Schweizer Meister 2012

30. April 2012 07:07; Akt: 30.04.2012 07:29 Print

Die spontanste unspontane Meistersause

von Eva Tedesco - Sternchen in der Tabelle hin, juristisches Geplänkel her – Basel ist endlich Meister und feiert eine spontane unspontane Party – mit Champagnerduschen, Gummipokal und gelösten Emotionen.

Der FC Basel feiert mit tausenden Fans seinen Titel-Hattrick am Barfüsserplatz in Basel. Routinier Benjamin Huggel moderiert die Sause auf dem Balkon des Stadtcasino. (Video: 20 Minuten Online)
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Nicht nur im ausverkauften Joggeli feierte Basel den ersten Titel-Hattrick in der Geschichte des FCB. Die halbe Stadt war danach auf den Beinen. Tausende Fans haben sich auf dem «Barfi» versammelt und die Basler Innenstadt in eine rotblaue Arena verwandelt. Lange mussten sie ausharren, bis Streller, Huggel und Co. auf dem Balkon des Stadtcasinos zur «spontansten unspontanen Meisterfeier», wie Huggel es sagte, auftauchten.

Altmeister Huggel übernahm dann auch wie schon in den letzten Jahren die Moderation hoch oben über der glückseligen Fan-Gemeinde. Einen frischgebackenen Meister nach dem anderen rief er via Mikrofon vor die Menge. Bewaffnet mit einer gut geschüttelten Champagnerflasche zeigten sich Frei, Shaqiri und Co. auf dem Balkon und liessen sich feiern. Nie war Huggel um einen Spruch verlegen. Als «Zauberzwerg» bezeichnete er Xherdan Shaqiri. Die Menge tobte. «Die Nummer 13, die ab und zu auch ein Tor schiesst», war für Alex Frei gedacht. «Das isch emol e Goal»-Gesänge skandierten den Auftritt des Super-League-Toptorjägers in Anlehnung an sein Traumtor aus rund 25 Metern gegen GC.

«Dr Steini isch e glatte»

Denn Markus Steinhöfer mag Huggel «besonders gut leiden», doch ankündigen musste der Routinier den Defensivmann (auf dem Platz, nicht beim Feiern) nicht gross. Denn «Steini» ist spätestens seit seinem Lattenknaller in der Champions League gegen Manchester United Kult. Die rotblaue Fan-Gemeinde stimmte Steinhöfers Kultsong «Dr Steini isch e Glatte, dr Steini isch e Glatte, dr Steini haut dr Ball and Latte» automatisch an.

In Granit Xhaka fand Huggel einen würdigen Nachfolger für künftige Meister-Moderationen – sofern der Jungspunt nicht dem Ruf der Bundesliga folgt und zu Gladbach wechselt. Xhaka schnappte sich das Mikrofon und übernahm die Rolle des Leadsängers. Wobei man fast gewillt wäre zu sagen, dass Xhaka den Ball zum Glück besser trifft, als die Töne. Aber voller Inbrunst wars trotzdem und vor allem hatte die Menge ihren Spass dran.

Vogel mit Gummi-Pokal und Mühe, sich durchzusetzen

Der Mann des Abends war Heiko Vogel. Als der frischgebackene Meistertrainer den Gummi-Pokal in den Nachthimmel streckte, gerieten die Fans ausser Rand und Band. Der «Barfi« verschwand unter dem Rauch der Pyros und die «Heiko, Heiko»-Rufe wollten nicht enden. Immer wieder setzte Vogel zu seiner Ansprache an. Immer verhallten seine Worte ungehört im nimmer endendem Jubel der Fans. Der Meistertrainer musste einsehen, dass es einfacher ist, eine Mannschaft von Fussball-Millionären zu disziplinieren, als eine feiernde Anhängerschaft. Doch dann setzte sich der Deutsche doch durch und bedankte sich – sehr emotional – beim «12. Mann».

Neben dem Dank für die Treue gab der Cheftrainer Versprechen ab, und kündigte die Titelverteidigung an und noch vorher den Cupsieg am 16. Mai gegen den FC Luzern. «Und ich verspreche, dass ich nicht zu Hamburg wechseln werde», rief Vogel zum Abschluss in die Menge und von da an gab es für die tausenden Fans kein Halten mehr.

