Wegen EU-Verbot

21. Juli 2019 18:32; Akt: 22.07.2019 06:27 Print

Deutschland droht ein Kunstrasen-Problem

Wenn die EU Mikroplastik verbietet, wären auch Kunstrasenplätze gefährdet.

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Eine neue EU-Regelung könnte tausende Fussballplätze in Deutschland gefährden. (Bild: Keystone/Marcel Bieri)

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Das von der Europäischen Union geplante Verbot von Mikroplastik könnte die Kunstrasenplätze tausender Amateur- Fussballvereine bedrohen. Von 2022 an soll das Gummi-Granulat, das auf diesen Plätzen als Unterlage verwendet wird, nicht mehr zulässig sein. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und der Deutsche Fussball-Bund (DFB) beschäftigen sich intensiv mit der Problematik, mit der sich auch die deutsche Politik schon länger befasst.

Der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer will sich für eine Übergangsfrist von sechs Jahren für bestehende Kunstrasenplätze einsetzen. «Als Sportminister werbe ich für einen vernünftigen Ausgleich zwischen Umweltschutz und den berechtigten Interessen des Sports», sagte der CSU-Politiker der «Welt am Sonntag». «Viele Tausend Sportanlagen in deutschen Kommunen wären sonst von der Schliessung bedroht.»

Bereits in der vergangenen Woche habe Seehofer in einem Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) für diese Übergangsfrist geworben. Es erschliesse sich ihm nicht, warum «der Schaden eines Verbleibs» der bestehenden Plätze «höher sein sollte als der Gewinn, der durch die weitere Nutzung entsteht».

Sanierungskosten zu teuer

Auch der DFB wolle sich für eine sechsjährige Übergangsfrist einsetzen. In Deutschland gibt es nach Verbandsangaben mehr als 6000 Kunstrasenplätze. Vor allem für den ganzjährigen Trainingsbetrieb der Vereine mit vielen Mannschaften unterschiedlicher Altersklassen sind sie lebensnotwendig. Denn die so notwendig werdenden Sanierungskosten für die Plätze, die je nach Umrüstmethode bis zu einer halbe Million Euro betragen können, könnten sie sich nicht leisten.

Um mögliche Auswirkungen von Kunststoffrasenplätzen auf die Umwelt zu untersuchen, hat der DOSB im Mai eine Arbeitsgruppe mit Mitgliedern aus Sportverbänden und der Wissenschaft gegründet.

Die Übergangsfrist von mindestens sechs Jahren sei notwendig, «um die hohen Investitionen für die Sanierungen der mehr als 6000 kommunalen und sportvereinseigenen Kunststoffrasenspielfelder unterschiedlichsten Alters in Deutschland leisten und gleichzeitig den Sportbetrieb auf den betroffenen Sportanlagen aufrechterhalten zu können», hiess es in einer DFB-Mitteilung von Mitte Mai. «Eine genaue Quantifizierung der in Deutschland von einem möglichen Verbot betroffenen Sportanlagen ist derzeit nicht möglich, da eine belastbare Datengrundlage fehlt.»

Finanzielle Förderung eingestellt

In einigen Bundesländern hat die Politik bereits auf das drohende Verbot reagiert. So wurde in Baden-Württemberg (rund 600 Plätze) die finanzielle Förderung neuer Kunstrasenplätze mit Gummigranulat eingestellt. Auch die rund 450 Kunstrasenplätze in Rheinland-Pfalz müssen eine Alternative zum Kunststoff-Granulat finden. Das auch für Sport zuständige Innenministerium habe beschlossen, Kunstrasenplätze mit Kunststoff-Granulat als Einfüllstreu nicht mehr zu bewilligen. Alternative Lösungen seien Kork, Sand, Hybridrasen - halb Kunst und halb Natur – oder Kunstrasen ganz ohne Verfüllung.

Besorgnis löste das drohende Verbot auch bei Nachwuchsförderern aus. «Wenn es wirklich darauf hinauslaufen sollte, dass es bald keine Kunstrasenplätze mehr gibt, wäre das für viele Vereine sicher der Genickbruch», sagte der ehemalige Fussballprofi Mike Rietpietsch. Der 45-Jährige spielte unter anderem für Bayer Leverkusen, den SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf. Seit einigen Jahren ist er Miteigentümer der Fussballschule «Kick'N Body», die bundesweit rund 40 Camps für Kinder betreibt.

Fussball

(dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bill Weber am 22.07.2019 07:09 Report Diesen Beitrag melden

    Back to Basic

    Als nächstes wird die EU wegen des Abriebes alle Gummireifen verbieten, wir werden dann wieder mit Holzrädern mit Stahlummantelung unterwegs sein...

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  • Büezer am 22.07.2019 07:11 Report Diesen Beitrag melden

    Die heilige Kuh

    EU die sich nochmals über Die Länder stellt und befiehlt. Die EU ist ein künstliches Objekt, hat keine Kultur, keine Identität. Ein Gremium an Selbstdarsteller die sich wie Diktatoren verhalten und die Probleme abschieben. Darum Schweiz tritt nie bei, mal schauen wer den längeren Atem hat.

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  • WSP am 22.07.2019 06:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eu

    Ja ja,die Liebe Eu.Da chönt ihr euch noch auf viel mer freuen.Aber ihr wolltet ja diesen Verein.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Max Meier am 23.07.2019 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Optionen bereits vorhanden.

    Es gibt bereits guter ein guter Naturrasen, welcher ganz jährlich bespielbar ist. Man muss sich einfach informieren. Auch der Unterhalt ist auf lange Sicht günstiger als beim Kunstrasen.

    • Realist am 15.08.2019 15:52 Report Diesen Beitrag melden

      Büezer , Wir sind doch die schlausten!

      Die EU fährt den Kurs welchen die G20-Fachminister-Konferenz und die UN-Konferenz zum Schutz der Ozeane Anfang Juni 2017 ebenfalls beschlossen haben. Wir hören nur nichts weil bei uns Mikroplastik nicht als Gefahr anerkannt wird.

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  • Arzt am 23.07.2019 11:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungesund

    Fussball muss auf dem Rasen gespielt werden und nicht auf Kunstrasen. Ist übrigens auch für die Gesundheit (Überbelastungen etc. ) nicht gesund.

  • Rainer am 22.07.2019 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Deutschland drohen viele Probleme wegen der EU und ihrer eigenen Regierung

    • Aufklärer am 22.07.2019 23:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rainer

      Die meisten Probleme Deutschlands stammen aus der Zeit der DDR und haben nichts mit der EU zu tun!

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  • Swissman73 am 22.07.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

    War von Anfang an schlecht

    Als wenn das Mikroplastik das Schlimmste wäre. Es hat in diesen Kunstrasen u.a. auch Quecksilber, Cadmium und noch eine ganze Reihe anderer gefähliche Stoffe drin. Eigentlich gehören diese Kunstrasenplätze schon längst verboten. Auch die roten Hartplatzbeläge und Laufbahnen. Wir mussten gerade einen entsorgen. Die Analyse war erschreckend: Auch voll mit Quecksilber, Cadmium, Brom, Zink, Blei und vielem mehr. Und die EU wusste es von Anfang an...

  • Heinz Nütteler am 22.07.2019 15:30 Report Diesen Beitrag melden

    Lustiger Name

    Mike Rietpietsch; was hat denn der für einen komischen Nachnamen, uha uha uha Rietpietsch