FCB

07. März 2011 20:00; Akt: 08.03.2011 17:05 Print

Doch ein neuer Vertrag für Costanzo?

von Sandro Compagno, Eva Tedesco - Der Fall schien klar: Franco Costanzo wird den FC Basel im Sommer verlassen, Yann Sommer sein Nachfolger. Doch es gibt Anzeichen, dass der FCB-Captain am Rheinknie bleiben könnte.

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Franco Costanzo, Leader auf dem Feld und in der Kabine. (key)

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Das Lob kam vom Stürmer, der den Spitzenkampf gegen den FC Zürich mit zwei Toren mitentschied. «Ich habe selten einen Goalie erlebt, der eine Mannschaft derart im Spiel hielt wie Franco», sagte Alex Frei nach dem 3:1-Sieg im «Klassiker».

Mit Weltklasse-Paraden vereitelte Costanzo erst das Zürcher 2:0 durch Alphonse (48.) und drei Minuten später die er­neute FCZ-Führung zum 2:1 durch Djuric.

Im Sommer 2006 war der Argentinier für rund 3,5 Millionen Franken von Alaves (Sp) ans Rheinknie gekommen. Seither gewann er zwei Meisterschaften, drei Schweizer Cups und stand zweimal in der Champions League.

Nur: Mit seinen 1,2 Millionen Franken Jahressalär ist Costanzo mit Abstand der teuerste Goalie der Super League. Sein Vertrag läuft aus und mit dem begabten Yann Sommer (22) steht ein valabler Ersatzmann (mit 5-Jahres-Vertrag) bereit.

Noch will (oder kann?) der FCB in der «Causa Costanzo» nicht kommunizieren. Trainer Thorsten Fink: «Solange die jetzige Situation unsere Goalies in der Konzentration nicht stört, bleibt das auch so.» Ein erstes Vertragsangebot des FCB schlug Costanzo aus. Gemäss Informationen von 20 Minuten ging es neben dem Lohn auch um die Vertragsdauer. Costanzo möchte einen langfristigen Vertrag, der FCB bremst. Gespräche laufen und offenbar haben sich beide Seiten in den letzten Wochen angenähert. Bis spätestens Ende März soll Klarheit herrschen.

Franco Costanzo hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es ihm in der Schweiz ausnehmend gut gefällt. Der Mann aus Rio Cuarto in der argentinischen Pampa ist mit seiner Familie heimisch geworden. Im Frühling erwartet seine Frau das dritte Kind. Costanzo hat aber auch stets gesagt, er wolle nie gegen den FCB spielen. Ein Transfer vom Branchenleader zum Verfolger FCZ, der ein massives Goalieproblem vor sich herschiebt, scheint also ausgeschlossen.