Kein Zurück für den 32-Jährigen

16. Februar 2019 09:37; Akt: 16.02.2019 11:25 Print

Dzemaili hat mit der Nati abgeschlossen

Blerim Dzemaili wird nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen. Mit Kritik an Vladimir Petkovic hält er sich zurück.

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Blerim Dzemailis Karriere startet in der Schweiz beim FC Zürich. Er absolviert 134 Partien (hier gegen den FC Basel) und kommt auf über 10'000 Einsatzminuten. 2006 kann er mit der Mannschaft den ersten Meistertitel seit 1981 feiern. Am 1. März 2006 wird der damals 19-Jährige beim Freundschaftsspiel gegen Schottland in Glasgow für Johann Vogel eingewechselt. Es ist der erste Einsatz für die Nationalmannschaft. Die Schweiz gewinnt das Spiel 3:1. Dzemaili wird im selben Jahr für das Fussballereignis des Jahres aufgeboten: die WM in Deutschland. Nationaltrainer Köbi Kuhn setzt den Zürcher aber nicht ein. Die Schweiz verliert den Achtelfinal gegen die Ukraine 0:3 nach Penaltyschiessen. Nach der WM-Enttäuschung folgt die zweite erfolgreiche Saison für Dzemaili. Unter Trainer Lucien Favre wird der FCZ erneut Meister. Der Titelgewinn wird für Dzemaili persönlich aber von einer schweren Knieverletzung überschattet. Bereits im Februar 2007 wird bekannt, dass Dzemaili nach Ablauf der Saison nach England wechseln wird. Die Bolton Wanderers haben sich seine Dienste gesichert. Doch am 14. April 2007 erlitt der Mittelfeldspieler einen Kreuzbandriss im rechten Knie. Er verpasst den Saisonstart mit Bolton. Der Wechsel zu den «Trotters» steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Dzemaili kann sich nach der Verletzung nie auch nur annähernd einen Stammplatz erkämpfen. Er kommt auf keinen Premier-League-Einsatz und insgesamt nur 44 Einsatzminuten (im Bild das Vorbereitungsspiel gegen Rochdale). Nach nur einem Jahr wechselt er nach Italien zum FC Turin, wird aber auch da nicht glücklich. 2010 folgt der fixe Wechsel zu Parma, nachdem Dzemaili bereits vorher an die Italiener ausgeliehen wurde. Auch da bleibt er nur ein Jahr. 2011 findet Dzemaili einen neuen Club. Neun Millionen Euro bezahlt SSC Napoli Parma für die Dienste des Mittelfeldspielers. Auf 109 Einsätze kommt Dzemaili für die Süditaliener. Er erzielte 18 Tore und gab 11 Assists. Erstmals spielt er in der Champions League. 2014 verlässt er Neapel und wechselt in die Türkei zu Galatasaray Istanbul. 2:5 verliert die Schweiz ihr Gruppenspiel gegen Frankreich an der WM 2014. Dzemaili erzielt in der 81. Minute mit einem direkten Freistoss das erste Schweizer Tor. Pech hat er im Achtelfinal gegen Argentinien: Kurz vor Schluss trifft er mit einem Kopfball nur den Pfosten, die Schweiz scheidet aus. Mit Galatasary spielt Dzemaili in der Champions League. Nach nur einer Saison folgt die Rückkehr nach Italien. Er wird an Genua ausgeliehen. 2014 verkauft ihn Galatasaray an Bologna. An der EM 2016 steht Dzemaili bei allen vier Schweizer Spielen in der Startelf. Tor erzielt er keines. Die Schweiz verlor den Achtelfinal gegen Polen 4:5 nach Elfmeterschiessen. Leihweise wechselt der Zürcher im Mai 2017 nach Übersee zum kanadaischen Verein Montreal Impact. In 25 Spielen trifft er acht Mal und bereitet 12 Tore vor. Nach sieben Monaten kehrt er zurück zu Bologna. An der WM 2018 in Russland erzielt Dzemaili beim 2:2-Unentschieden gegen Costa Rica den Führungstreffer. Es ist sein letztes Tor für die Schweizer Nationalmannschaft. Momentan spielt Blerim Dzemaili beim FC Bologna. Mittlerweile hat er seinen Stammplatz verloren.

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Blerim Dzemaili wird aller Voraussicht nach nie mehr für die Schweizer Nationalmannschaft auflaufen. In einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung kündigt der Mittelfeldspieler von Bologna seinen Rückzug an.

