals noch ab. Das wird sich sich im Sommer wohl ändern, wenn interessante Anfragen kommen. Sein Ersatz soll aber schon sicher sein: Marvin Spielmann von Thun. Im Gespräch ist zudem auch Ruben Vargas vom FC Luzern.

Schwer zu halten wird auch Djibril Sow sein. Der hervorragende Techniker und Ausnahmekönner ist im Visier vieler europäischer Top-Clubs. Bei ihm bleiben nur die Fragen: Wer wird das Rennen machen? Und wo liegt bei Sportchef Christoph Spycher die finanzielle Schmerzgrenze? Interesse im Ausland hat auch Sandro Lauper geweckt. Das Eigengewächs hat, obwohl erst ein Jahr im Starensemble von Trainer Seoane, schon viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ein Wechsel käme für den polyvalenten Berner aber wohl noch zu früh. Mit Gianluca Gaudino hat YB bereits einen Mann fürs Zentrum geholt. Er soll bei YB aufgebaut werden und seiner Karriere einen neuen Schub geben. Gesucht wird aber noch ein Typ Sanogo: kräftig, ein Terrier mit viel Wasserverdrängung im defensiven Mittelfeld.

Offensive
Wer so viele Tore schiesst und eine Tormaschine wie Guillaume Hoarau in seinen Reihen weiss, hat nicht viele Probleme im Sturm. Der Franzose wird auch keinen Transfer mehr anstreben und seine Karriere in Bern ausklingen lassen. Mit Jean-Pierre Nsame steht zudem ein guter Ersatz bereit. Fraglich ist, was mit Roger Assalé passiert. Stimmt der Preis, hält man ihn wohl in Bern nicht zurück.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Piffpaffy am 14.04.2019 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Christoph Spycher vs. Marco Streller

    So lange Christoph Spycher einen so guten Job macht, wird Basel einen schweren Stand haben, wieder an die Spitze zu kommen

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  • huschmie am 14.04.2019 10:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spycher macht es aus.

    Spycher plant gut. Solange er bei YB bleibt, ist der Erfolg noch eine Weile gesichert.

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  • Komiker 2018 am 14.04.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Tennis...

    Herr Aebischer, YB wurde im Fussball Meister und spielte nicht Tennis...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Katzerich am 15.04.2019 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft siegt

    Solange YB nicht den Lautsprecher Fink ins Traineramt hievt, ist gegen die Gelben auch im nächsten Jahr kein Kraut gewachsen. Ein paar Abgänge können die Berner locker wegstecken.

  • Basel Boy am 14.04.2019 16:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Tagestipp

    YB muss unbedingt Streller holen um seine Abgänge zu ersetzen. Dann kann Marco alle seine alten Kollegen kaufen und mit denen fein essen gehen.

    • EIN Ruedi aus Basel am 15.04.2019 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Basel Boy

      ganz genau und dann gibts noch ein jass

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  • TS am 14.04.2019 15:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wichtig!

    Hoffentlich wechseln die Spieler nicht wegen ein wenig mehr Geld zu einem deutschen B-Club. Warten ala Fassnacht bringt Rosen... die Grossen kommen schon.

  • Väly us Basel am 14.04.2019 14:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spieler

    YB wird einige Spieler in 2 /3 Bundesliga verlieren denn die 1 BL ist nicht bereit für Durchschnitt5 und mehr Mio zu zahlen.Leider ist das Abbild unserer Liga mässig

    • Heinz am 14.04.2019 15:31 Report Diesen Beitrag melden

      Siehe Stocker und Frei

      Wenn ich mir zum Beispiel die Qualität der FCB-Spieler Stocker und Frei anschaue, die früher mal in die Bundesliga wechselten, könnte man im Vergleich wohl die gesamte YB-Mannschaft in die erste Bundesliga transferieren.

    • dani am 14.04.2019 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Väly us Basel

      uii da scheint aber ein basler genervt zu sein ob des YB erfolges.

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  • Michelle Frey am 14.04.2019 14:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlich

    Fassnacht muss eine massive Strafe bekommen. Er hat sich nicht wie ein Vorbild verhalten sondern genau das Gegenteil.