Kuriosität

03. Juli 2019 16:47; Akt: 03.07.2019 16:54 Print

Spanier gründet Club für Verschwörungstheoretiker

von Samuel Waldis - Ein 32-jähriger Präsident tauft seinen Fussballverein um. Weil er glaubt, die Erde sei eine Scheibe.

In einem Video präsentierte Javi Poves seine Idee. (Video: Youtube)
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Fast acht Minuten dauert das Video, das Javi Poves unlängst auf Youtube publiziert hat. Javi Poves ist 32 Jahre alt, das Haar gepflegt zerzaust, die Augen strahlend blau, bis 2011 war er Berufsfussballer. Der Titel des Videos lautet «Presentación Flat Earth FC». Doch während sechseinhalb Minuten ist nur Javi Poves zu sehen, als Baby mit seinem Vater, als Kind im Superman-Kostüm, als Jugendlicher im Fussballdress. Es geht in diesem Video also vor allem um: Javi Poves. Und der hat in Mostoles gerade eine Bestmarke in Sachen Absurdität gesetzt, wohl weltweit.

Mostoles ist eine Schlafstadt, 18 Kilometer südwestlich von Madrid. Ein klein wenig bekannt wurde die Stadt mit 200000 Einwohnern, weil ihr berühmtester Sohn Weltmeister war, Europameister, mehrfacher Champions-League-Sieger: Iker Casillas, spanischer Übergoalie vergangener Jahre. Sonst interessieren sich Aussenstehende kaum für Mostoles. Oder für den lokalen Fussballverein, der im Schatten von Real, Atlético, Getafe oder Rayo Vallecano steht.

«Nur Geld und Korruption»

Also sind Ideen gefragt. Und da ist Poves der richtige Mann; einer, der sich nie angepasst hat. 2011 spielte er mit Sporting Gijon elf Minuten in der Primera Division. Im gleichen Jahr beendete er mit 25 seine Karriere. Nicht nur, weil ihm der Durchbruch versagt blieb, sondern weil er sich nie mit dem System identifizierte.

«Der Profifussball ist nur Geld und Korruption. Er ist Kapitalismus. Und Kapitalismus bedeutet Tod», sagte Poves im Jahr seines Rücktritts. Er glaubt nicht an das Bankensystem, deshalb holte er bei Gijon seinen Lohn im Clubbüro ab. Bar auf die Hand. Und das Auto, das ihm der Verein zur Verfügung stellte, gab er zurück. Poves verliess das System, das ihm feind ist, und kehrte später in den Amateurfussball zurück. Dort ist er Präsident und Spieler des Viertligisten CD Mostoles Balompie – respektive des Flat Earth FC. So heisst der Verein nämlich neuerdings. Weil Poves glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist.

Ein Teil des Vereins hat sich deswegen abgespalten und baut eine eigene, neue Struktur auf. Derweil will Poves den ersten Club führen, der nicht einen Ort als gemeinsame Grundlage für die Fans hat, sondern eine Idee. So soll ein Teil der Millionen von Anhängern dieser Verschwörungstheorie mit seinem Flat Earth FC mitfiebern. Die Vermutung liegt nahe, dass es Poves bei diesem Namenswechsel vor allem um Aufmerksamkeit geht. Und vielleicht auch ein klein wenig um sich selbst.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Egon Scheibe am 03.07.2019 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Scheibe

    Im Flat Earth FC sind die Fussbälle keine Kugeln sondern Scheiben.

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  • Markus Albrecht am 03.07.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso Fussball?

    Da hätte er aber besser einen Frisbee Club gegründet

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  • Kugelblitz am 03.07.2019 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    zum Glück

    gibt es keine Titanen, die mit der Erde Fussball spielen- resp. Hockey

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tröster am 04.07.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn der aufwacht uiuiuii

    With all my Friends around the Globe xD ps: Es wird zeit dass wir auch normalbürger richtung Mond schicken für Forschungszwecke zb. Und natürlich um beim weg gleiten die Erde zu beobachten ;)

  • RaB am 04.07.2019 17:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So viele

    Menschen und so viel technischer Fortschritt... Intelligenter werden wir allerdings trotzdem nicht... eher im Gegenteil! Bin froh dass ich nicht betroffen bin

  • Wichtig am 04.07.2019 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Globales Problem

    Die Flat Earth Society hat Mitglieder rund um den Globus.

  • Ironiak am 04.07.2019 12:39 Report Diesen Beitrag melden

    Hier ein Argumentdas gegen die Kugelform

    Wenn die Erde wirklich eine Kugel wäre, müsste es Regionen geben, in denen es Tag ist, während es andernorts dunkel wäre. Schliesslich kann eine Lichtquelle wie die Sonne nicht die gesamte Kugel gleichzeitig anleuchten. Jetzt stelle man sich vor, wie sich diese angebliche Erdkugel um ihre eigene Achse dreht. Dadurch müsste die Grenze zwischen der hellen Tag-Seite und der dunklen Nacht-Seite allmählich über den Erdball hinweg wandern. Der Tag würde dann zuerst in Asien, danach in Europa und später auch in Amerika beginnen. Man müsste wahrscheinlich sogar verschiedene Zeitzonen einrichten.

  • Wissender Erleuchteter am 04.07.2019 03:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind halt erleuchtet

    Wir glauben den linken Massenmedien nicht mehr. Genau so ein Schwindel wie die Klimaleuge. Die Erde ist flach das wussten die Menschen schon vor tausenden vor Jahren! Wenn das mal nicht der ultimative beweis ist. Oh und die Bilder von der Erde aus dem angeblichen Weltall sind so gefälscht wie auch die Mondlandung.

    • Zulu am 04.07.2019 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      Interessant

      Habe mir auch mal die Argumente angeschaut. Gibt ja einige Gute darunter. Jedoch fällt das System der flachen Erde spätestens bei der Sonnenbahn zusammen. Auch der Magnet Kompass müsste sehr komischen nicht linearen und unregelmässigen Regeln folgen, wenn die Erde flach wäre. Ich glaube heute wird dieses Thema primär noch zum Trollen benutzt.

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