WM-Qualifikation

06. September 2016 23:02; Akt: 07.09.2016 01:30 Print

Die Schweiz weist Portugal in die Schranken

Die Schweizer Nationalmannschaft zeigt eine konzentrierte und hocheffiziente Leistung im ersten Spiel der WM-Qualifikation. Sie schlägt Europameister Portugal 2:0.

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Traumstart in die WM-Qualifikation: Die Schweiz schlägt Europameister Portugal 2:0. Den ersten Treffer erzielt Breel Embolo. Admir Mehmedi erhöht nach einer Traumkombination mit einem platzierten Schuss zum 2:0. Ein solcher Sieg macht Freude. Wermutstropfen ist die gelb-rote Karte in der Nachspielzeit gegen Granit Xhaka. Damit fehlt der Spielmacher im nächsten WM-Qualifikationsspiel auswärts in Ungarn. Die Portugiesen trotten von dannen. Die Stimmung im St. Jakob-Park ist gut, hätte aber besser sein können. Valon Behrami will, dass das an der EM entfachte Feuer weiter lodert. Der Mittelfeldpuncher will die Nati-Fans gegen Portugal mit einer engagierten Leistung begeistern. «Mit Worten kann man das nicht.» Bestens gelaunt und guter Dinge: Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird an der Pressekonferenz gefragt, welches Potenzial in seiner Mannschaft steckt. «Noch träume ich nur davon. Eine Antwort kann ich vielleicht nach dem Spiel geben.» Wer für den verletzten Xherdan Shaqiri auflaufen wird, gibt der Nati-Trainer am Dienstag bekannt. Es dürfte Breel Embolo sein. Im Sturm dürfte Petkovic wiederum auf Haris Seferovic setzten. Vor der Medienkonferenz überreichte Roger Hegi, Direktor STG (l.), Alex Miescher, Generalsekretär des SFV (r.) und dem Delegierten der Nationalteams, Claudio Sulser, als Vertreter der SFL, einen dicken Check. Ist das die Lösung für das Schweizer Stürmerproblem? Vladimir Petkovic versucht sich im Training in Freienbach als Dribbelkünstler gegen Haris Seferovic. Ob der Nationaltrainer auf ein Feedback von oben wartet? Verschworene Bande: Johan Djourou, Stephan Lichtsteiner und Ricardo Rodriguez (v.l.). Der Captain ist trotz seiner ungemütlichen Situation bei Juventus Turin gut gelaunt. Gefragter Interviewpartner: Blerim Dzemaili. Bilder mit Granit Xhaka sind begehrt. Rasenpflege von Trainer Vladimir Petkovic. Kurze Pflege im Training braucht auch Valon Behrami. Johan Djourou muss ebenfalls kurz verarztet werden. Silvan Widmer (l.) bei der ersten Trainingseinheit. Der Defensivspieler rückte am Samstag für den verletzt abgereisten Michael Lang ins Naticamp ein. Hoffentlich hat Haris Seferovic am Dienstag gegen Portgual genug Biss. Captain Stephan Lichtsteiner (r.) im Gespräch mit Valon Behrami. Eren Derdiyok hat den Ball genau im Auge. Haris Seferovic (l.) und Breel Embolo beim lockeren Joggen. Michael Lang zieht sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zu und muss das Naticamp verlassen. Für ihn rückt am Samstag Silvan Widmer in Feusisberg ein. Auch Fabian Schär musste sich pflegen lassen. Ist Nationalcoach Vladimir Petkovic beim Training in Rapperswil-Jona mit den Leistungen seiner Mannen etwa unzufrieden? Der Einsatz der Nati-Spieler Michael Lang, Blerim Dzemaili, Fabian Schär, Granit Xhaka und Renato Steffen scheint aber zu stimmen. Ah, das sieht schon besser aus. Der Coach lächelt verschmitzt. Die Nati veranstaltet in Freienbach ein Kindertraining. Sieht Trainer Vladimir Petkovic schon Talente für eine grosse Karriere? Petkovic hält das Kindertraining auf einem Foto fest. Gelson Fernandes gibt den Kids Anweisungen. Die beiden Goalies Yann Sommer und Marwin Hitz. Timm Klose übt sich als Handballer. Daumen hoch bei Granit Xhaka. Die Kosovo-Thematik nervt ihn, weil er sich bereits vor der EM für die Schweiz bekannt hat. Yann Sommer räumt an den Swiss Football Awards ab: Der Nati-Keeper wird zum Fussballer des Jahres gewählt und kriegt zudem eine zweite Trophäe ... ... für seine grossartige Parade in der Schlussphase des Schweizer EM-Startspiels gegen Albanien. Nati-Coach Vladimir Petkovic gewinnt den Award für den Trainer des Jahres. Am Mittag fiel der Startschuss für das WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal. Nationaltrainer Vladimir Petkovic empfängt seine Spieler in Feusisberg. Auch wieder mit dabei ist Renato Steffen. Die EM verpasste der FCB-Flitzer wegen einer Verletzung. Kollege Sommer schaut skeptisch. Ob das Wetter in Mönchengladbach besser war? Torhüter Roman Bürki hat es eilig. Die Feuertaufe in der Premier League beziehungsweise in der Bundesliga haben sie hinter sich. Nun wartet auf Granit Xhaka (l.) und Breel Embolo das Abenteuer Nationalmannschaft. Gelson Fernandes kommt mit dem Bus. Die EM hat Timm Klose verpasst, für das erste WM-Qualifikationsspiel gegen Portugal steht der Innenverteidiger aber wieder im Aufgebot. Captain Stephan Lichtsteiner ist es nicht zum Lachen zumute. Er ist bei Juventus Turin momentan nur noch zweite Wahl hinter Dani Alves. Wie diverse Nati-Kollegen kommt auch Verteidiger Johan Djourou mit dem Bus. ... Admir Mehmedi. Ricardo Rodriguez erscheint nach seinem Freistoss-Tor am Wochenende mit einem Grinsen. Mehr als eine Woche im Kreise der Nationalmannschaft: Da braucht es den grossen Koffer. Verteidiger Nico Elvedi hat neben dem grossen Koffer auch noch einen kleinen dabei. Aus Frankfurt stösst Stürmer Haris Seferovic zum Team und wird vom Staff herzlich in Empfang genommen. Hatte nicht ganz so eine weite Anreise: FCB-Mittelfeldspieler Luca Zuffi. Ebenso Club-Kollege Michael Lang. Wer fehlt noch? Unter anderem die beiden Fabians: Frei (l.) und Schär.

