Bundesliga-Titelkampf

16. Januar 2020 19:05; Akt: 17.01.2020 09:44 Print

Deswegen wird die Rückrunde so spannend

von Nils Hänggi - Die Tabelle verspricht ein enges Meisterrennen. Auch, weil die Clubs auf Nebenschauplätzen zu kämpfen haben.

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Wenn es nach den Bundesliga-Spielern geht, wird RB Leipzig den Meistertitel holen. Auch eine Mehrheit der Verantwortlichen glauben daran. Der Club liegt mit 37 Punkten auf Rang 1 der Tabelle. Mit starken 35 Punkten spielte Borussia Mönchengladbach die beste Hinrunde seit der Meistersaison 1976/1977. Die letzten Jahre brach der Club oftmals in der Rückrunde ein. Dass das nicht passiert, wollen die Schweizer im Verein verhindern. So spielen bei Gladbach die Schweizer Yann Sommer, Nico Elvedi, Denis Zakaria und Breel Embolo. Die Borussen liegen derzeit auf Rang 2 mit 35 Punkten. Die letzten sieben Jahre wurden stets die Bayern Meister. Ändert sich das dieses Jahr? Schliesslich liegen sie vier Punkte hinter den Ostdeutschen aus Leipzig auf Rang 3. Sie müssen eine Aufholjagd starten. Trainer Hansi Flick ist der Meinung, dass der Kader zu klein ist. Hasan Salihamidzic glaubt, dass der Kader ausreicht. Man wird beobachten müssen, wer richtig liegt. Tatsache ist: Bleiben Erfolge aus, dürfte insbesondere Sportchef Salihamidzic an sein winterliches Zögern erinnert werden. Vor der Saison sagten die Dortmunder Borussen, dass der Meistertitel das Saisonziel sei. Um dieses Ziel noch zu erreichen, muss sich der BVB steigern. Derzeit liegen sie mit 30 Punkten auf Rang 4. Unmöglich ist eine Aufholjagd jedoch nicht. Dass diese gelingt, braucht der Club jedoch Ruhe. Ruhe, die der Club in der Winterpause nicht hatte. So postete Jadon Sancho etwa ein Protz-Video aus seinem Urlaub in Dubai. Schalke 04 liegt mit 30 Punkten auf Rang 5. Auch Schalke hatte eine unruhige Winterpause hinter sich. Der Wechsel von Alexander Nübel zu den Bayern ist offiziell bestätigt worden, was die Folge hatte, dass dem jungen Goalie die Captainbinde weggenommen wurde. Ob das die Unruhe eindämmt, wird sich zeigen.

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Einmal schlafen noch, dann geht es wieder los. Am Freitag startet die Fussball-Bundesliga mit der Partie Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach in die Rückrunde. Und die Bundesliga-Tabelle verspricht eine Menge Spannung. Das Meisterrennen ist offen wie selten zuvor.

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Die Ränge 1 bis 5 trennen lediglich sieben Punkte. Leipzig führt die Bundesliga zwei Punkte vor Gladbach an. Bayern liegt mit vier Punkten Rückstand auf Rang 3, es folgen mit sieben Punkten Rückstand die beiden Ruhrpott-Vereine Dortmund und Schalke. «So spannend wie es jetzt ist, war es lange nicht mehr», sagt der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw. «Man hat zum ersten Mal seit vielen Jahren das Gefühl, dass mehrere Mannschaften auf Augenhöhe agieren.»

«Wir müssen hoffen, dass Leipzig Punkte liegen lässt»

Tatsache ist aber auch, dass die Punkteausbeuten der Clubs zur Saison-Halbzeit schwach sind. 37 Punkte reichten zuletzt in der Saison 2011/2012 zum Herbstmeister-Titel. Wie jetzt waren damals die Abstände knapp, die Ränge 1 bis 4 trennten lediglich vier Punkte. In jener Saison ist Dortmund Meister geworden – es war der bisher letzte Meistertitel eines Clubs, deren Vereinshymne nicht «Stern des Südens» heisst. Haben andere Clubs 2020 also die Chance, die bayerische 7-Jahr-Serie zu knacken?

