Heftige Vorwürfe

16. März 2011 11:06; Akt: 16.03.2011 11:13 Print

Doping-Knatsch um die Barça-Kicker

Ein Radiosender streut das Gerücht, der FC Barcelona arbeite mit dubiosen Ärzten - und unterstellt den Katalanen indirekt Dopingmissbrauch. Die Infos dazu stammen von... Raten Sie mal.

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Wenn Real Madrid auf den FC Barcelona trifft, fliegen meist die Fetzen. (Bild: Keystone)

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Der spanische Radiosender «Cadena COPE» hat am Sonntag im Rahmen der Berichterstattung zur Partie zwischen Sevilla und Barcelona den Stein ins Rollen gebracht. Real Madrid wolle beim spanischen Fussballverband RFEF schärfere Dopingkontrollen für den FC Barcelona und den FC Valencia einfordern, hiess es.

Man sei deshalb beunruhigt, weil «Mediziner mit zweifelhaftem Ruf beim FC Barcelona arbeiten», werden Klubverantwortliche von Real Madrid zitiert. Diese werfen den Katalanen offenbar vor, die Spieler nach den Trainingseinheiten mit «Cocktails» mit unbekanntem Inhalt zu versorgen. Der Sender deutete ausserdem an, dass der FC Valencia bei seinen Titelgewinnen in den Jahren 2002 und 2004 den mutmasslichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes für sich arbeiten liess.

Barça verklagt Radiosender

In Barcelona herrschte totales Unverständnis ob der skurrilen Verdächtigungen aus Madrid. «Wer sagt, dass wir uns dopen, spielt mit dem Feuer», erklärte Verteidiger Gerard Piqué stellvertretend für die Mannschaft. Der Klub sprach von einem «schwerwiegenden Attentat auf den guten Namen des Vereins» und stellte in einem Communiqué klar, dass man bereit sei, «bei der Verteidigung der Ehre (...) alle Mittel auszuschöpfen». Valencia seinerseits dementierte umgehend eine Anstellung des mutmasslichen Dopingarztes Fuentes in jeglicher Funktion. Beide Vereine haben vom Radiosender eine Richtigstellung eingefordert und mit Klagen gedroht, falls der Sender der Aufforderung zur Entschuldigung nicht nachkommen werde.

«Cadena COPE» ruderte am Dienstagmorgen prompt zurück und entschuldigte sich für die Berichterstattung. «Wir haben niemals die Ehre der Spieler, die sportlichen Erfolge oder die Integrität der beiden Klubs angezweifelt», hiess es in einer offiziellen Mitteilung. Weiter wurde betont, dass man lediglich die Nachricht, dass Madrid den Verband zu härteren Dopingkontrollen bei Barcelona und Valencia auffordern wolle, als solche verbreiten und nicht weitere Gerüchte streuen wollte. Diese Erklärung reicht Barça aber nicht: Der spanische Meister wird gegen den Radiosender vor Gericht ziehen.

(pre)