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Der Schweiz gelingt der perfekte Start in die WM-Qualifikation. In Basel gewinnt sie gegen Europameister Portugal dank Toren vor der Pause von Breel Embolo und Admir Mehmedi 2:0.

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Nur ein Tor hatte Portugal in der K.o.-Phase der EM auf dem Weg zum Titel kassiert. Die Portugiesen blieben gegen Frankreich ungeschlagen, gegen Kroatien ebenfalls und auch gegen Gareth Bales Waliser. Doch im ersten Spiel der WM-Qualifikation lag der Europameister schon nach einer halben Stunde 0:2 zurück. In der 23. Minute lenkte Breel Embolo den Ball mit dem Kopf aus sieben Metern ins Tor, nachdem Portugals Keeper Rui Patricio einen Freistoss von Ricardo Rodriguez nach vorne abklatschen liess.

Schweiz setzt nach

Sieben Minuten später schlugen die Schweizer gleich nochmals zu. Ihr Umschaltspiel klappte ausgezeichnet: Blerim Dzemaili eroberte den Ball hinter der Mittellinie, darauf setzte Admir Mehmedi Mittelstürmer Haris Seferovic ein, der nochmals zurücklegte, ehe Mehmedi mit einem sehenswerten Schlenzer aus 14 Metern unter die Latte zum 2:0 traf. Es war in Entstehung und Vollendung das wohl schönste Tor in der Ära von Nationalcoach Vladimir Petkovic.

So schön dieser Treffer auch war, der 2:0-Zwischenstand nach einer halben Stunde schmeichelte der Schweiz auch ein wenig. Bis zum ersten Treffer hatten die Einheimischen nämlich Mühe, sich im anfangs wirren Spiel zu Recht zu finden. Die Portugiesen kamen so in der ersten Viertelstunde relativ einfach zu drei guten Chancen, bevor die Schweizer selbst zum ersten Mal auf das Tor des Gegners schossen.

Europameister fehlt der Biss

Die Portugiesen taten sich jedoch nach dem Schweizer Doppelschlag schwer, ohne ihren Weltfussballer Cristiano Ronaldo auf den Rückstand zu reagieren. Nach der Pause hatten die Gäste zwar die Oberhand im Mittelfeld und waren spielbestimmend, doch zwingend waren ihre Bemühungen nicht. Gefährlich wurde es für Yann Sommer erst in der 76. Minute, als ein Schuss von Innenverteidiger José Fonte von der Strafraumgrenze aus knapp am Tor vorbei flog und natürlich in der 81. Minute beim Kopfball von Nani an den Pfosten nach einer Flanke von Quaresma. Die Schweizer ihrerseits vergaben die beste Chance auf die definitive Sicherung des Sieges bei einem Konter über Mehmedi und Dzemaili (70.).

