Transferfenster

01. Februar 2011 14:13; Akt: 01.02.2011 14:35 Print

Der Wahnsinn ist zurück in England

von Reto Fehr - Das Geld wird in England wieder mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen: Die Premier League gibt in einem Monat 350 Millionen Franken für neue Spieler aus – Rekord.

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Die Ausgabenkönige: Platz 10: West Ham (7 Millionen Franken) Investierte 4 Millionen in Demba Ba (Hoffenheim), 3,9 in Gary O'Neil (Middlesbrough) und 1,6 in Robbie Keane (Tottenham). Erhielt 2,7 für Valon Behrami von der Fiorentina. Die Ausgabenkönige: Platz 9: Fiorentina (7 Millionen Franken) Gab für Neto 4,7 Millionen (Atletico Paranense) und Valon Behrami 2,7 Millionen aus. Die Ausgabenkönige: Platz 8: Napoli (8 Millionen Franken) Gab für Victor Ruiz (Espanoyl 11,5 Millionen aus und für Giuseppe Mascara 1,7 (Catania). Bezahlte 3,3 für Jesus Datolo (Espanoyl). Die Ausgabenkönige: Platz 7: Atletico Madrid (10 Millionen Franken) Investierte 9,3 Millionen für Elias (Corinthians) und 5,7 für Juanfran (Osasuna), nahm 3,2 mit den Verkäufen von Simao (Besiktas) und Camacho (Malaga) ein. Die Ausgabenkönige: Platz 6: Malaga (15 Millionen Franken) Investierte in Martin Demichelis (4 an Bayern), Julio Baptista (3,3 an Roma), Ignacio Camacho (2 an Atletico Madrid) und Diego Buonanotte (6 an River Plate). Die Ausgabenkönige: Platz 5: Bayern München (20 Millionen Franken) Bezahlten 22,5 Millionen für Luiz Gustavo an Hoffenheim, nahmen deren 4 für Martin Demichelis von Malaga ein. Die Ausgabenkönige: Platz 4: Aston Villa (30 Millionen Franken) Investierte 8 Millionen in Jean Makoun (Lyon) und 28,5 in Darren Bent (Sunderland). Kassierte unter anderem für Curtis Davies 5,3 Millionen von Birmingham. Die Ausgabenkönige: Platz 2: Inter Mailand (45 Millionen Franken) Investierte 24,5 Millionen in Andrea Ranocchia (von Genoa) und 25,5 Millionen in Giampaolo Pazzini (von Sampdoria) und nahm 9,3 Millionen für Jonathan Biabiany ein (Sampdoria). Die Ausgabenkönige: Platz 2: Manchester City (45 Millionen Franken) Investierte 49 Millionen für Edin Dzeko (Wolfsburg) und kassierte 5,3 Millionen von Real Madrid für Emmanuel Adebayor. Die Ausgabenkönige: Platz 1: Chelsea (100 Millionen Franken) Schickte 33,5 Millionen für David Luiz an Benfica und 78 für Fernando Torres an Liverpool. Die Einnahmekönige: Rang 10: Lyon (8 Millionen Franken) Kassierte 8 Millionen Franken für Jean Makoun von Aston Villa. Die Einnahmekönige: Rang 8: Paris St-Germain (9,3 Millionen Franken) Erhielt von Sunderland 9,3 Millionen für Stephane Sessegnon. Die Einnahmekönige: Rang 8: Parma (9,3 Millionen Franken) Erhielt für Luca Antonelli von Genoa 9,3 Milionen. Die Einnahmekönige: Rang 7: Leverkusen (10,5 Millionen Franken) Kassierte 10,5 Millionen von Wolfsburg für Patrick Helmes. Die Einnahmekönige: Rang 6: Hoffenheim (11,5 Millionen Franken) Kassierte 22,5 Millionen für Luiz Gustavo und deren 4 für Demba Ba (West Ham), investierte 15,5 Millionen, unter anderem 9,3 an Liverpool (Ryan Babel) und 5,3 an Tombense (Roberto Firmino). Die Einnahmekönige: Rang 5: Espanoyl Barcelona (13,5 Millionen Franken) Kassierte 11,5 Millionen für Victor Ruiz von Napoli und 5,3 Millionen für Didac Vila von Milan, investierte 3,3 Millionen für Jesus Datolo (Napoli). Die Einnahmekönige: Rang 4: Sampdoria Genua (17 Millionen Franken) Kassierte unter anderem 25,5 Millionen für Giampaolo Pazzini und 6,7 für Guido Marilungo (Atlanta), gab unter anderem für Jonathan Biabiany 9,3 und für Massimo Maccarone (Palermo) 4,7 Millionen aus. Die Einnahmekönige: Rang 3: Sunderland (21,5 Millionen Franken) Kassierte unter anderem 28,5 Millionen für Darren Bent von Aston Villa und gab 9,3 für Stephane Sessegnon aus (PSG). Die Einnahmekönige: Rang 2: Wolfsburg (23,5 Millionen Franken) Kassierte 49 Millionen für Edin Dzeko von ManCity, investierte 26,5 unter anderem in Patrick Helmes (10,5 Leverkusen), Tuncay Sanli (6 an Stoke City) oder Jan Polak (4 an Anderlecht). Die Einnahmekönige: Rang 1: Newcastle (46,5 Millionen Franken) Kassierte 54,5 Millionen von Liverpool für Andy Carroll und gab 8 Millionen für Hartem Ben Arfa (an Marseille) aus.