Die eigentliche Party steht noch aus

Gegen Mitternacht verschob sich der rotblaue Tross aus dem Pub «Papa Joe’s» in den Klub «Acqua», wo es Degen, Steinhöfer, Kovac und Co. – alles total spontan unspontan natürlich - erst richtig rocken liessen. Dabei steht die eigentliche Meisterfete noch aus: Die steigt am 23. Mai nach dem letzten Spieltag. Und dann ist auch der richtige Pokal dabei und keine Gummi-Attrappe. Aber was ist schon normal in dieser komischen Super-League-Saison.
Heiko Vogel feiert mit den Fans den 15. Meistertitel des FCB und den ersten Titel-Hattrick in der Vereinsgeschichte der Rotblauen. (Video: 20 Minuten Online)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • 1886 am 01.05.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist Rekordmeister?

    GC ist und bleibt Rekordschweizermeister. Zürich ist somit immer noch erfolgreicher als Basel. Bis das die Basler geschafft haben geht es noch eine weile ;)

  • e Basler! am 30.04.2012 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zitat

    heiko vogel sagte: "wenn mich jemand fragen würde, was die beste entscheidung meines lebens war, dann wäre dies sicher dabei: ich ging nicht nach hamburg sondern blieb bei euch!" er hat sich einen seitenhieb gegen fink nicht verkneifen können!

  • Pyrochef am 30.04.2012 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    ProPyro!

    Danke Drago!!:-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • 1886 am 01.05.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist Rekordmeister?

    GC ist und bleibt Rekordschweizermeister. Zürich ist somit immer noch erfolgreicher als Basel. Bis das die Basler geschafft haben geht es noch eine weile ;)

  • Moser Marlies am 30.04.2012 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit 2 Ellen messen

    Die Sichtweise machts. Pyros im Kanton Zürich: Sondersendungen im TV, Abstrafung, Stadionverbot und Geisterspiele, dazu wüste Beschimpfungen duch Sportjournalisten. Pyros gezündet von Fans und Spieler des FCB's: Gratulationen und Stillschweigen

    • Theo Stiller am 30.04.2012 13:25 Report Diesen Beitrag melden

      Bravo!

      Bravo! Du hast was gefunden zum meckern! Nur weil man in Zürich in Sachen Fussball nichts zu feiern hat...

    • xy xy am 30.04.2012 16:19 Report Diesen Beitrag melden

      kleine feine unterschied

      der unterschied liegt in der handhabung: in zürich schmeissen sie sich diese gegenseitig an und in basel ist es der ausdruck von freude und positiven emotionen...

    • Mike Schmid am 30.04.2012 17:59 Report Diesen Beitrag melden

      Unterschiede

      Tja es sind halt die Menschen die Menschen die es unterschiedlich sehen und machen: in Zürich werden die Pyros nach dem zünden auf Menschen geworfen in Basel nicht...

    einklappen einklappen
  • Max Göldi am 30.04.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Mal wieder schön zu sehen wie die Doppelmoral von Herr und Frau Schweizer ist. Wird in einem Stadion eine schöne Pyroshow gemacht sind es alles Chaoten, aber gibt es bei einer Meisterfeier Pyro wird von Emotionen und wie schön es doch aussieht gesprochen. Das gleiche gilt natürlich für die Medien.

    • Mike Schmid am 30.04.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      Jurafrage

      in Basel gibt es keine Doppelmoral diesbezüglich, nur eine andere als jenseits des Juras...

    einklappen einklappen
  • Römi am 30.04.2012 11:11 Report Diesen Beitrag melden

    Pyrotechnik ist kein Verbrechen!

    Also entweder 2 jähriges Stadionverbot für Dragovic, oder die Verbote für alle Fans, welche wegen Pyro Stadionverbot erhalten haben, auflösen.

    • Chris Hase am 30.04.2012 13:50 Report Diesen Beitrag melden

      ein bisschen verwirrt...

      ...das war ja im Stadion oder ?

    • Bugs. am 01.05.2012 17:00 Report Diesen Beitrag melden

      pyro

      das spielt doch keine rolle ob es im stadion ist oder nicht. dragovic hat eine vorbildfunktion für jeden fan und er wird dieser nicht gerecht wenn er ein pyro zündet Pyrotechnik ist kein Verbrechen!

    einklappen einklappen
  • e Basler! am 30.04.2012 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zitat

    heiko vogel sagte: "wenn mich jemand fragen würde, was die beste entscheidung meines lebens war, dann wäre dies sicher dabei: ich ging nicht nach hamburg sondern blieb bei euch!" er hat sich einen seitenhieb gegen fink nicht verkneifen können!