«Rodriguez: Drei Brüder – eine Familie»

24. Mai 2018 19:41; Akt: 24.05.2018 20:53 Print

Ein Musterbeispiel für Integration

von E. Tedesco - So offen haben Roberto, Ricardo und Francisco, die drei berühmtesten Fussball-Brüder der Schweiz noch nie über ihre Familiengeschichte gesprochen.

Das denken die Rodriguez-Brüder über Zürich. (Video: 20 Minuten/Tamedia)
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Der Sport, der Fussball, ist nur ein Teil der Geschichte der drei Rodriguez-Brüder. Über Siege und Niederlagen, gute und schlechte Leistungen von Roberto, Ricardo und Francisco waren schon viele Zeilen zu lesen. Aber nur wenigen gönnen die drei Kicker einen näheren Blick. Das ändert sich jetzt. Am Donnerstag präsentierten die drei ihr erstes Buch: «Rodriguez: Drei Brüder – eine Familie».

So offen wie in ihrem Buch, geschrieben vom Sport-Journalisten und Blatter-Biograph Thomas Renggli, sprachen die Brüder noch nie über ihre bewegende Familiengeschichte. «Roberto war es, der mir die Familiengeschichte erzählte, die privaten Fotoalben zeigte und mein Herz berührte, als er vom viel zu frühen Tod der Mutter sprach», sagt Renggli. Marcela Rodriguez starb im November 2015 im Alter von nur 47 Jahren an einem heimtückischen Krebsleiden.

Zürich ist ihr Zuhause

«Darüber zu sprechen in unserem Buch hat uns geholfen, den Schicksalsschlag aufzuarbeiten», sagt Roberto, der Älteste. «Wir sprechen in der Öffentlichkeit nicht viel darüber, aber sie ist immer bei uns, wenn wir spielen», so Ricardo, der Mittlere. «Mit dem Herz sind wir immer bei ihr», sagt Franciso, der Jüngste.

Die Rodrigeuz-Brüder präsentieren ihr Buch «Rodriguez: Drei Brüder – eine Familie»

Ein Teil ihres Herzens gehört aber auch Zürich und dem FCZ, auch wenn nur noch Roberto bei den Stadtzürchern unter Vertrag steht. Ricardo zog schon früh aus und landete via Wolfsburg bei der AC Milan. Francisco spielt beim FC Luzern. «Der See, die Mentalität, die Menschen, die Stadt, wo alles ständig in Bewegung ist», sagt Robert, «das ist unser Zuhause.»

Ricardo für einmal nicht zurückhaltend

Aufgewachsen sind die Brüder im Auzelg-Quartier, an der Peripherie von Zürich, und deshalb war es so passend, dass sie im Schulhaus Auzelg, wo alle drei zur Schule gingen, das Buch präsentierten. Noch heute haben sie engen Kontakt zu Lehrern in der alten Schule und schauen ab und an im Schulhaus vorbei. Sie sind für die Schüler ein Musterbeispiel, wie gut Integration funktionieren kann.

Die Wurzeln in Spanien (Vater) und in Chile (Mutter) sowie Integration sind weitere Kapitel, die sie im Buch ansprechen. «Das Multikulturelle ist der vielleicht grösste Trumpf der Schweiz überhaupt», sagt Ottmar Hitzfeld, «und der Fussball ist ein wunderbares Vorbild.» Die drei Brüder Roberto, Ricardo und Francisco auch – typisch zürcherisch und doch international. Und so tippen sie auch die bevorstehende WM. Roberto und Francisco wünschen sich die Schweiz im Viertelfinal. Ricci, sonst der zurückhaltendste der Brüder und aktueller Schweizer Nationalspieler, will mit der Nati in den Final.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Totemügerli am 25.05.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreiche Integration

    Wieso klappt Integration wie bei den Rodriguez, oder Italienern, Portugiesen etc. besser als bei anderen? Weil sie trotz allem einen christlich-abendländischen Background/Tradition haben. Die Kultur/Tradition ist trotz gewissen Unterschieden eben doch nicht so grundverschieden als bei uns Schweizern. Mich persönlich haben diese Leute nie gestört, sondern im Gegenteil gefreut, dass sie bei uns sind. Am Ende des Tages hat sich aber immer der Gast dem Gastgeber anzupassen und nicht umgekehrt. Ist auch in den USA, Kanada oder Australien so!

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  • Markus K. am 24.05.2018 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Jungs

    Sympathische Typen. Wünsche den dreien alles Gute und viel Erfolg. Auch neben dem Fussballplatz.

  • Martin am 24.05.2018 20:28 Report Diesen Beitrag melden

    Integration?

    Ja, ist eine tolle Sache, aber warum integriert man Asylbewerber die eigentlich wieder nach Hause müssten?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Strolchi am 25.05.2018 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich gelungene Integration

    Das zeigt wieder einmal, dass Integration sehr wohl gelingen kann! Nur Anhänger einer bestimmten Religionsgruppe - aber bei weitem nicht alle - verweigern jegliche Kooperation, ausser es geht ums Handaufhalten! Auch wenn diese drei Brüder nicht die Hellsten sind, sie sind wirklich hier angekommen! Bravo!

  • Kritiker am 25.05.2018 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Kultur u. Glauben ist das Problem

    Nicht vergessen - hier geht es um eine ähnliche Kultur, womit wir nie Probleme hatten...

  • Teresli Götz am 25.05.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht ganz

    Ja aber die National-Hymne singt keiner von denen. Schon sehr schaade. Aber sonst hat die Internierung bestens funktioniert.

    • Zaffke am 25.05.2018 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Interniert??

      Wer von Schweizern ohne Migrationshintergrund singt sie? Und wer wurde Inerniert??

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  • Totemügerli am 25.05.2018 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgreiche Integration

    Wieso klappt Integration wie bei den Rodriguez, oder Italienern, Portugiesen etc. besser als bei anderen? Weil sie trotz allem einen christlich-abendländischen Background/Tradition haben. Die Kultur/Tradition ist trotz gewissen Unterschieden eben doch nicht so grundverschieden als bei uns Schweizern. Mich persönlich haben diese Leute nie gestört, sondern im Gegenteil gefreut, dass sie bei uns sind. Am Ende des Tages hat sich aber immer der Gast dem Gastgeber anzupassen und nicht umgekehrt. Ist auch in den USA, Kanada oder Australien so!

    • huschmie am 25.05.2018 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Totemügerli

      Es ist ein grosser Unterschied, ob jemand zum arbeiten kommt und etwas bietet, oder nur dem Sozialstaat auf der Tasche liegt.

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  • Uelu am 24.05.2018 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Coole Jungs. Wirklich sympathisch