Zwölf Teams in der Super League

21. August 2019 12:50; Akt: 21.08.2019 16:56 Print

Die wichtigsten Fragen zur Fussball-Reform

Halbierte Punkte, zwei Aufsteiger, ein Europacup-Playoff: Das bringt die Liga-Revolution.

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Vor zwei Jahren hatte sich die Liga gegen eine Aufstockung ausgesprochen. Warum wird nun im November erneut über die Zwölferliga abgestimmt? Aus mehreren Gründen. Im Frühling haben mehrere Clubs Anträge auf Aufstockung der Liga gestellt. Ausserdem haben sich die Grundvoraussetzungen verändert. Im Herbst 2017 war der neue und auf eine Zehnerliga ausgerichtete TV-Vertrag gerade erst angelaufen. Bei einer Aufstockung hätten die TV-Prämien auf 12 statt 10 Clubs aufgeteilt werden müssen. Ausserdem zeigten auch die Fernsehpartner kein Interesse an einer Zwölferliga. Nun soll der Modus ab der Saison 2021/22 gelten. Dann gilt auch ein neuer TV-Vertrag.

Wie wird der Modus mit 12 Teams aussehen? 22 Runden werden von Juli bis März gespielt. Danach wird die Meisterschaft mit je sechs Clubs in Final- und Platzierungsrunde geteilt. Das Komitee der Swiss Football League (SFL), das den Vorschlag ausgearbeitet hat, schlägt eine Punkteteilung nach 22 Runden vor. Es ist aber denkbar, dass die Vereine davon absehen. Der Sieger der Finalrunde ist Meister. Der Letzte der Platzierungsrunde steigt ab, der Vorletzte geht in die Barrage. Der Sieger der Platzierungsrunde erhält ausserdem die Chance, sich in einem Playoff mit Hin- und Rückspiel gegen das dritt- oder viertplatzierte Team der Finalrunde einen Europacup-Platz zu erspielen. In der Challenge League wird wie bisher mit einer Zehnerliga gespielt. Der Sieger steigt direkt auf, der Zweite geht in die Barrage.

Was passiert in der Übergangssaison 2020/21? Es wird zwei direkte Aufsteiger aus der Challenge League geben. Der letzte Platz in der aufgestockten Super League wird in einer Barrage mit Hin- und Rückspiel zwischen dem zehntplatzierten der Super League und dem drittplatzierten der Challenge League ausgespielt.

Welche Rolle spielt das Geld bei den Aufstockungsplänen? Eine grosse. Liga-Präsident Heini Schifferle erhofft sich durch den neuen Modus höhere Einnahmen bei der nächsten Ausschreibung der TV-Rechte, bisher nimmt die Liga mit der Vermarktung rund 40 Millionen Franken jährlich ein. Mehr Geld ist auch nötig, um die Clubs zufriedenzustellen, muss doch das TV-Geld nach der Aufstockung durch mehr Vereine geteilt werden. Ausserdem verlieren die Super-League-Clubs gegenüber heute zwei Heimspiele, eine Saison hat nur noch 32 statt wie bisher 36 Runden.

Ist später eine weitere Aufstockung von 12 auf 14 Super-League-Clubs denkbar? Nach aktuellem Stand nicht. Die Swiss-Football-League hat sich von der auf Modusfragen spezialisierten Firma Hypercube beraten lassen und glaubt, dass es kein Potenzial für mehr als 12 Super-League und 10 Challenge-League-Teams gibt.

Für die Änderungen ist innerhalb der 20 Proficlubs eine Zweidrittelmehrheit erforderlich. Ist die realistisch? Absolut. Entschieden wird an der SFL-Generalversammlung am 22. November. Die Liga-Führung hat den Aufstockungsplan erst lanciert, nachdem sie mit allen Vereinen gesprochen hat.

