Football Leaks

07. Juli 2019 12:49; Akt: 07.07.2019 15:09 Print

Die Polizei verhört Cristiano Ronaldo

Der portugiesische Superstar ist im Zuge der Ermittlungen gegen Football Leaks einvernommen worden. Er ist sowohl Zeuge als auch Opfer.

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Wurde von der portugiesischen Polizei verhört: Cristiano Ronaldo ist «in aller Diskretion» im Zuge der Ermittlungen gegen Football Leaks einvernommen worden. Rui Pinto, ein Landsmann des Superstars, hatte via der Fussball-Enthüllungsplattform das Briefkastenfirmen-Konstrukt zur Steuervermeidung von Ronaldo publik gemacht. Im Januar war der heutige Juve-Stürmer in Madrid, wo er von 2009 bis 2018 bei Real gespielt hatte, zusammen mit seiner Verlobten Georgina Rodriguez vor Gericht erschienen. Der fünffache Weltfussballer wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt und akzeptierte eine Busse in der Höhe von 19 Millionen Euro an den spanischen Staat. Durch Football Leaks wurden auch die Vergewaltigungsvorwürfe einer US-Amerikanerin gegen Ronaldo publik. Nun will sein Arbeitgeber Juventus Turin offenbar die Champions-Cup-Spiele nicht in den USA, sondern in Asien austragen, weil dem Stürmerstar bei der Einreise in die Staaten eine Verhaftung drohen könnte. Ein Bild vom Juni 2009 zeigt den Portugiesen zusammen mit Kathryn Mayorga in einem Nachtclub in Las Vegas. Mayorga wirft dem Fussballstar vor, sie damals in einem Hotel in Las Vegas vergewaltigt zu haben. Die Polizei in Las Vegas hatte am Montag, 1. Oktober 2018, die Wiederaufnahme von Untersuchungen zu den Anschuldigungen der Klägerin bekannt gegeben. Mayorga fordert mindestens 200'000 Dollar Schadenersatz. Ronaldo selbst weist den ihm zur Last gelegten Vergewaltigungsvorwurf zurück. Juventus Turin hatte sich am Donnerstag, 4. Oktober 2018, hinter den Stümerstar gestellt. Am Freitag, 5. Oktober 2018, sind die Aktien von Juventus Turin an der Mailänder Börse eingebrochen. Die Papiere lagen bei Börsenschluss fast zehn Prozent im Minus. Ronaldos Wechsel nach Turin hatte die Titel des italienischen Rekordmeisters zwischenzeitlich beflügelt. So erreichten die Aktien am 20. September ihren bisherigen Höchststand von gut 1,80 Euro. Sponsoren zeigten sich derweil beunruhigt. «Wir sind zutiefst besorgt angesichts der beunruhigenden Anschuldigungen», sagte ein Sprecher des Sportartikelherstellers Nike. EA Sports, der Herausgeber der Videospielreihe Fifa, sprach ebenfalls von einer «beunruhigenden» Situation. Das Cover von Ronaldo wurde von der offiziellen Website von EA-Sports entfernt. Ronaldos Anwalt Peter S. Christiansen hebt nochmals hervor, dass sein Mandant die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement bestreite. Der Jurist publizierte am Mittwoch, 10. Oktober 2018, ein umfassendes Statement im Netz, das jeder <a href='https://gestifute.com/cristiano-ronaldos-lawyer-statement/?lang=en' target='_blank'>hier</a> einsehen kann. Anfang Januar 2019 schaltete sich Jasmine Lennard ein. Auf Twitter bot das Model aus England dem mutmasslichen Opfer Kathryn Mayorga ihre Unterstützung an. Die 33-Jährige hatte vor zehn Jahren offenbar Dates mit dem portugiesischen Stürmerstar und bezeichnete ihn als «verdammten Psychopathen». Die Mutter berichtete, dass sie nach ihrem Schritt an die Öffentlichkeit bedroht worden sei. «Ich habe Informationen, von denen ich glaube, dass sie für Ihren Fall von Nutzen sind», schrieb Lennard, die hier mit Haien für ein Foto posiert.

