Rekordmeister in der Krise

20. Oktober 2019 13:34; Akt: 20.10.2019 16:22 Print

Diese Stars versauerten bei Manchester United

Der englische Rekordmeister hat Millionen in «Transferflops» investiert, die eigentlich riesiges Potenzial haben sollten.

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Der englische Rekordmeister Manchester United steckt in der Krise. Nach acht gespielten Runden in der Premier League, steht der reichste Fussballverein der Welt auf dem zwölften Tabellenplatz – nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz. Der letzte Meistertitel liegt bereits sechs Jahre zurück. 2013 feierte man den letzten Erfolg unter Coach Sir Alex Ferguson. Seit Ende der «Ferguson»-Ära läuft der Club aber seinen glorreichen Zeiten hinterher. Der Club leistete sich auch in der Vergangenheit diverse Fehlentscheidungen in der Transferpolitik.

So zum Beispiel Paul Pogba, den der Rekordmeister 2012 ablösefrei zu Juventus Turin abgab und ihn vier Jahre später für 105 Millionen Euro zurückholte. Der Franzose überzeugte bisher aber nicht immer und gab im Sommer gar bekannt, den Verein bereits wieder verlassen zu wollen. Oder dann Alexis Sanchez, der wettbewerbsübergreifend gerade mal 45 Spiele in zwei Saisons absolvierte und ein fürstliches Gehalt von rund 567'000 Pfund pro Woche verdient. Auch der Brasilianer Fred, der für rund 60 Millionen Euro von Shakhtar Donetsk kam und mehr Kreativität ins Spiel bringen sollte. Bisher schmort der 26-Jährige aber meist auf der Bank und kommt nur selten zum Einsatz – und wenn, weiss er nicht zu überzeugen.

Eine Milliarde seit 2013

Seit dem Rücktritt von Sir Alex Ferguson 2013 hat United über eine Milliarde Euro in neue Spieler investiert. Einige dieser Spieler wurden mit dem Prädikat «Transferflop» bezeichnet und haben somit alle zur jahrelangen Krise beigetragen. Darunter sind Namen zu finden wie Memphis Depay, Angel Di Maria, Romelu Lukaku und Alexis Sanchez. Sie alle konnten die Erwartungen entweder nicht erfüllen oder ihre Leistungen auf dem Platz nicht abrufen. Doch an den Spielern lag es nicht immer, denn viele der sogenannten «Transferflops» haben ihre Form nach ihrer Zeit bei Manchester United wieder gefunden und sind für ihre derzeitigen Clubs unabdingbar.

Memphis Depay
Olympique Lyon

Auf die Saison 2015/16 holte der damalige United-Trainer Louis Van Gaal Memphis Depay für 34 Millionen Euro aus Eindhoven. Der Wechsel erfolgte zu einer Zeit, in welcher der Verein bereits Mühe bekundete, mit den besten Premier-League-Teams mitzuhalten. Ein Druck mit dem der 21-Jährige noch nicht umgehen konnte. Obwohl er in der Vorsaison mit dem PSV Eindhoven den Meistertitel holte und auch Torschützenkönig in der holländischen Eredivise wurde. Sein Talent liess er einige Male aufblicken, doch meistens war er ein Schatten seiner selbst. In insgesamt 54 Spielen gelangen dem holländischen Nationalspieler gerade einmal sieben Tore und neun Assists.

Doch seit dem Wechsel zu Olympique Lyon im Januar 2017 geht die Karriere des in Manchester gescheiterten Depays wieder steil nach oben. In der Rückrunde erzielte er in 18 Spielen fünf Tore und bereitete weitere acht Treffer vor. In der darauffolgenden Ligue-1-Saison traf der Flügelstürmer 19 Mal ins Netz und bediente 13 Mal einer seiner Mitspieler. Nicht mehr ganz so stark, aber dennoch auffällig präsentierte er sich in der Saison 2018/19. In der Ligue 1 erzielte er zehn Tore und genau so viele Assists. Aller Erwartungen entgegen, wechselte er zur Saison 2019/20 nicht erneut zu einem Top-Verein, trotz offenkundigen Wechselwünschen. Auch in der aktuellen Saison hat er in der Ligue 1 bereits vier Treffer und eine Vorlage auf dem Konto. Zudem erweist er sich auch in der holländischen Nationalmannschaft als wichtige Stütze. Gegen Nordirland leitete er mit dem späten Ausgleichstreffer die Wende ein und reüssierte ein weiteres Mal zum 3:1-Endstand.