Kann der Plan trotzdem noch scheitern? Kaum - obwohl einen Tag nach der SFL-GV auch der Verbandsrat des Schweizerischen Fussball-Verbandes noch seine Zustimmung geben muss. Die drei Kammern des Verbands sind nebst der SFL die 1. Liga und die Amateurclubs. Die Reaktionen auf die Vorgespräche waren gemäss SFL sehr positiv. Auch die 1. Liga profitiert durch zusätzliche Aufsteiger aus der Promotion League in die Challenge League. Und eine attraktivere Spitze kommt auch der Breite, also den Amateurclubs, zugute. Dass die Saison künftig nur noch 32 Runden hat, gibt ausserdem Luft im dichten Fussballkalender - und Raum für andere Projekte in Liga und Verband, etwa einen Supercup.

Fussball

(ukä/mrm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saccellaphyllaccass am 21.08.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein völlig falscher Anreiz!

    Zitat: "Der Sieger der Platzierungsrunde erhält ausserdem die Chance, sich in einem Playoff mit Hin- und Rückspiel gegen das dritt- oder viert-platzierte Team der Finalrunde einen Europa-cup-Platz zu erspielen." Völlig falscher Anreiz! Die beiden Clubs in der Finalrunde sollen in der Europacup-Quali spielen - die haben es sich "verdient". Wer in der Platzierungsrunde gelandet ist, versucht a) nicht abzusteigen und b) nächste Saison die Finalrunde zu erreichen.

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  • Bernerfussballfan am 21.08.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fussball-Reform

    Der falsche Weg ist das der Plazierugssieger noch eine unnötige unverdiente Chance gegen den 3 oder 4 platzierten bekommen soll, Idiotie hoch Fussballverband. Wieso sollen der 3 oder 4 bestraft werden mit einem solchen Schwachsinn. Alles andere kann man brauchen, wir haben dies ja schon gehabt. Es ist nicht neu erfunden ausser die zwei unnötigen unverdienten Spiele. Der 7 ist einfach der 7, fertig.

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  • Tomi am 21.08.2019 13:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewürge

    Punkteteilung und Final-/Abstiegsrunde ist Blödsinn. Der beste über die gesamte Saison soll Meister werden, basta.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reiner Unfug am 22.08.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zuerst sollte...

    die Bezeichnung "Super-League" geändert werden.

  • Nick am 22.08.2019 14:40 Report Diesen Beitrag melden

    Macht nur so weiter ...

    Am Ende spielt jeder Dorfclub in der höchsten Liga. Interessiert das dann noch irgendwen? Qualität, nicht Quantität!

  • peter laufmann am 22.08.2019 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schnee von gestern

    und wird sich so wie die F1 mit ihrem Regelwahnsinn selber schrotten. Will man so auch noch beide zürcher Clubs oben halten?

  • Hättrick am 22.08.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Auch so wird er Super-League Fussball

    nicht besser! Die Budget Unterscheide innerhalb der Liga sind zu gross, aus diesem Grund sollte jede SL Mannschaft verpflichtet sein 6 Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in der Startaufstellung zu haben. Die Schiris sollten besser ausgebildet sein. Andere Anspielzeiten am Sa. 15.30 und So 13 Uhr. könnte evt. für die Zuschauer attraktiver sein.

  • el futbol am 22.08.2019 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    oldschool fan

    ich persönlich mag eine 16/18er Liga, auch weil diese ein sicheres Mittelfeld hätte. Als Fan möchte ich nicht nur um den Meistertitel oder den Abstieg fighten. Es langweilt mich auch, 4 x gegen den gleichen Gegner spielen zu müssen. Ob das Niveau dadurch steigt oder sinkt, oder ob ein paar Hundert mehr oder weniger kommen, finde ich jetzt nicht soo wichtig. Es hätten aber mehr Klubs die Möglichkeit in der SL zu spielen, was evtl. kleineren Vereinen helfen könnte, mehr Geld zu aquirieren.