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Die portugiesische Polizei will den Enthüllungen von Football Leaks auf den Grund gehen. Wegen den Enthüllungen der Bewegung um einen Mann, der unter dem Decknamen «John» das Fussballbusiness erschüttert hatte, wurde auch Cristiano Ronaldo verhört. «In aller Diskretion» erfolgte laut der portugiesischen Zeitung «Diario de Noticias» die Einvernahme des bei Juventus Turin unter Vertrag stehenden Stürmerstars. Der 34-jährige Portugiese wurde offenbar schon Anfang Juni von den Ermittlern befragt.

Ronaldo sei im Zuge der Ermittlungen gegen den Football-Leaks-Enthüller Rui Pinto als Zeuge und Opfer einvernommen worden, berichtet die Zeitung weiter. Die Fussball-Enthüllungsplattform hatte das Briefkastenfirmen-Konstrukt zur Steuervermeidung des 157-fachen portugiesischen Nationalspielers publik gemacht. Danach musste Ronaldo, der im vergangenen Sommer von Real Madrid nach Italien gewechselt hatte, eine Busse von 19 Millionen Euro an den spanischen Staat bezahlen.

Verfahren in den USA droht weiterhin

Auch die Vergewaltigungsvorwürfe der US-Amerikanerin Kathryn Mayorga wurden durch Football Leaks öffentlich. Das Ex-Model behauptet, im Jahr 2009 in Las Vegas vom Superstar zum Sex gezwungen worden zu sein. Mayorga hatte im vergangenen September in ihrer Heimat Anzeige gegen Ronaldo erstattet. Dem Portugiesen droht deshalb ein Verfahren in den USA. Er hat die Anschuldigungen stets vehement bestritten und sprach von einvernehmlichem Sex.

Pinto wurde im März von Ungarn an sein Heimatland ausgeliefert. In Osteuropa hatte er sich nach der Veröffentlichung von brisanten Dokumenten aus der Fussballbranche (ihm wurden über 70 Millionen Dokumente von verschiedenen Quellen zugespielt) unter Hausarrest aufgehalten. Seither sitzt der 30-Jährige in Portugal in Untersuchungshaft. Ihm wird unzulässige Aneignung und Verbreitung von Daten sowie versuchte Erpressung vorgeworfen. Pintos Anwälte bezeichnen ihn als «europäischen Whistleblower».

Fussball

(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P-one am 07.07.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Sobald es um Geld geht werden alle zum Geier!

  • User am 07.07.2019 13:22 Report Diesen Beitrag melden

    Begrifflichkeiten

    Die Begrifflichkeiten sollten schon stimmen. Steuervermeidung =/= Steuerhinterziehung. Sonst würden sich ja alle Schweizer mit Einzahlungen in die 2. oder 3. Säule strafbar machen. Steuervermeidung = Tatsache, die Steuern auslöst entsteht nicht (Steuerschlupflöcher) oder wird minimiert. Steuerhinterziehung = Tatsache, die Steuern auslöst ist entstanden und wurde nicht ordnungsgemäss deklariert

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  • Sportfan am 07.07.2019 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Steuern zu hinterziehen ist kein sport

    Steuern werden von immer reicher werdende Spieler bewusst hinterzogen - dies dient nicht der soziale gerechtigkeit / zusammenhalt und muss öffentlich besprochen werden. Die leute, die solche vergehen öffentlich machen, müssen geschützt werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Justus Jonas am 07.07.2019 19:09 Report Diesen Beitrag melden

    Kriminelle machenschaften

    Warum werden in Spanien immer nur ausländische Sportler verklagt? Schon im Fall Fuentes wurden nur Ausländer angeklagt. Das int. Sportgericht sollte diesen Praktiken einen Riegel schieben.

  • M.M. am 07.07.2019 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrte Welt

    Himmeltraurig dieses Spiel. Derjenige, der das richtige tut und die mafiösen Machenschaften der Fussballwelt aufdeckt sitzt im Gefängnis, und die, die einander Milliarden hin und herschieben sind jetzt die Opfer und werden nie zur Rechendchaft gezogen...

  • Sefi am 07.07.2019 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Irre!

    Welcher Person kann man den Glauben.

  • bnc am 07.07.2019 15:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messi

    Messi Messi ist einfach besser !!!

  • Marco Wölfli am 07.07.2019 15:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trotzdem mein Lieblingssport

    Leider geht es beim Fussball schon lange nicht mehr um den Sport. Unglaublich zu sehen, dass ein Millionär wie Ronaldo aber auch andere es nötig haben, Steuern zu hinterziehen.