Ángel Di María
Paris St. Germain

Aussortiert bei den Königlichen aus Madrid wechselte Di María im August 2014 mit einer Rekordablöse von 75 Millionen Euro zu Manchester United. Leistungstechnisch spielte der trickreiche Flügelstürmer eine grundsolide Saison: Drei Tore und elf Assists. Es wurde ihm jedoch vorgeworfen, nicht seine volle Leistung abrufen zu können und er verstand sich auch nicht mit Trainer Louis Van Gaal. Probleme bekundete der Argentinier aber nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Während des einjährigen Engagements beim Rekordmeister wurde zweimal in sein Haus eingebrochen. Di María und seine Familie wollten wieder aus England weg.

So erhielt er die Freigabe und wechselte zur Saison 2015/16 zu Paris St. Germain. in seiner ersten Saison in der französischen Hauptstadt schoss er zehn Tore und bereitete weitere 18 vor. Seit seinem Wechsel nach Paris erzielte der Argentinier in 127 Pflichtspielen 41 Tore und 45 Assists.

Romelu Lukaku
Inter Mailand

Der belgische Vollblutstürmer hatte eine schwere Bürde, musster er den nach Amerika abgewanderten Zlatan Ibrahimovic ersetzen. In der Saison 2017/18 bewies Lukaku aber noch seine Stürmerqualitäten. Er erzielte unter José Mourinhos Defensivfussball wettbewerbsübergreifend 27 Tore und hat für sieben Torvorlagen gesorgt. In seiner zweiten Saison war er zwar immer noch für die meisten Tore verantwortlich, hatte aber mit Kritik an seiner Person und teilweise mit Übergewicht zu kämpfen. Der Belgier war auch einer der Spieler, der den Rauswurf Mourinhos beklagte. Bei United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer stand er schnell auf dem Abstellgleis.

Nun hat sich Lukaku Inter Mailand angeschlossen. Bereits im ersten Freundschaftsspiel traf er viermal beim 8:0-Sieg über das unterklassige Virtus Bergamo. In der aktuellen Saison steht der Belgier bereits bei drei Toren in sieben Spielen. Ein fader Beigeschmack bleibt aber: Lukaku wurde bereits zweimal Opfer von rassistischen Angriffen in Italien. Die Form auf dem Platz scheint aber wieder zu stimmen, während bei United mit Hochdruck ein neuer Stürmer gesucht wird.

Alexis Sanchez
Inter Mailand

Von Liga-Konkurrent Arsenal holte Manchester United auf die Saison 2017/18 Alexis Sanchez und zahlte dem Chilenen wöchentlichen 567'000 Euro. Der wirbelige Flügel hatte aber während seiner Zeit bei United immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Ähnlich wie bei Di María wurde auch ihm mangelnde Einsatzbereitschaft vorgeworfen, wenn er mal spielte. In nur 45 Pflichtspielen sammelte der chilenische Nationalspieler gerade einmal 14 Skorerpunkte.

Auf diese Saison hin wechselte der 30-jährige Sanchez per Leihe zu Inter Mailand. In Italien angekommen überzeugte er zwar bei seinem Debüt für die Nerazzurri mit zwei Toren, doch musste er den Platz vorzeitig aufgrund eines Platzverweises verlassen.

Zurück zu den Wurzeln

Im Sommer hat United insgesamt 160 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Unter anderem wurde mit Harry Maguire der teuerste Verteidiger der Welt für 85 Millionen Euro geholt. Von Crystal Palace wurde Aaron Wan-Bissaka für 55 Millionen und Daniel James von Zweitligist Swansea City für 17 Millionen Euro eingekauft. Vor allem mit James und Wan-Bissaka hat der Verein zu seinen Wurzeln zurückgefunden. Beides sind Spieler, die sich mit guten Leistungen in kleinen Clubs in den Vordergrund spielten und nun den nächsten Schritt in ihrer Karriere wagen. Ein Rezept, dass sich in der Ferguson-Ära bewährt hat. Beispiele dafür sind Rio Ferdinand, Nemanja Vidic, Nani oder Edwin Van der Sar. Spieler, die den Verein über Jahre hinweg mitgeprägt haben.

