Der Blick in die Zukunft

08. August 2018 10:54; Akt: 08.08.2018 10:54 Print

Die Gelegenheit für eine flexiblere Nati

von Eva Tedesco - Vladimir Petkovic scheint die Weichen neu zu stellen. Wie könnte die Nati an der EM 2020 aussehen?

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Der Coach sorgt für Aufregung. Er teilt fünf erfahrenen Spielern telefonisch mit, dass er im Herbst vermehrt jüngeren Spielern Einsatzzeit gewähren will. Daraufhin sagt Valon Behrami gegenüber dem Tessiner Fernsehen, dass er aus dem Nationalteam verbannt wurde. Behrami und auch Gelson Fernandes erklären ihren Rücktritt aus dem Nationalteam. Auch an seiner zweiten Endrunde bedeutet der Achtelfinal Endstation: Vladimir Petkovic scheitert mit der der Nati an der WM 2018 in Russland an Schweden. Geschafft! Die Schweiz setzt sich in der Barrage gegen Nordirland durch und qualifiziert sich zum vierten Mal in Serie für eine WM. Die Gruppengegner heissen Brasilien, Serbien und Costa Rica. Am 10. Oktober 2017 muss Petkovic einen Dämpfer hinnehmen: Die Nati verliert das letzte Gruppenspiel gegen Portugal und verpasst die direkte Qualifikation für Russland. Das Vertrauen in den Coach ist gross. Der Schweizerische Fussballverband und Petkovic verlängern die Zusammenarbeit vorzeitig um weitere zwei Jahre. Er startet mit einem 2:0 gegen Gruppenfavorit Portugal in die WM-Qualifikation 2018. Der Startsieg gegen den Europameister ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte: Die Nati reiht neun Siege aneinander - bis zum 0:2 im letzten Gruppenspiel gegen Portugal. An der EM 2016 in Frankreich hatte Petkovic eine bittere Pille zu verdauen: Die Nati scheitert im EM-Achtelfinal an Polen erst im Penaltyschiessen. Die EM beginnt für Petkovic und seine Mannen gut: Die Nati besiegt Albanien 1:0. Petkovic verlängert seinen Vertrag mit dem SFV bis Ende 2017. Sollte er die Schweiz an die WM in Russland führen, gilt der Kontrakt automatisch bis nach der Endrunde. Die Nati qualifiziert sich mit einem 7:0 gegen San Marino vorzeitig für die EM-Endrunde in Frankreich, weil Slowenien gegen Litauen nur 1:1 spielt. Der Nati-Trainer muss den Engländern um deren Captain Wayne Rooney zum 2:0-Sieg im Wembley gratulieren. Petkovic sieht in Basel einen kapitalen 3:2-Sieg seiner Mannschaft gegen Slowenien, der die Schweiz der EM einen grossen Schritt näherbringt. Die Nati geht mit dem Heimspiel gegen Slowenien (5. September) und drei Tage später im Wembley gegen England in die entscheidende Phase der EM-Qualifikation. Wenn man den Punktedurchschnitt in 9 Länderspielen berechnet, ist Vladimir Petkovic (1,88 Punkte) der erfolgreichste Schweizer Nationaltrainer vor Roy Hodgson und Ottmar Hitzfeld. Mit einem 2:1-Sieg gegen Litauen in Vilnius geht die Nati in die Sommerpause und ist in der Qualifikation für die Euro 2016 auf Kurs. In. St. Gallen doppelt die Schweiz mit einem weiteren 4:0 gegen Litauen nach und bringt sich wieder auf Kurs Richtung EM 2016. Fünf Tage nach dem Litauen-Match feiert Petkovic in San Marino den ersten Sieg als Nationaltrainer - 4:0 in der EM-Qualifikation. Sein Fehlstart ist perfekt: Nach dem 0:2 gegen England verliert Petkovic auch sein zweites Spiel als Schweizer Nationaltrainer. In der EM-Quali in Slowenien resultiert ein 0:1. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen England in Basel steht Vladimir Petkovic erstmals an der Seitenlinie. Die Nati verliert dabei nach zwei Toren von Danny Welbeck 0:2. Vladimir Petkovic leitet in Freienbach sein erstes Training mit der Schweizer Nationalmannschaft. Der neue Nati-Coach wird begeistert empfangen. Der neue Nati-Coach Valdimir Pektovic gibt vor seinem ersten Spiel (EM-Quali gegen England) sein Aufgebot bekannt. Dabei ernennt er Yann Sommer zur neuen Nummer 1 im Tor. Kurz vor Weihnachten steht fest: Vladimir Petkovic wird nach der WM 2014 die Geschicke der Schweizer Nationalmannschaft lenken.

