Wiedersehen in Feusisberg

03. September 2018 20:19; Akt: 03.09.2018 20:33 Print

In der Nati kommts zur grossen Aussprache

von E. Tedesco, Feusisberg - Nach der Doppeladler-Affäre und den wochenlangen Unruhen bestand am Montag beim Nati-Zusammenzug Redebedarf.

Am Montag kam es zwischen Peter Gilliéron und der Nati zu einer Aussprache. Das sagt der SFV-Präsident dazu. (Video: 20 Minuten)
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Man war gespannt, mit welcher Laune die Spieler nach den Turbulenzen der letzten Wochen einrücken würden. Zwei Monate nach dem Aus im WM-Achtelfinal und der Doppeladler-Affäre kam die Nati erstmals wieder zusammen. Zur Erinnerung: Nachdem Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri und auch Captain Stephan Lichtsteiner gegen Serbien den Doppeladler gezeigt und Generalsekretär Alex Miescher später in einem Interview vorgeschlagen hatte, dass Doppelbürger einen Pass abgeben sollten, entstand eine wochenlange Polemik um die Nati.

Fabian Schär sagte Mitte August gegenüber 20 Minuten: «Nebenschauplätze müssen ausgeräumt werden.» Und SFV-Präsident Peter Gilliéron stellte ein Gespräch mit dem Team in Aussicht – auch, um sich für Fehler zu entschuldigen. Die Nati hatte Redebedarf.

«Alles ist auf den Tisch gekommen»

Den Spielern war beim Einrücken nichts anzumerken. Gut gelaunt fanden sich Xhaka, Lichtsteiner und Co. in Feusisberg ein, wo am Nachmittag noch vor dem Training das angekündigte Gespräch zwischen der Mannschaft, Gilliéron und dem Nati-Delegierten Claudio Sulser stattfand. «Es war ein gutes Gespräch», so der SFV-Präsident, «keine Vorlesung von mir, sondern ein echtes Gespräch, ein Austausch. Ich habe mich für die Turbulenzen, die entstanden sind und die viele Spieler mitbekommen haben, entschuldigt.»

Die Nati ist in Feusisberg eingerückt

Interna wollte man nicht öffentlich machen, aber Gilliéron versicherte, dass «alles auf den Tisch gekommen ist». Ihm fiel auf, dass innerhalb der Mannschaft eine gewisse Enttäuschung über die öffentliche Wahrnehmung da ist. Auch Sulser sagte, dass die Mannschaft den Stolz der Schweizer auf ihre Nati vermisse.

Enttäuscht von den Landsleuten

«Wir wünschen uns, dass jetzt wieder der Sport ins Zentrum rückt», so Gilliéron. «Die Kontinuität unserer Erfolge ist oft kein Thema in den Medien – dabei haben nur die Schweiz, Belgien und Frankreich dreimal in Folge die Achtelfinals erreicht.» Was das Team in guten Momenten leiste, käme zu wenig zum Vorschein. «Da spürte ich eine gewisse Enttäuschung seitens der Mannschaft», so der Verbandsboss.

Den Vorwurf, dass Gilliéron und Sulser mit dem Wunsch, sich wieder dem Sport zuzuwenden, einfach nur um den heissen Brei herumreden würden, liess Gilliéron nicht stehen. «Wir reden nicht um den heissen Brei herum. Es wurde offen diskutiert, aber wir werden nichts öffentlich sagen, was vertraulich in der Mannschaft besprochen wurde. Ich bitte um Verständnis dafür.»
Offen sagte der Präsident indes, dass er zuversichtlich sei, dass nichts hängengeblieben ist bei der Mannschaft.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dänuz am 03.09.2018 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh je, CH Nati!

    ... und ich war enttäuscht ab eurer Leistung im Schwdenspiel!

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  • humpty am 03.09.2018 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohje

    nun ja, ich bin auch enttäuscht und wäre lieber stolz! zudem fänd ich es auch schön wenn das sportliche ins zentrum rückt! an der öffentlichen wahrnehmung trägt die mannschaft und der staff, oder zumindest teile davon, grosse mitschuld! man würde das besser endlich einsehen und auf wiedergutmachung brennen.

  • Röbj am 03.09.2018 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wirklich?!

    hahahaha der Sulser entschuldigte sich bei den Spielern, im Ernst?! Die Doppeladler hätten sich entschuldigen sollen und am besten gleich den Rücktritt bekannt geben. Ich hoffe das Publikum wird die Adler gnadenlos auspfeiffen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • blindenbacher am 04.09.2018 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    doppeladler

    auch mich stört es dass die beiden aus emotionen beim torjubel gegen serbien den doppeladler zeigten! dabei wäre es so einfach gewesen! den doppeadler zeigen und danach das schweizerkreuz küssen! das wäre für mich als bünzlischweizer ein dankeschön und auch bekenntnis zur schweiz gewesen! so hätte es bestimmt weniger diskussionen gegeben..

  • Daniel Schwegler am 04.09.2018 16:19 Report Diesen Beitrag melden

    Daneben

    Sagt Shaqiri bei seiner Entschuldigung ernsthaft zynisch, dass er sich bei den Leuten entschuldige, die das Spiel in den Bergen geschaut haben? Stinkfrecher geht es nicht mehr. Diese Nati unterstütze ich, wie so viele, nicht mehr.

  • Kerby Müdler am 04.09.2018 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sommer

    Die Affäre sollte beendet seit aber konsequent nehmt Xbaka die Kapitänsbinde neuer Captain muss Sommerverein sehr anerkannter Fussballer und Vorbild

  • ll cool j am 04.09.2018 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    symbol

    der doppeladler wird sein comeback geben, nur frage der zeit.

  • Beno am 04.09.2018 13:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh man

    "Man will sich aufs sportliche konzentrieren". Immer den fragen aus dem weg gehen ist keine lösung. Und dann wird noch gesagt man steht zu den fehlern. Nein, eben nicht. Wer über probleme nicht redet der kann sie nicht verbessern oder lösen. Das wird nach hinten losgehen. Mal schauen was die doppeladler tun werden..