Innocent Emeghara

12. Juli 2010 22:45; Akt: 12.07.2010 22:06 Print

Eine Sprintrakete mit Torriecher

von Sandro Compagno - Er ist schnell, verdammt schnell. GC-Stürmer Innocent Emeghara sprintet die 10 Meter in 1,68 Sekunden – schneller als jeder andere in der Liga. Wie schnell schlägt der schwarze Pfeil in der Super League ein?

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Explosiver Stürmer: Via Winterthur wechselte Innocent Emeghara vom FCZ zu Rivale GC. (Bild: EQI)

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«Er wird uns Freude bereiten», sagt GC-Trainer Ciri Sforza und liefert eilig eine Einschränkung nach: «Aber nicht von heute auf morgen. Er hat die Qualität, aber er braucht Zeit.» Mit den Abgängen von Gonzalo Zarate (14 Tore) und Nassim Ben Khalifa (8) hat Sforza ein Drittel seiner letztjährigen Torproduktion verloren. Und da die Mittel beim Rekordmeister beschränkt sind, schaute er sich in der Challenge League nach Ersatz um. Dort machte Innocent Emeghara (21) mit 17 Toren für den FC Winterthur auf sich aufmerksam.

Seit acht Jahren lebt der 1,70 m kleine Nigerianer in der Schweiz. Seine Mutter hatte in Lagos einen Schweizer kennen und lieben gelernt. Die Jugend verbrachte Emeghara beim FC Töss, FC Winterthur und FC Zürich. Doch weder Bernard Challandes noch dessen Nachfolger Urs Fischer hatten beim FCZ Verwendung für den Angreifer, der dank seiner Explosivität an Alhassane Keita erinnert. Emeghara wurde von Zürich an seinen Stammklub Winterthur zurückgeliehen. «Dort sagte mir der Trainer, ich sei kein Stammspieler. Aber ich müsse hart arbeiten und dürfe nicht den Kopf hängen lassen, wenn ich nur wenig spiele», erzählt Emeghara und fügt schmunzelnd an: «Genau das hat mir Herr Sforza auch bei GC gesagt.»

Beim FCW schaffte er den Sprung in die Stammelf und hatte massgeblichen Anteil, dass auf der Schützenwiese lange mit der Super League geflirtet wurde. «Ich glaube da­ran, dass ich ein guter Fussballer werde», sagt der schnelle Stürmer, der von der Premier League und von Barça träumt. Doch das sind Träume: Die Realität ist nicht London oder Barcelona, sondern der Alltag in Niederhasli.