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Eine politische Entscheidung? Eine sportliche? Oder nur ein Missverständnis? Die Verwirrung war nach der Ausbootung von Valon Behrami und dem Dementi von Vladimir Petkovic komplett. Abgesehen von der chaotischen Kommunikation ist es legitim, dass der Nati-Trainer über die sportliche Ausrichtung nachdenkt. Zumal das klägliche Aus im WM-Achtelfinal gegen Schweden (0:1) kein Ruhmesblatt war.

Bei Kickoff der EM 2020 wären Behrami 35, Johan Djourou 33, Blerim Dzemaili 34 und Captain Stephan Lichtsteiner 36 Jahre alt. Gelson Fernandes (heute 31) gab am Dienstag den Nati-Rücktritt bekannt.

Wie könnte das EM-Kader 2020 aussehen?

Der Lichtsteiner-Nachfolger: Nach jetzigem Stand beerbt wohl Michael Lang den Rechtsverteidiger. Auch Silvan Widmer hat gute Karten. Viel Druck macht der überragende YB-Rechtsverteidiger Kevin Mbabu. Die Captainbinde würde wohl an Granit Xhaka übergehen.

Der Djourou-Nachfolger: Die Zukunft gehört Fabian Schär und Manuel Akanji, mit Nico Elvedi als Alternative. Je nach System könnten auch Ricardo Rodriguez und Lang in der Innenverteidigung spielen.

Der Behrami- und Dzemaili-Nachfolger: Den Part von Behrami hat Denis Zakaria bereits übernommen. Auch Remo Freuler war zuletzt immer im Aufgebot, wie öfter auch Edimilson Fernandes. Nachrücken könnte auch Djibril Sow.

Die entscheidende Frage ist: Hält Petkovic am 4-2-3-1-System fest? Bei YB installierte Petkovic eine Dreierkette. Eine 3-4-3-Ausrichtung, die er schon in Bellinzona zu spielen pflegte. Zu Beginn des Jahres rückte der Selektionär schon mal vom Gewohnten ab und liess gegen Griechenland erst ein 4-3-3 spielen und stellte später auf eine Dreierabwehr um. Die Gelegenheit für eine flexiblere Nati wäre gegeben.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beni am 08.08.2018 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    Herr Petkovic hat sehr wohl Gründe

    Herr Petkovic hat sich sehr wohl etwas überlegt, und die Nati war an der WM nicht überragend, so dass man die alten Herren ohne Probleme nun ersetzen kann.

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  • Martinho am 08.08.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Wunsch: 3er Kette

    Petko hat ja schon ein paar Mal gesagt er würde lieber mit 3er Verteidigung agieren und nun hat er 2 IV welche in ihrem Club in einer 3er Kette spielen (Akanji und Elvedi). Ich persönlich fände folgende Aufstellung super: Sommer - Akanji- Schär - Elvedi in der Defensive...im Mittelfeld Rodriguez - Zakaria - Xhaka - Mbabu und vorne Shaqiri, Embolo und Zuber...mir würde das gefallen :)

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  • Morris Colon am 08.08.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

    Keiner der keine Nerven hat !

    macht Lang zum Captain. Xhaka ist zu Impulsiv.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Leo65 am 08.08.2018 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbandsschlafmtzen

    mein Typ fr Neuanfang mit jungen spielern, Martin Schmidt als neuer Nationaltrainer angaschieren.

  • Sehnsucht 6 7 am 08.08.2018 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterstützung

    Ich versteh das einfach nicht zuerst wird er hoch gelobt. Quali Runde vor der WM ( nur ein Spiel verloren und das gegen Portugal). Dann WM wo man die gesetzten Ziele erreicht worden sind nähmlich das Achtelfinale. Gute personelle Entscheidungen und jetzt wollen die Medien allen voran der Blick am liebsten rausschmeißen statt ihn zu unterstützen.

  • Lattenknaller am 08.08.2018 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Was bringt ein felexibleres Kader

    wenn es der Coach taktisch nicht drauf hat? Hitzfeld war ein Taktikfuchs, Petkovic ist dies eher nicht.

  • nino bosch am 08.08.2018 16:10 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Fragen im Sturm

    Wechsel Planung ist Legitim. Frage: Wer schiesst zukünftig die Tore, ich meine wo sind die Goalgetter?

  • Robert am 08.08.2018 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gut und Richtig...

    ...aber die Art und Weise, wie Petkovic seine Entscheidung Behrami mitgeteilt hat, war völlig daneben. Er hat auf und neben dem Platz viel geleistet und hätte ein Gespräch unter 4 Augen verdient gehabt. Auch die Herren vom Verband handeln in letzter Zeit alles andere als überlegt!