FCB-Chaostage

14. Juni 2019 18:19; Akt: 14.06.2019 19:02 Print

Der Verlierer im Machtkampf heisst FCB

von E. Tedesco - Der Rücktritt von Sportdirektor Marco Streller wirft den neusten Schatten auf den FC Basel, der seit nunmehr zwei Jahren Stück für Stück an Glanz verliert.

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Es ist das Ende eines Machtkampfes zwischen Marco Streller und Marcel Koller, der vom ersten Tag ausgetragen wurde und in den letzten Monaten kaum mehr zu verheimlichen war. Es ist aber auch ein Machtkampf, aus dem kein Sieger herausgeht – egal, ob Streller nun zurückgetreten ist und Koller bleibt oder geht.

«Es sind zwei, drei Sachen passiert, die ich nicht akzeptieren kann», schreibt Streller in seiner Abschieds-SMS an die Spieler. Sind das Andeutungen, dass Präsident Bernhard Burgener Streller und seiner technischen Crew die Kompetenz abspricht, in der Trainerfrage entscheiden zu können? Ausgerechnet einem Chef, einem Unternehmer, der nie müde wird zu betonen, dass er zwar wenig Ahnung vom Fussballbusiness habe, dafür aber das Gespür für kompetente Leute auf den richtigen Positionen und denen freie Hand lässt.

Auch Streller hat Fehler gemacht

Streller musste die Faust im Sack machen, als es um die Nachfolge von Wicky ging. Dem Vernehmen nach hatte der Sportdirektor auch bei den Transfers einen (zu) engen finanziellen Rahmen und keine freie Hand, Entscheidungen zu fällen. Auch der Rücktritt von Alex Frei aus dem Verwaltungsrat hatte ähnliche Beweggründe, wird in Basel gemunkelt.

Natürlich hat Streller Fehler gemacht, wollte vielleicht zu schnell zu viel. Vor allem der Umbruch im Team in der Winterpause 2017/18 war nicht geschickt. Und teure Einkäufe wie Dimitri Oberlin, Aldo Kalulu und Silvan Widmer bewiesen lange oder gar nicht, dass sie ihr Geld wert sind. Samuele Campo konnte Spielmacher und Captain Delgado nicht vergessen machen. Und die Jungen aus dem rot-blauen Konzept waren und sind bis heute nicht soweit, um den FCB zu tragen.

Die Resultate fallen jetzt auf den Präsidenten zurück

Marco Streller, rot-blau durch und durch. 200 Tore, 144 davon für den FC Basel, neunmal Schweizer Meister, vier Cupsiege, Lokalheld. Jetzt: Marco Streller, immer noch rot-blau durch und durch, aber zurückgetretener Sportchef, zweimal nicht Meister geworden, den FCB im Desaster hinterlassen. Er hat den Machtkampf gegen Koller verloren. Sollte der Zürcher Trainer bleiben, hat auch er den Machtkampf nicht gewonnen. Der grosse Verlierer ist aber der FC Basel. Der einstige Krösus hat nicht nur seine letzte Legende verloren, sondern auch die Homogenität, die ihn zu einem Vorzeigeclub gemacht hat, der jetzt aber allen Glanz verloren hat.

Und ab jetzt fallen die Resultate auf dem Platz direkt auf Burgener zurück. Und schon vor dem Machtkampf war Burgeners Popularität in Basel nicht besonders gross. An der GV am 4. Juni wurde er zwar als Präsident des FCB bestätigt. Aber er erhielt nur noch 65 Prozent der Stimmen. Gestartet war er vor zwei Jahren mit 82 Prozent...

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nödloggloh am 14.06.2019 20:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Katastrophe

    hat angefangen, als Urs Fischer entlassen wurde. Hiermit hat Streller begonnen sein eigenes Grab zu schaufeln.

    einklappen einklappen
  • Tutsch am 14.06.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu gross

    Schuster bleib bei deinen Leisten - da hat einer schlicht eine zu grosse Aufgabe übernommen...!

  • steffen am 14.06.2019 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na ja..

    2 bis 3 Sachen die er nicht akzeptieren kann....aber als Verwaltungsrat kann er es? Ich denke eher es wurde ihm nahegelegt den Job zu schmeissen

Die neusten Leser-Kommentare

  • B.B. am 16.06.2019 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Baslerbebbi

    Der neue "Streller-Burger" Vorstand hat mich persönlich noch nie überzeugt. Der FC Basel hat sich so was von einer Magenverstimmung eingebrockt, dass es wohl Jahre dauern wird bis er sich davon erholen kann. YB ist der Nutzniesser und lacht sich kaputt über so viel Rotblauäugigkeit. der Wurskönig des FC Bayern ist um Welten kleverer. Der hat noch nie im Traum daran gedacht, an seinem Erfolgsrezept etwas rum zu murgsen und verwaltet die Vormachtposition seines FC Bayern in Deutschland weiterhin mit einer unerbitllichen Akribie. So geht es! Werte Fangemeinde.

  • Erdmandli am 16.06.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt doch

    Eines hat Streller geschafft. Er steht auf Entertainment und die momentane Situation ist doch sehr unterhaltsam.

  • Alois am 16.06.2019 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tschau Marco

    super , entlich eine gute Entscheidung . Streller war schon als Spieler ein Looser

  • Peter Pan am 15.06.2019 15:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verblendet

    Man kann nicht in einem halben Jahr die besten ziehen lassen oder verkaufen, und meinen man werde trotzdem Meister.Mit Burgener wird der FCB zweitklassig.Das hatten wir doch schon einmal.

  • Eine vo Ziiri am 15.06.2019 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spurensuche

    FC Basel auf den Spuren des Grasshopper Clubs.