Wenn es nach den Bundesliga-Spielern geht, definitiv. In der Umfrage des Fachmagazins «Kicker» wählten 43,1 Prozent der Spieler Leipzig als Meister, an die Bayern glaubten nur 36 Prozent. Selbst die Verantwortlichen schöpfen Hoffnung. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur glauben allen voran die Rivalen aus München, Dortmund und Mönchengladbach an den Leipziger Meistertitel. Bayern-Trainer Hansi Flick sagt: «Wir müssen hoffen, dass Leipzig Punkte liegen lässt.» Gladbachs Sportchef Max Eberl wird noch deutlicher: «Favorit ist jetzt RB Leipzig.» Tatsächlich seine Meinung oder Understatement?

Die Nebenschauplätze

Fakt ist: Die Konkurrenz der Bayern tut gut daran, sich an die Saison 2011/12 zurückerinnern. Schliesslich besteht die Chance, dem Ligakrösus ein Bein zu stellen. Dass das schwieriger ist, als es klingt, ist klar. Jeder Club – einschliesslich der Bayern – hat mehr oder weniger auf Nebenschauplätzen zu kämpfen.

RB Leipzig

Wie geht Leipzig mit dem Druck um? Bundesliga-Spieler sowie Verantwortliche schieben die Favoritenrolle den Leipzigern zu. Alle sagen, dass Leipzig die Münchner Dominanz brechen und erstmals in der jungen Vereinsgeschichte einen Meistertitel feiern wird. Die ruhige Winterpause spricht für die Sachsen. Einziger Aufreger: Der Weggang von Diego Demme zum SSC Neapel. Können sie ihn ersetzen? Der ehemalige RB-Sportdirektor Ralf Rangnick glaubt nicht daran: «Es wird ein Problem sein. Insbesondere wegen der Mentalität, die Diego mit sich bringt.»

Borussia Mönchengladbach

Mit starken 35 Punkten spielte Borussia Mönchengladbach die beste Hinrunde seit der Meistersaison 1976/77. Kann der Tabellenzweite auch in der Rückrunde an die starken Leistungen anknüpfen? Abhängig ist das davon, wie Trainer Marco Rose den extrem grossen Kader moderiert. Denn: Für nur einen Wettbewerb ist der Kader mit 30 Spielern wohl zu gross. Hinzu kommt, dass Gladbach in der jüngeren Vergangenheit nicht die besten Erfahrungen in der Rückrunde gemacht hat. Sicher ist, dass der Club die Chance packen und den ersten Meistertitel seit 1977 gewinnen will. Die vier Schweizer sollen dabei helfen.

FC Bayern München

Der eine findet den Kader zu klein, fordert neue Spieler, der andere ist mit dem vorhandenen Spielermaterial völlig zufrieden, will nur reagieren, wenn sich was ergibt. Der Dissonanz zwischen Hasan Salihamidzic und Hansi Flick beschäftigte die Münchner. Durch ihre öffentlich ausgetragene Debatte haben die beiden Unruhe gestiftet. Wie der Machtkampf ausgehen wird, ist unklar, ist das Transferfenster schliesslich noch bis Ende Januar geöffnet. Tatsache ist: Bleiben Erfolge aus, dürfte insbesondere Sportchef Salihamidzic an sein winterliches Zögern erinnert werden. Schliesslich wollen die Bayern diese Saison das Triple holen. Das neue Vorstandsmitglied der Bayern, Oliver Kahn, lässt daran keinen Zweifel. Für ihn zählt nichts anderes als Weltklasse.

Borussia Dortmund

Die Dortmunder Winterpause lässt sich getrost als wechselhaft bezeichnen. Einerseits gelang den Dortmundern mit der Verpflichtung des Norwegers Erling Braut Haaland ein Transfercoup, andererseits hat der BVB mit unzufriedenen Spielern wie Paco Alcácer und Mario Götze zu kämpfen. Der Spanier versteht sich mit Lucien Favre nicht mehr und will weg, Götze hat seinen Bankplatz satt. Und das ist nicht alles: Auch Jadon Sancho provozierte. Er postete ein Protz-Video aus seinem Urlaub in Dubai. Die Folge: Dortmund hat Sancho einen Integrations-Manager zur Seite gestellt, der ihn Manieren lehren soll. Ob und wie sich das auf die Aufholjagd auswirkt, wird sich zeigen.