Nun kommt mit Liverpool, dem bisher ungeschlagenen Leader der Premier League, ein richtungsweisendes Spiel, welches offenbaren wird, wie es beim kriselnden Rekordmeister weitergehen wird oder wer die «Red Devils» wieder aus der Krise schiessen könnte.

Fussball

(uek)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TR am 20.10.2019 15:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Französische Liga

    Im Grunde genommen ok, aber ganz ehrlich: Memphis und Di Maria sind zwar gute Spieler, aber nur weil sie in der französischen Liga überzeugen muss das noch lange nichts heissen

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  • F-TiM am 20.10.2019 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inter

    Lukaku hat heute 2 Tore geschossen! :) Es wird immer besser. Sanchez ist leider verletzt aber hat viele Fans gewonnen mit seinem Einsatz.

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  • RF am 20.10.2019 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Übergewicht

    "Er litt unter Übergewicht"? Also ob das bei den meisten Memschen eine Krankheit wäre(ausnahmen bestätigen die Regel)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomson1994 am 24.10.2019 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kann es nicht oft genug sagen...

    Immerhin sind die Manager die Bösen, aber ein Sanchez verdient +500K die Woche!!! Gibt keinem Arbeit, erbringt keinen Mehrwert für die Gesellschaft... und wo ist hier der linke Aufschrei? Ah nein.... ist ja was anderes... der arme trainiert ja so hart jeden Tag...

  • ManU-Fan am 21.10.2019 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Pogba

    Pogba gehört sicher nicht zu de flops wenn die Mannschaft um ihn herum gebaut wird, wie es die sportliche leitung gesagt hat. Er zaubert weniger aber erobert bälle, baut das spiel auf, macht seine assists und auch seine tore. er dribbelt lediglich weniger weil das in der PL auch schwieriger ist als in italien. trotzdem halte ich ole s kurs für den richtigen. da wird jetzt etwas aufgebaut was noch früchte tragen wird. Sir alex brauchte auch seine Zeit.

    • bro am 21.10.2019 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ManU-Fan

      Als united fan gebe ich dir recht damit dass ole zeit braucht denn von nichts kommt nichts und es passt nicht zur vereinsphilosofie jede saison den trainer zu wechseln. Allerdings bin ich der meinung dass wir pogba verkaufen müssen. So schaffen wir platz für jemanden der mit dem herz dabei ist und alles für das team geben wird, wie zb mctominay. Der junge ist ein fighter und gefällt mir sehr gut.

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  • Ganjaflash am 20.10.2019 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Donel am 20.10.2019 17:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fakten

    Fussball ist reine spekulation aber es schmerzt schon zu sehen wie Milliarden verballert werden, in Ländern wo das Volk das Geld besser gebrauchen könnte..

  • Theorie &Praxis am 20.10.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übergewicht????

    Er war garnie übergewichtig, er hat grundsätzlich einen breiten körperbau aber das hat absolut nichts mit übergewichtig zu tun. Ausserdem hatte er einfach pech, wie depay, di maria, sanchez usw., das er beim schlechtesten manu spielen musste allerzeiten. Was will man erreichen mit einem rojo, fred, lingard, maguire und einige mehr? Durchschnittsspieler die nichts bei einem grösseren verein zu suchen haben

    • urschweizer am 20.10.2019 15:46 Report Diesen Beitrag melden

      Das mit den Durchschnittsspielern ...

      ... passt aberg haargenau auf Lukaku ebenfalls. Der ist nur brauchbar, wenn sein Kollegen ihm den Ball auf die Torlinie servieren - zum Glück funktioniert das nicht immer. UND, Leistungsbereitschaft ist auch nicht sein Markenzeichen.... Und mannschaftsdienlich ... ???

    • MaraPele am 20.10.2019 16:02 Report Diesen Beitrag melden

      @Theorie

      Genauso ist es! Die Spieler reissen sich kein Bein aus! Kein Herzblut, dazu kommt, dass sie limitiert sind.

    • Dk10 am 20.10.2019 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Theorie &Praxis

      Ich glaube die haben da ärzte die das alles genau messen und so anhand des kfa und anderes sie die entscheidung treffen können ob jemand übergewichtig ist für diesen sport oder nicht.

    • Dk10 am 20.10.2019 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @urschweizer

      Serie a: 8 spiele 5 tore Nationalmannschaft belgien: 84 spiele 53 tore. Manschsftsdienlich??

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