Ausschreitungs-Chronologie

03. Oktober 2011 10:30; Akt: 04.10.2011 14:31 Print

Die schwersten Krawalle mit Schweizer Klubs

Der Spielabbruch beim 226. Zürcher Derby ist einer der Tiefpunkte im Schweizer Fussball. Doch es kam bereits öfters zu schweren Ausschreitungen, wenn mindestens ein Schweizer Klub auf dem Spielfeld stand.

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Vor dem Cup Final zwischen den Grasshoppers und dem FC Basel im Berner Stade de Suisse kam es auf dem Marsch durch die Stadt zu einer heftigen Schlägerei zwischen den beiden Fangruppen. Die Basler Fans rissen am Bärenplatz einen Baustellenzaun ein und gelangten so zu den GC-Fans. Hier ziehen die Basler Fans über die Kornhausbrücke zum Stade de Suisse. Nach den Krawallen in der Innenstadt sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause: «Das war der letzte Fanmarsch durch Bern.» Im Block mit den GC-Fans kommt es in der 76. Minute zu Randalen, nachdem mehrere Petarden (wohl) von FCZ-Fans in den Sektor geworfen wurden. Schiedsrichter Kever bricht die Partie beim Stande von 2:1 für GC ab. Der Heimklub verliert beim entscheidenden Spiel um den Abstieg mit 0:2. Einige «Fans» verlieren daraufhin die Fassung. Die Randalierer lassen ihrer Wut freien Lauf, zerstören Mobiliar, legen sich mit der Polizei an. FCZ-Fans werfen nach dem 2:0 (Endstand 4:0) Petarden in den darunter liegenden Familien-Sektor. Das Spiel wurde unterbrochen und rund 800 Zuschauer evakuiert. Nach dem Spiel gab es weitere Ausschreitungen, bei denen 45 Personen verletzt wurden. Der FCZ wurde mit zwei Geisterspielen sowie 30 000 Franken bestraft. Der FCZ wird durch ein Tor in der allerletzten Sekunde Schweizer Meister. Danach laufen mehrere hundert Basler Fans auf den Platz, eine geordnete Pokalübergabe ist nicht möglich. Hinter der Tribüne kommt es zu Strassenschlachten zwischen Basler Hooligans und der Polizei. Der FC Basel wird mit einer Stadionsperre von zwei Spielen («Geisterspiele») sowie mit einer Busse von 80 000 Franken belegt. Eine aus dem Sittener Fan-Block geworfene Petarde trifft Servette-Goalie Eric Pédat. In der Pause lässt sich der Keeper auswechseln und klagt über Gleichgewichtsstörungen und Ohrenschmerzen. Servette spielt unter Protest zu Ende und verliert 1:2. Die Disziplinarkommission ordnet ein Wiederholungsspiel an. In der Pause, als die Spieler auf dem Weg in die Garderoben waren, detonierte neben dem Spielertunnel ein Kracher. Der vierte Offizielle wurde verletzt. Schiedsrichter Michael Piraux (Be) brach die Partie, die wegen einer Stadionsperre gegen die Fiorentina in Salerno stattfand, in der Pause beim Stande von 2:1 für die Italiener ab. GC wurde von der UEFA ein Forfaitsieg zugesprochen, wodurch die Zürcher trotz 0:2-Niederlage im Hinspiel die nächste Runde erreichten. Im alten Hardturm eskaliert die Situation im Block der Gästefans. Unzählige Petarden fliegen in den Strafraum, nachdem es unter den kroatischen Fans zu Krawallen gekommen war. Der Schiedsrichter unterbrach nicht. Die Spieler mussten die brennenden Feuerwerkskörper umspielen. Die Partie wurde zu Ende gespielt, GC verlor 0:5.

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Krawalle gehören heutzutage beim Fussball leider Gottes dazu wie das Amen in der Kirche. Die Sicherheitsdiskussion begleitet die Spielberichterstattung schon seit langem und es scheint kein Ende in Sicht. Mal handelt es sich «lediglich» um Scharmützel einiger weniger Chaoten, mal sind die Ausschreitungen massiv wie am Sonntag in Zürich.

Eine Zusammenstellung der schwersten Ausschreitungen, bei denen mindestens ein Schweizer Klub auf dem Spielfeld stand, finden Sie in der Bildstrecke oben.

(mon/sda)