Champions League

09. März 2011 09:54; Akt: 09.03.2011 10:47 Print

Engländer fühlen sich von Busacca betrogen

Hasstiraden gegen Schiedsrichter Massimo Busacca nach der Gelb-Roten Karte für Arsenals Robin van Persie. Er habe «das Spiel getötet» und sei «ein Witz», so der Tenor.

Das Vergehen von Robin van Persie, das zu seiner Gelb-Roten Karte führte (Video: YouTube)
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In der 56. Minute stellte Massimo Busacca Arsenals Robin van Persie mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem dieser nach einem Offside-Pfiff noch aufs Tor von Barça-Keeper Victor Valdes geschossen hatte (siehe Video). Der Holländer hatte zuvor bereits wegen einer Unsportlichkeit in der 45. Minute Gelb gesehen. Dieser Entscheid des Schweizer Refrees schlägt in England nun hohe Wellen. Arsenal-Trainer Arsène Wenger beschuldigt Busacca, das Spiel verfälscht zu haben. «Wie kann man ein Fussballspiel auf solch eine Art und Weise töten? Ich habe eben mit UEFA-Leuten gesprochen und die waren ebenfalls geschockt», gab der Coach den englischen Medien nach der Partie zu Protokoll. «Wenn es ein böses Foul gewesen wäre, dann gut. Aber so wie er (Busacca, Anm. d. Red.) es getan hat, war es beschämend, wenn man das Spiel liebt. Auch wenn Robin den Pfiff gehört hat, wo haben Sie jemals einen Spieler in solch einem wichtigen Spiel für so ein Vergehen vom Platz fliegen sehen? Ich verstehe die Entscheidung nicht.»

Van Persie: «Busacca ist ein Witz»

Auch Täter Robin van Persie haderte nach dem Spiel mit dem Schicksal. «Es war ein totaler Witz. Wie soll ich den Pfiff hören, wenn 95 000 Leute aufspringen? Wie soll ich das hören, um Gottes willen?» Er hätte diese zweite Gelbe Karte vielleicht verstehen können, wenn er vier, fünf oder sechs Sekunden nach dem Pfiff abgezogen hätte. «Aber auf diese Art, nur eine Sekunde nach seinem Pfiff, ist es ein Witz. Er (Busacca, Anm. d. Red.) war den ganzen Abend lang schlecht. Er war den ganzen Abend lang ein Witz und pfiff gegen uns. Deshalb weiss ich nicht, weshalb er überhaupt hier war.»

Auch Arsène Wenger schoss sich weiter auf den Schweizer Unparteiischen ein. «Ich glaube, zwei Sorten von Leuten müssen unglücklich sein: Die, die Arsenal lieben und die, die Fussball lieben.» Es sei ein vielversprechendes und sehr interessantes Spiel gewesen, das sei das Schlimme. «Wir haben gegen ein sehr gutes Barcelona verloren. Herzliche Gratulation an sie und viel Glück für die Zukunft. Aber wir haben viel zu bedauern, weil wir nicht damit gerechnet haben, ein Spiel so zu verlieren. Mir tut es wirklich leid für alle, die die Partie heute Abend geschaut haben.»

Wenger stellte Busacca zur Rede

Der Coach versuchte nach Angaben des «Daily Telegraph» nach dem Spiel den Unparteiischen gleich zweimal zur Rede zu stellen: einmal im Spielertunnel und einmal kurz bevor der Arsenal-Bus abfuhr. «Er war empfänglich», so Wenger, «jedoch nicht unbedingt für meine Sicht, weil er glaubt, dass er die richtige Entscheidung getroffen hat.»

Der Gunners-Trainer ist überzeugt, dass van Persies Platzverweis das Spiel entschieden hat. «Ich glaube, wir hätten das Spiel gewonnen. Barcelona hat in der ersten Halbzeit viel gegeben, aber in der zweiten Hälfte hatten wir mehr Platz. Ich fühlte, dass wir wie im ersten Spiel hätten zurückkommen können und über alles gesehen bin ich überzeugt, dass wir dieses Spiel gewonnen hätten.»