«Für mich ist klar, dass es vorbei ist», sagte Dzemaili. Wie Captain Stephan Lichtsteiner, Valon Behrami, Johan Djourou und Gelson Fernandes hatte auch der 32-jährige Zürcher im August einen Anruf von Vladimir Petkovic erhalten, in dem ihm der Schweizer Nationaltrainer seine Pläne für die Zukunft eröffnete.

Zwar habe Petkovic offengelassen, ob er ihn noch einmal nominieren werde, so Dzemaili gegenüber der «NZZ». «Aber ich weiss wirklich nicht, ob ich zurückgehen würde. Ich war nie einer, der nur eine Nummer sein wollte. Ich wollte immer wichtig sein.» Über die Art und Weise der Kommunikation Petkovics könne man diskutieren, «aber ich bin keiner, der diese Sachen so wichtig nimmt».

Wie die zurückgetretenen Behrami und Fernandes gehörte Dzemaili im Herbst nicht mehr zum Schweizer Kader in den Partien der Nations League gegen Island und Belgien sowie in den beiden Testspielen gegen England und Katar. Djourou und Lichtsteiner waren im September gegen England noch einmal zum Einsatz gekommen. Auch bei seinem Club Bologna verlor Dzemaili zuletzt seinen Stammplatz.


Erst Stammspieler unter Petkovic
Der in Mazedonien geborene und in Zürich aufgewachsene Dzemaili bestritt 69 Länderspiele für die Schweiz und schoss dabei 11 Tore. Seinen letzten Einsatz hatte er im WM-Achtelfinal 2018 bei der 0:1-Niederlage gegen Schweden. «Ich fühlte mich stolz, die Schweiz zu vertreten, sie hat in den letzten zehn Jahren grosse Fortschritte gemacht - und ich war dabei.»

Unter Petkovic gehörte Dzemaili an der EM 2016 und an der WM 2018 zum Stammpersonal auf der Position im offensiven Mittelfeld, nachdem er unter Ottmar Hitzfeld an der WM 2014 nur als Einwechselspieler zum Zug gekommen war. Bereits an der WM 2006 stand Dzemaili im Schweizer Kader, kam aber beim Turnier in Deutschland nicht zum Einsatz.

Fussball

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • CH-Fan am 16.02.2019 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Vielen Dank für alles Blerim! Alles Gute für den Rest deiner Karriere.

  • Lorenz H am 16.02.2019 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verständnisvoll

    Bravo Dzemaili, und dies ohne blödes Getöse, die Welt dreht sich eben weiter

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  • kurti am 16.02.2019 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    So einen abgang.. schade! Alles gute für die Zukunfr und Danke für deinen Einsatz und für die nervenaufreibende Momente ;)!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kurtle am 18.02.2019 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blerim

    Blerim ist ein guter Fussballer Schade hört er auf.Petkovic sollte besser kommunizieren und nicht verdiente Spieler abservieren.Weiterhin viel Erfolg im Clubfussball.

  • Marinello am 17.02.2019 20:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Ich sage, herzlichen Dank, Blerim. Sie waren nicht nur ein anständiger, sondern auch ein sehr guter Fussballer.

  • MfG; am 17.02.2019 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es wahr Lustig.

    Die Experten Wahren sich wieder nicht einig.

    • Lilly Wolf am 17.02.2019 10:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MfG

      Es ist Bildung Sache und Wille zum Verschiedenen Namen richtig zu schreiben. Es ist eindeutig , die Namen werden extra falsch geschrieben . Ausnahmen sind , wo sich die nicht die Nämen nicht merken können .

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  • Lukas S am 16.02.2019 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    2/3 wären geschafft

    Tsch!-Tsch!-Tsch? nach TSCHelson nun also TSCHemaili :) frhlt nur noch TSCHourou und ich kann wieder Natispiele schauen ohne mich ärgern zu müssen übr Stolperis, Holzfüsse und Chancentode

  • Tom am 16.02.2019 20:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gut hört er auf

    Gott sei Dank konnte Ihn Leiden . Hab's ihm nie vergessen wie er sich negative geäussert hat über den FCB .ein total überschätzter Zürcher

    • Marco am 17.02.2019 14:12 Report Diesen Beitrag melden

      lustig

      Bei gewissen FCB-Fans ist leider das sehr provinziell kleinkarierte Denken noch stark vorhanden. Die Nati-Karriere von Dzemaili hat mit Zürcher oder Basler null & nix zu tun. Im Übrigen wäre die Nati nur mit Baslern nicht besonders gut :)

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