Die Schweiz kam am Ende zum ersten Sieg gegen einen «Grossen» unter Petkovic. Zum Exploit nach Niederlagen in der EM-Qualifikation gegen England und dem Remis an der EM gegen Frankreich. So gut wie das Resultat war die Leistung aber nicht über die gesamten 90 Minuten. Die Schweizer leisteten sich in der Innenverteidigung den einen oder anderen Abspielfehler zu viel. Sie liessen sich in der zweiten Halbzeit zum Teil zu weit nach hinten drängen, weil die einzelnen Linien manchmal zu weit auseinander standen.

Angreifer zeigen ihr Potenzial

Doch am Ende verdienten sich die Schweizer den Sieg eben doch. Weil sie zum Beispiel unheimlich solidarisch verteidigten. Und anders als an der EM hatten sie dieses Mal nicht mehr Ballbesitz als der Gegner. Aber statt drei Toren in vier Spielen gelangen ihr nun zwei Tore in sieben Minuten. Die Schweizer zeigten gegen Portugal eine zuletzt selten gesehene Seite. Sie spielten effizient und kamen zu Stürmertoren. Zwei Treffer von Angriffsspielern waren in diesem Jahr in bisher acht Spielen noch nicht gelungen.

So gab es am Ende eigentlich nur eine negative Note: die Gelb-Rote Karte gegen Granit Xhaka in der Nachspielzeit. Der Spielmacher wird deshalb im zweiten Spiel am 7. Oktober in Ungarn fehlen.

Färöer knöpft Ungarn Punkt ab

Ungarn und Lettland, die beiden Schweizer Konkurrenten in der Gruppe B, taten sich zum Auftakt der WM-Qualifikation gegen vermeintliche Leichtgewichte schwer. Ungarn kam auf den Färöer-Inseln nicht über ein 0:0 hinaus.

Lettland setzte sich gegen Andorra mit dem Minimalskore von 1:0 durch. Der beim FC Zürich in der Challenge League engagierte Keeper Andris Vanins hielt das lettische Tor rein, auf der Gegenseite markierte Valerijs Sabala kurz nach der Pause den entscheidenden Treffer.

Schweiz - Portugal 2:0 (2:0)
St.-Jakob-Park, Basel. - 36'000 Zuschauer. - SR Mateu Lahoz (ESP).
Tore: 23. Embolo (Kopfball/Freistoss Rodriguez) 1:0. 30. Mehmedi (Seferovic) 2:0.
Schweiz: Sommer; Lichtsteiner (69. Widmer), Schär, Djourou, Rodriguez; Behrami, Xhaka; Embolo, Dzemaili (88. Fernandes), Mehmedi; Seferovic (78. Derdiyok).
Portugal: Rui Patricio; Cédric, Pepe, José Fonte, Guerreiro; William Carvalho (46. João Mario); João Moutinho (67. Quaresma), Adrien Silva; Bernardo Silva, Eder (46. André Silva), Nani.
Bemerkungen: Schweiz ohne Shaqiri, Lang und Zuffi (alle verletzt) sowie Tarashaj (krank); Portugal ohne Cristiano Ronaldo, Renato Sanches, Lopes und André Gomes (alle verletzt). 81. Kopfball von Nani an den Pfosten. 93. Gelb-Rote Karte gegen Xhaka wegen Fouls.
Verwarnungen: 41. Mehmedi (Schwalbe). 67. Behrami (Foul). 71. Xhaka (Reklamieren).

Andorra - Lettland 0:1 (0:0).
Andorra la Vella. - SR Pisani (MLT).
Tor: 48. Sabala 0:1.
Andorra: Pol; Rubio, Llovera, Lima, Marc García; Vales; Clemente (78. Pujol), Aláez (84. Moreira), Vieira, Martínez; Riera (30. Rebés).
Lettland: Vanins; Gabovs, Jagodinskis, Gorkss, Maksimenko; Lazdins (45. Laizans); Davis Ikaunieks (63. Torres), Janis Ikaunieks, Zjuzins (74. Karasauskas), Visnakovs; Sabala.
Verwarnungen: 3. Clemente. 11. Rubio. 24. Sabala. 26. Vieira. 45. Laizans. 53. Martínez. 71. Torres. 88. Marc Garcia.