Meier verteidigt seinen Ref

Der Schweizer Chef-Schiedsrichter Urs Meier nimmt Busacca in Schutz. «Die Spieler wissen genau, dass sie nach dem Pfiff nicht mehr aufs Tor schiessen sollen. Rein von der Körpersprache von Robin van Persie kann man davon ausgehen, dass er den Pfiff gehört hat», sagt er gegenüber 20 Minuten Online. Vielleicht müsse man an dieser Stelle einmal sagen, dass der Fussballer einfach etwas cleverer hätte agieren müssen. Er habe ja gewusst, dass er bereits verwarnt sei. «Massimo Busacca hat gestern Abend einen guten Job gemacht und nur korrekt die Weisungen umgesetzt», so Meier weiter. «Mit dem oft verlangten Fingerspitzengefühl ist es immer so eine Sache. Die eine Mannschaft wird sich immer benachteiligt fühlen.» Massimo Busacca war am Morgen nach der Champions-League-Partie zwischen Barcelona und Arsenal für keine Stellungsnahme erreichbar.

Was halten Sie von der Entscheidung von Massimo Busacca? Diskutieren Sie mit in unserem Talkback.

(mon)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus am 09.03.2011 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ist ein Topschiedsrichter?

    Finde die Kritik an Busacca in Ordnung. Barca muss man nicht noch Vorteile verschaffen mit all den Topspielern. Busacca zeigte überhaupt kein Fingerspitzengefühl in jene Situation und ist darum auch kein Topschiedsrichter eher eine Witzfigur.

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  • fussballer am 09.03.2011 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    leider...

    Leider wurde wieder einmal ein Spiel unnötig von einem Schiedsrichter entschieden...

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  • domi am 09.03.2011 11:48 Report Diesen Beitrag melden

    Jämmerlich!

    Obwohl ich froh bin, dass Barcelona weiter ist, ist die Art und Weise wie Hr. Busacca Spiele pfeifft, fragwürdig! Ich finde es eine schlechte Leistung des Refs. Er fällt nicht das 1.Mal derart negativ auf. Wie wärs mit 3.Liga pfeiffen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • salisalisal am 10.03.2011 15:39 Report Diesen Beitrag melden

    Korrekter Entscheid

    Man erkennt beim Video, dass Van Persie nach dem Schuss sofort zum Schiedsrichter schaut. Kann also nicht sein, dass er den Pfiff nicht gehört hat. Ausserdem haben die Restlichen 21 Spieler den Pfiff auch gehört und die waren nicht alle so nahe dran an Busacca. Und nach den Regeln darf man nach einen Pfiff bzw. Unterbruch nicht weiterspielen. Verdiente GELBE Karte also in diesem Fall.

  • Paulo Pires am 09.03.2011 22:43 Report Diesen Beitrag melden

    Übertrieben

    Busacca war einfach schlecht, sehr viel fehler gegen Beide Mannschaften, die Gelb-Rote Karte war übertrieben da es erst 56min gespielt waren, Das Spiel war bis zur Rote Karte nicht so interesant da Arsenal schön zu 11 keine chance hatte und nur Barcelona gespielt hat, nach der Rote Karte hätte Busacca das spiel abpfeifen können!

  • Dominic am 09.03.2011 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Korrekt!

    Auch wenn der Schuss nur eine Sekunde nach dem Pfiff erfolgte, muss der Spieler seinen Fuss zurück ziehen. Im Eishockey schiesst kein Spieler nach einem Pfiff, und dort geht das Spiel noch schneller. Und Van Persie hat es mit einer "dummen" ersten gelben Karte sich selber zuzuschreiben.

  • Leon am 09.03.2011 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Falscher Entscheid

    zwischen Pfiff und Schuss lag EINE Sekunde. Für mich sagt das alles... Übrigens ist die internationale Presse derselben Meinung. Jedoch hat immerhin die klar bessere Mannschaft schlussendlich gewonnen. Trotzdem schade können die Engländer die Niederlage jetzt an diesem Nagel aufhängen.

  • Jeep am 09.03.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Schlechte Leistung von Busacca

    Die rote Karte war der absolute Witz, lächerlich! Ich hab schon hunderte Fussballspiele gesehen, wo der Spieler unmittelbar nach dem Abseitspfiff noch aufs Tor schoss und die meisten Schiedsrichter geben für das kein Gelb. Der Schuss von van Persie folgte etwa 1 Sekunde nach dem Pfiff, kann man als Spieler nicht mehr reagieren. Und es gibt sehr wohl Fingerspitzengefühl im Fussball, es kommt auf die Situation draufan und das war sicher keine Absicht von van Persie. Ausserdem hätte Busacca Abidal die rote Karte wegen einer Tätlichkeit zeigen müssen. Busacca hat das Spiel verpfiffen!!