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The Breezy Tour ?Ein Beitrag geteilt von Jadon Sancho (@sanchooo10) am

Schalke 04

Die Schalke-Fans müssen langsam glauben, in einem Albtraum gefangen zu sein. Wieder verlässt ein junges Schalker Talent den Club. Alexander Nübel wechselt im Sommer ablösefrei zu den Bayern. Angefangen hat der Schalker Albtraum mit Manuel Neuer, der in der Saison 2011/2012 zu den Münchnern wechselte, es folgten Leroy Sané (Manchester City), Leon Goretzka (Bayern München) und Max Meyer (Crystal Palace). Schalke versuchte, den Schaden minimal zu halten, nahm Nübel die Captainbinde weg. Ob Nübel überhaupt nochmals das Schalker-Tor hüten wird, steht in den Sternen. Für Schalke wird es insbesondere darum gehen, die gute Hinrunde zu bestätigen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zico am 16.01.2020 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der BVB drehts noch!

    Bei Leipzig und Gladbach wird die Kriese auch noch kommen. Das Testspiel gegen Mainz hat gezeigt, dass das Problem nich immer vor Bürki zu suchen ist. Mir ist und bleibt es ein Rätsel wie ein Akanji beim BVB spielen kann. Vorne haben sie wie gewohnt die besten Chancen liegen lassen. Also alles Punkte die nichts mit Favre zutun haben! Haaland muss zuerst beweisen, dass er nur ansatzweise der neue Heilsbringer beim BVB werden kann, denn Zeit für Experimente haben sie nicht. Ich hoffe Favre bringt jetzt den einen oder anderen Nachwuchsspieler wenn die Arrivierten wieder versagen! Wer weiss vielleicht holt doch noch Alcacer die Kohlen aus dem Feuer und der BVB spielt um den Titel. So verpeilt und glücklos wie in der Hinrunde können die eigentlich gar nicht mehr agieren!

  • Fan am 16.01.2020 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro BVB

    Ich hoffe, dass der BVB Meister wird. Würde es aber auch Mönchengladbach gönnen. Bitte nicht Bayern, die sind die letzten Jahre oft genug Meister geworden. Lassen wir uns überraschen.

  • Beltran Leyva am 16.01.2020 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeglichen!

    Für jeden fussballfan ist eine ausgegliche meisterschaft ein traum (vorallem wenn am ende der eigene verein gewinnt :-) ) tut dem sport gut,ich als nichtfan aber BVB sympathisant würde es natürlich dem BVB gönnen,aber realistisch gesehen denke ich die bayern gewinnen,der kader ist auch wenn dünn,immernoch zu gut,bei den anderen reicht die verletzung eines schlüsselspielers für ein paar wochen und das wars...aber ich hoffe ich liege falsch :-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Berni am 17.01.2020 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bayern Fan

    Gebe Flick "leider" recht. Das Kader meines FC Bayern ist in dieser Saison leider zu dünn. Bzw. da gibt es zu viele die im Moment angeschlagen oder verletzt sind. (Soll keine Ausrede sein) Vor allem wäre es schön wieder mal einen neuen Meister zu haben in Deutschland, wenn ich wählen könnte einfach bitte nicht Leipzig. Danke!

  • Hättrick am 17.01.2020 10:49 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bleib dabei der BVB wird Meister

    das Startprogramm die ersten 7 Spiele spricht für den BVB ! Bei Bayern ist der Wurm drin-, Leipzig und BMG spielten am Limit, und werden einen Einbruch erleben.

  • Fan am 16.01.2020 20:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pro BVB

    Ich hoffe, dass der BVB Meister wird. Würde es aber auch Mönchengladbach gönnen. Bitte nicht Bayern, die sind die letzten Jahre oft genug Meister geworden. Lassen wir uns überraschen.

  • mia san München am 16.01.2020 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...BUNDESLIGA...

    Wäre doch Cool wens auch Spannend bleibt, bis zum Schluss. Hoffe natürlich auf meine Bayern,aber mein Gefühl sagt mir; Titel Nr.8 in Serie wird es nicht geben. Warten wir es ab.;-) Allen Buli Fans eine Tolle Rückrunde.. Aufgehts pack mas!!!

  • Beltran Leyva am 16.01.2020 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Ausgeglichen!

    Für jeden fussballfan ist eine ausgegliche meisterschaft ein traum (vorallem wenn am ende der eigene verein gewinnt :-) ) tut dem sport gut,ich als nichtfan aber BVB sympathisant würde es natürlich dem BVB gönnen,aber realistisch gesehen denke ich die bayern gewinnen,der kader ist auch wenn dünn,immernoch zu gut,bei den anderen reicht die verletzung eines schlüsselspielers für ein paar wochen und das wars...aber ich hoffe ich liege falsch :-)