Färöer - Ungarn 0:0.
Torshavn. - SR Vincic (SLO).
Färöer: Nielsen, Hansen, Gregersen, Nattestad, Davidsen; Benjaminsen; Vatnhamar, Olsen, Hansson (91. Vatnsdal), René Joensen; Edmundsson.
Ungarn: Gulacsi; Fiola, Guzmics, Lang, Kadar; Nagy; Nemeth (70. Nikolics), Kleinheisler (80. Stieber), Elek, Dzsudzsak; Priskin (27. Szalai).
Verwarnungen: 11. Kadar. 43. Kleinheisler. 54. Benjaminsen. 80. Fiola.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Klaus am 06.09.2016 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Gratulation der Schweiz

    Gratulation der Schweiz. Super Abwehr! Und nach vorne die Chancen genützt! Geht doch!

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  • Jenturio am 06.09.2016 21:23 Report Diesen Beitrag melden

    Portugal Zufalls-Europameister

    Ich lach mich schlapp, das soll der Europameister sein? Zeigt eindrücklich, dass das ein Zufalls-Meister war!

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  • Böhser Neffe am 06.09.2016 20:22 Report Diesen Beitrag melden

    WM 2018

    Liebe schweizer Nati, holt euch endlich mal ein Sieg gegen einen grossen Gegner wie Portugal. Somit wäre das ein optimaler Beginn für die WM-Quali und das Selbstvertrauen würde für alle kommenden Spiele steigen und euch weiterbringen. Also HOPP SCHWIIZ!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • anonym am 07.09.2016 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cr7

    Das einzige noch bitterliche am Schweizer sieg ist, sie können nicht mal sagen das sie cr7 geschlagen haben.

  • unglaublich am 07.09.2016 14:23 Report Diesen Beitrag melden

    aber wahr

    Die hatten noch zuviel Sagres im Blut.

  • A. Fleischmann am 07.09.2016 13:32 Report Diesen Beitrag melden

    Puste fehlte

    Hätten die "Schweizer" voller Insbrunst gesungen, wäre ihnen die Puste im Spiel ausgegangen. POR war singstark - etwas zuviel wohl. Ja, ich hätte den hellgrünen den Sieg gegönnt. (-:

  • Erich Burgener am 07.09.2016 12:07 Report Diesen Beitrag melden

    Hands-Regel

    Vielleicht wär es die Zeit wert, wenn die SRF Kommentatoren sich ein paar Minuten mit dem Fifa Regelwerk auseinandersetzen würden. Da steht zb: "Dem gegnerischen Team wird ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielt (gilt nicht fur den Torwart im eigenen Strafraum)." Nochmals zum Mitschreiben: "Absichtlich".

  • Florian Meier am 07.09.2016 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Portugal

    hätte gar nicht Europameister werden dürfen, denn diese Mannschaft hatte den einfachen Weg ins Finale. In der anderen K.O. haben sich Mannschaften gegenseitig ausgeschaltet, die mit Portugal kurzen Prozess gemacht hätten - so z.B. Deutschland und Italien. Die Schweiz wird an der WM wieder einmal kläglich gegen eine grosse europäische Nation scheitern.

    • Melanie GR Chur am 07.09.2016 13:19 Report Diesen Beitrag melden

      Ernsthaft

      Da kann POR nix dafür. Lag eben an der grösseren Teilnehmerzahl. Jedenfalls ist POR EM-Sieg verdienter, als der gestrige CHer Sieg!

    • t.r. am 07.09.2016 16:36 Report Diesen Beitrag melden

      @Melanie

      Genau. Schauen Sie lieber wieder Frauen Minigolf. Als Europameister sollten die in dieser Gruppe eigentlich am Schluss mit dem Punktemaximum an erster Stelle stehen, aber eben so gut sind sie leider doch nicht und wer in der Gruppenphase keinen einzigen Sieg holt (von den anderen Spielen in welchen Sie per Elfer gewonnen haben reden wir jetzt einmal gar nicht) ist sicher kein verdienter Europameister (übrigens gönnen mag ich es ihnen trotzdem). ps. Der Sieg der Schweiz von gestern ging völlig in Ordnung. Defensiv solid und Offensiv die Tore gemacht (im Gegensatz zum Europameister).

    • GAGA am 08.09.2016 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Melanie GR Chur

      lag vorallem daran das sich die grossen nicht als gr erster durchsetzen konnten

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