Was bringts?

08. Februar 2011 15:36; Akt: 08.02.2011 15:55 Print

Die Schweiz kann eigentlich nur verlieren

von Reto Fehr, Malta - Ein Testspiel gegen einen Fussballzwerg kann fürs Selbstvertrauen wichtig sein. Aber alles ausser einem klaren Sieg gegen Malta wäre eine Enttäuschung.

Ottmar Hitzfeld und einige Spieler vor dem Spiel gegen Malta.
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Es ist so eine Krux mit Spielen gegen kleine Mannschaften. Man kann «offensive Lösungen finden, Automatismen schulen und etwas fürs Selbstvertrauen machen», wie Ottmar Hitzfeld sagt. Und auch wenn es «Kleine» nicht mehr gibt, alle erwarten einen klaren Sieg der Nati auf Malta.

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Doch Spiele gegen Underdogs können zur Blamage werden. Italien verlor 1966 gegen Nordkorea 0:1, Österreichs Schlappe gegen die Färöer ist seit Jahren ein Lacher für alle Nichtbeteiligten und die Schweiz kassierte 2008 gegen Luxemburg zuhause ein 1:2. Darum warnt Alex Frei in Gedanken an jene Pleite: «Wir haben gesehen, was herauskommt, wenn man einmal nur 85 oder 90 Prozent der Möglichkeiten ausschöpft. So etwas soll nicht mehr passieren.»

Was bringt ein Test gegen Malta?

Verlieren kann man gegen Fussballzwerge auch, wenn man resultatmässig gewinnt. Ein 1:2 gegen Luxemburg ist eine Schmach, ein Remis gegen Honduras (siehe WM 2010) peinlich, ein knapper Sieg wie beim 1:0 gegen Zypern in der WM-Qualifikation 2005, als Alex Frei erst in der 88. Minute der Siegtreffer erzielte, zieht Kritik nach sich und als man China vor der WM 2006 4:1 besiegte, wusste danach doch niemand, ob die Spieler auch gegen Teams wie Frankreich bestehen können.

Brasiliens WM-Trainer Carlos Dunga erklärte das Phänomen der dauernden Kritik nach dem knappen 2:1 gegen Nordkorea in Südafrika als Coach der Seleção so: «Wenn wir 1:0 gewinnen, ist das zu knapp. Wenn wir 3:0 gewinnen, hätten wir auch noch schön spielen sollen und wenn wir 8:0 gewinnen, war der Gegner schwach.» Diese Aussage auf die Schweiz zu übertragen, wäre vermessen. Aber im Hinblick auf das Malta-Spiel doch ziemlich passend. Denn wirkliche Schlüsse für die Partie gegen Bulgarien wird Hitzfeld nicht ziehen können.

«Wir müssen auf uns schauen»

Neben dem Trainer sehen dies die Spieler natürlich auch anders. «Man kann in jedem Spiel etwas lernen», glaubt Blerim Dzemaili, Stephane Grichting spricht vom «Spiel machen, Tore schiessen und Selbstvertrauen gewinnen, auch wenn die Partie gegen Bulgarien anders verlaufen wird», Valentin Stocker sagt das, was praktisch jeder Amateurtrainer auch weiss: «Der Testgegner ist egal. Klar ist es nicht Brasilien, aber wir müssen auf uns schauen, das müssen wir dann auch gegen Bulgarien.» Und Alex Frei ist sich sicher: «Jeder will sich aufdrängen.»

Hitzfeld möchte darum vor dem Duell mit der 163 im Fifa-Ranking nicht von der Höhe des Resultats sprechen: «Hauptsache wir gewinnen, wenn wir schon jetzt von der Höhe des Sieges sprechen, haben wir schon verloren.» Dies hat die Mannschaft aber auch nicht getan.