Stark im Kopfrechnen

20. März 2019 13:33; Akt: 20.03.2019 13:33 Print

Wenn Embolo auf Instagram ist, fällt ein Tor

von E. Tedesco - Seferovic und Shaqiri fehlen gegen Georgien und Dänemark – na und? Unsere Nati hat nicht einen, sondern viele potenzielle Torschützen.

20 Minuten interviewt Breel Embolo nach dem Training, als sich Granit Xhaka plötzlich das Mikrofon schnappt. (Video: 20 Minuten)
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Wenige Tage vor dem Auftakt in die EM-Qualifikation muss die Nati gleich zwei Spieler und 39 Tore ersetzen. Haris Seferovic (59 Länderspiele/17 Tore) und Xherdan Shaqiri (80/22) fallen wegen Leistenproblemen aus. Wer soll jetzt die Tore gegen Georgien und Dänemark schiessen?

«Natürlich fehlen mit Haris und Shaq zwei Stammkräfte. Und ich muss schon sagen, dass Haris in der Form seines Lebens ist, aber wir haben in der Vergangenheit bewiesen, dass wir eine hungrige Mannschaft sind und wir jeden Spieler ersetzen können», sagt Breel Embolo. Und er fügt an: «Immer, wenn ich in den letzten Monaten auf Instagram oder LiveScore geschaut habe, bejubelte irgendwo ein Schweizer ein Tor bei seinem Club.»

Einer dieser Schweizer ist Embolo selber. Anfang März kehrte der Schalker nach einem Fussbruch auf den Platz zurück und traf beim 2:4 gegen Bremen gleich doppelt. Wegen der Niederlage sagt Embolo deshalb, dass er «nur mittelmässig zufrieden sei». Aber: Seit Mitte Februar erzielten alle elf Offensivspieler des aktuellen Nati-Kaders mindestens ein Tor für ihren Club. Steven Zuber (Stuttgart) schoss in den letzten 9 Partien gar 5 Treffer und Admir Mehmedi traf in 4 Spielen dreimal.

Akanji hat genug Vertrauen

«Klar fehlen zwei Nationalspieler, die fast jedes Spiel von Beginn an für uns gespielt haben, aber ich habe genug Vertrauen in den Rest der Mannschaft, dass wir die beiden ersetzen und trotzdem genug Tore schiessen können», sagt Manuel Akanji. «Das sollte auch mit denen möglich sein, die noch da sind.»

In erster Linie meint auch er seinen Zimmerkollegen Embolo. «Seine Schwäche war immer, dass ihm ein wenig die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor fehlte», sagt Akanji. «Diese Tore gegen Bremen tun ihm gut. Ich hoffe, er kann jetzt so weiterfahren.»

Embolo ist in der Vergangenheit schon auf dem Flügel, im Sturm und auf der Position des Zehners für andere in die Bresche gesprungen. Und am Samstag? «Ich spiele auf der Zehn, als Sechser oder Innenverteidiger», sagt der Basler lachend, «es hängt davon ab, was der Trainer will. Wo ich spielen werde, kann ich Stand heute nicht sagen, aber ich hoffe, ich stehe auf dem Platz.»

Manuel Akanji sagt, wer in der Nati die Tore schiessen soll. (Video: 20 Minuten)

«Ich habe nie Ausreden gesucht, wenn ein wichtiger Spieler gefehlt hat», sagt Vladimir Petkovic. «Wir müssen das als Mannschaft auffangen. Ich habe meinen Spielern immer das Vertrauen gegeben und sehr oft die richtige Antwort erhalten.» Tatsächlich gibt es in der Ära Petkovic (seit 2014) nur 7 Spiele, in denen die Nati kein Tor zustande brachte. In den übrigen 27 Partien fielen 70 Tore – erzielt von 22 unterschiedlichen Torschützen.

Die Stimmung in der Nati ist optimistisch und aufgeräumt. In Panik gerät keiner, nur weil die aktuell besten Torschützen fehlen. Die gute Laune zeigt sich am Dienstagmittag in einem Doppelinterview, das der Dortmunder Akanji und der Schalker Embolo dem Schweizer Fernsehen geben. Auf Eigenheiten des jeweiligen Zimmerkollegen angesprochen, sagt Embolo, was er nervig an Akanji findet: «Dass er so gut kopfrechnen kann.» Seit Akanjis Auftritt im Schweizer TV würden die Fussballer immer darauf angesprochen. «Also Breel Embolo, wie gut können Sie rechnen?», fragte der TV-Mann nach. Embolo: «Von eins bis zwölf kann ich schon zählen.»

Die Rechnung geht auf: Von den 22 Torschützen unter Petkovic sind genau 12 immer noch im Kader.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 20.03.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppeladler

    Shakiri hat leider seine Sympathien bei der Schweizer Bevölkerung mit der Doppeladlersache und endgültig mit den Rechtfertigungsversuchen danach verspielt. Wäre er ein Schweizer Natispieler mit Herz und Seele, wäre er nie auf eine solche Idee gekommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • giorgio1954 am 20.03.2019 14:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doppeladler

    Shakiri hat leider seine Sympathien bei der Schweizer Bevölkerung mit der Doppeladlersache und endgültig mit den Rechtfertigungsversuchen danach verspielt. Wäre er ein Schweizer Natispieler mit Herz und Seele, wäre er nie auf eine solche Idee gekommen.

    • Realo am 20.03.2019 15:58 Report Diesen Beitrag melden

      Shaq war nie eine Schweizer und

      wird auch nie einer sein. So einfach ist das.

    • fast.... am 20.03.2019 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Genau, Sie sprechen ja für alle Schweizer. Ich selber als schweizerin oder sollte ich sagen eidgenossin habe/hatte kein Problem mit dem Doppeladler. Ausserdem ist diese Geschichte nun schon lage her und gehört nun endlich vergessen.

    • Rolf ist der Wolf am 20.03.2019 17:25 Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Stimmt schon, dass er bei vielen ohne Grund die Sympathie verloren hat, nur weil er sein Land so fest mag. Aber ihm ist und muss es auch egal sein, weil er weiss dass er nichts falsches gemacht hat und er weiss dass er ein guter Fussballer ist und hat für die Schweiz sehr viel gegeben. Wenn viele Leute in der Schweiz ihm nicht sympathisieren, gibt es auch sicher andere Leute, die in Kosovo, Albanien, Mazedonien, Liverpool..... leben und diese Länder bzw. Stadt haben etwa mindestens 80 % (ausser Mazedonien vielleicht einbisschen weniger) Leute die ihm sehr sympathisieren.

    • marko 34 am 20.03.2019 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @giorgio1954

      Leider

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