Die Ausgaben- und Einnahmenkönige des Wintertransferfensters 2010/2011.

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Chelsea bezahlt 78 Millionen Franken für Fernando Torres und 33,5 Millionen für David Luiz, Liverpool blättert 54,5 Millionen für Andy Carroll und deren 35 für Luis Suarez hin, Manchester City überweist 49 Millionen an Wolfsburg und Aston Villa bezahlt für Darren Bent 28,5 Millionen. Kurz: Der Wahnsinn ist zurück in der Premier League. Neben diesen rund 280 Millionen Franken können die weiteren 70 Millionen für «kleine» Transfers in England getrost als Trinkgeldzahlungen abgehandelt werden.

Insgesamt gaben die 20 Klubs der Premier League 150 Millionen Franken mehr aus, als dass sie einnahmen. Das wurde bisher im Wintertransferfenster einzig im Januar 2008 ebenfalls erreicht. Vorbei die Vernunftsphase mit Wintertransferausgaben von 60 (2009) oder 15 Millionen (2010). Es wird wieder geklotzt. 350 Millionen Franken an Ausgaben, 205 Millionen Einnahmen – beide Zahlen sind neue Höchstmarken. Genauso wie zuvor noch nie 54,5 Millionen für einen englischen Spieler bezahlt wurden (Carroll) oder wie die 78 Millionen für einen Wechsel innerhalb der Insel (Torres).

Chelsea im Blick der Uefa

Am tiefsten in die Schatztruhe hat Chelsea gegriffen. 100 Millionen mehr haben die Londoner ausgegeben, als dass sie einnahmen. Das ruft auch gleich die Uefa auf den Plan, wie der «Guardian» berichtet. Denn die neuen «Fair-Play-Regeln» verlangen von den Klubs, dass sie in den nächsten drei Jahren total höchstens 60 Millionen Franken Verlust machen. Ein schwieriges Unternehmen, wenn man schon in der ersten Saison fast das doppelte bei Transfers verliert.

Der Konkurs von Portsmouth scheint auf der Insel bereits vergessen. Das goutieren die Fans aber keinesfalls. 86 Prozent einer Umfrage des «Guardian» finden, dass die Klubs die Kontrolle über ihre Ausgaben verloren haben.

Deutschland und Frankreich im Plus

In den anderen grossen Ligen wird haushälterischer mit dem Geld umgegangen. Spaniens Klubs investierten 53,5 Millionen Franken und nahmen 37 ein (-16,5), Italien gab 160 Millionen aus und nahm 110 ein (-50), Deutschland weist eine Bilanz von +24,5 Millionen aus (100 Einnahmen, 75,5 Ausgaben) und Frankreich schliesst mit einem Plus von 22 Millionen Franken (39 Einnahmen, 17 Ausgaben). Dabei fällt auf, dass in Spanien nicht die grossen Klubs wie Real Madrid oder Barcelona viel Geld umsetzten. Die Königlichen leisteten sich einzig Emmanuel Adebayor für 5,3 Millionen und die Katalanen gaben sich mit Ibrahim Afellay für 4 Millionen zufrieden. Eingekauft hat dagegen Atlético Madrid (Elias und Juanfran für total 15 Millionen) sowie Malaga mit Demichelis, Julio Baptista, Camacho oder Buonanotte für total 15,5 Millionen). Beim Kleinklub aus dem Süden zahlt sich dies allerdings zumindest kurzfristig nicht aus: In den letzten drei Spielen setzte es drei Pleiten ab – die Rote Laterne hängt neu bei den Grossinvestoren aus Malaga.