Vertragsdiskussionen

19. November 2019 18:23; Akt: 19.11.2019 18:23 Print

Die Zukunft von Petkovic ist eine Blackbox

von E. Tedesco, Gibraltar - Die Schweiz fährt im kommenden Sommer an die EM – mit Vladimir Petkovic, dessen Vertrag sich automatisch bis 2020 verlängerte. Und dann?

Nati-Trainer Vladimir Petkovic auf die Frage nach seiner Zukunft und die nächsten Schritte. (Video: 20 Minuten/ete)
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Die Schweiz hat sich mit dem 6:1-Sieg in Gibraltar zum vierten Mal in Folge für eine Endrunde qualifiziert. Zum dritten Mal unter Vladimir Petkovic. Der Nati-Trainer führte die Schweizer an die EM 2016 und an die WM 2018, wo man jeweils im Achtelfinal ausschied. Zählt man auch die Teilnahme am Final-Four-Turnier im Juni 2019 in der Nations League dazu, führte er die Schweiz an gar vier Turniere. Daran und an den Punkten (1,89 im Schnitt pro Spiel) gemessen, ist Petkovic der erfolgreichste Trainer in der Geschichte des SFV.

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Soll Vladimir Petkovic auch nach der EM 2020 Nationaltrainer bleiben?

Trotz der regelmässigen Erfolge darf die Qualifikation dennoch nicht als Selbstläufer angesehen werden. Yann Sommer sagt: «Das darf nie selbstverständlich werden für die Schweiz.» Und Granit Xhaka findet es «aussergewöhnlich», in zehn Jahren Jahren fünfmal an einem Turnier zu sein, «wenn man keine grosse Nation ist, sondern nur rund 8 Millionen Einwohner zählt». Petkovic sagt dazu: «Das ist eine grosse Leistung meiner Mannschaft, des Staffs und von allen Leuten, die an der Entwicklung der Schweizer Nationalmannschaft mitgeholfen haben. Wir müssen das schätzen, aber immer noch mehr wollen.»

Die Zukunft des Trainers

Wie es mit dem 56-Jährigen weitergeht, ist eine ungeklärte Frage. Die Zukunft des Nati-Trainers ist eine Blackbox. Als Blackbox bezeichnet man laut Wikipedia einen Kasten, der zwar Eingang und Ausgang besitzt, dessen Innenleben aber dunkel ist.

Das Dunkle in der Causa Petkovic: Will der Verband den Vertrag, der bis nach der EM 2020 gültig ist, verlängern? Will sich Petkovic das überhaupt antun und nach sechs Jahren noch eine Amtszeit anhängen? Erliegt er einem Angebot eines Topclubs? Kann er die Mannschaft noch weiterbringen?

Pierluigi Tami, der Chef der Schweizer Nationalmannschaft, freut sich für die Mannschaft, aber auch für die Fans. (Video: 20 Minuten/ete)

Plädoyer der Spieler

Petkovic will noch nicht über seine Zukunft sprechen. «Mein Kopf ist leer», sagt er nach dem Sieg in Gibraltar, «ich mache mir heute Abend dazu keine Gedanken.» Seine Spieler schon. Die machen sich für ihren Trainer stark. «Vladimir Petkovic hat einen sehr grossen Anteil am Erfolg. Er hat eine super Mentalität, die er uns weitergibt. Und jeder Spieler, den ich gefragt habe, ist glücklich und hofft auf eine weitere Zusammenarbeit», sagt Granit Xhaka.

«Ich bin der gleichen Meinung. Wenn sich ein Trainer so oft mit einem Team qualifiziert, wurde der Job gut gemacht», stimmt Sommer Xhaka zu. «Wir sind sehr happy, wie es läuft und wie er mit uns Spielern umgeht, Herausforderungen annimmt. Darum hoffe ich schwer, dass es zu einer Verlängerung kommt.» Mitspracherecht haben die Spieler nicht, sollte ihre Meinung aber gefragt sein, würden sie diese auch äussern.

Tami hat Vorschlagsrecht

Die Entscheidung liegt am Ende beim Zentralvorstand. Pierluigi Tami, Direktor Nationalmannschaften, hat das Vorschlagsrecht. Der neue Chef von Petkovic hält sich bedeckt. Sportlich sprechen alle Argumente für den Verbleib. An den Schwächen des Trainers wie Kommunikation, Aussendarstellung, Reisen zu den Spielern oder Sponsorentermine wahrzunehmen, könnte ein starker Verband arbeiten und seinem Angestellten gewisse Aufgaben diktieren.

Einen ersten Pflichttermin hat Petkovic schon bekommen. Am 30. November reist er mit einer Schweizer Delegation an die EM-Auslosung nach Bukarest. «Ich werde mit neutralen Gefühlen hinreisen, und dann sehen wir, wen wir zugelost bekommen», sagt er. Erst dann könne man die Planungen bis zur EM ein wenig konkreter angehen.

Und dann steht noch ein weiterer Termin in seiner Agenda: Am 13. Dezember wird er an einer Pressekonferenz seine Bilanz zum Fussballjahr 2019 ziehen. Und dann die Blackbox öffnen?


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nico am 19.11.2019 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltmeister werden?

    Wie die Medien jetzt versuchen Petkovic schlecht zu reden, was wollen wir Schweizer eigentlich, ja richtig wir wissen es ja selber nicht. Darum finde ich muss man auch Vladimir Respekt zollen.

  • Tschuli am 19.11.2019 18:36 Report Diesen Beitrag melden

    Er soll bleiben

    Eines unterscheidet ihn von den Vorgängern, der Erfolg! Das diese Frage überhaupt aufgeworfen wird?

  • Räppi am 19.11.2019 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Er macht

    Seinen job gut.die spieler würden nicht für ihn reden,wenn das nicht so wäre.warum eine winning team wechseln?kommt selten gut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jacky Bach am 19.11.2019 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt für die Leistung!

    Er ist bis jetzt der erfolgreichste Trainer. Seit wann werden im Fussball Resultate relativiert?Was ist es denn genau, das nicht passt? Die Herkunft? Dass er einigen alten Stars auf den Schlips getreten ist? Ich kann den Rummel nicht nachvollziehen. Diese Diskussion um Petkovics Trainerposten finde ich deplatziert.

  • Cavi33 am 19.11.2019 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwarten

    Wieso kann man nicht einfach bis nach der EM 2020 mit diesem Thema warten. Hat denn der Verband nur Halbschuhe an der Spitze, die EM zuerst analysieren und nachher über den Vertrag reden. Das ganze kommt mir vor wie im SEV. Nicht Petkovic sondern der Verband ist eine Blackbox ohne Kompetenz.

  • Kontrollfreak am 19.11.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegner werden stärker

    Nach dem ersten Spiel wird der Trainerwechsel wieder Thema, denn es sind andere Gegner als bei der Quali.

  • Stefan am 19.11.2019 20:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Bitte gehen sie Herr Petkovic! Danke!

  • Rüdiger am 19.11.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    düster

    Für die Leute die das nicht wissen: Blackbox ist der englische Begriff für einen Sarg. Seine Zukunft sieht also sehr düster aus.