Zoff um den Videobeweis

05. November 2019 12:28; Akt: 05.11.2019 13:33 Print

Englands Trainer wollen dem VAR an den Kragen

von Eva Tedesco - Bei einem Treffen diskutieren die Premier-League-Clubs eine Idee, die den Trainern ermöglicht, während eines Spiels Einspruch gegen den VAR zu erheben.

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Der Videobeweis bleibt im Mutterland des Fussballs weiterhin «VAR from perfect», wie es standardmedia.co.ke treffend formulierte. In der Premier League vergeht kaum ein Spieltag, an dem Entscheide des Video Assistant Referee (VAR) die Gemüter von Managern, Spielern, Experten und Fans nicht zum Kochen bringen.

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Sollen die Trainer während des Spiels Berufungsmöglichkeit gegen einen VAR-Entscheid haben?

Der Zoff um die fragwürdigen Entscheide spitzt sich zu. Die Clubs wehren sich gegen den Videobeweis in der Art, wie er aktuell in der Premier League praktiziert wird. Der «Telegraph» berichtete, dass die Vereine darüber diskutieren, ob es den Managern erlaubt sein sollte, während eines Spiels gegen eine Schiedsrichterentscheidung Berufung einzulegen. Die Idee werde nächste Woche bei einer Sitzung der 20 PL-Clubs vorgestellt, so die englische Zeitung in ihrem Bericht.

Ein Vereinsverantwortlicher sagte dem Telegraph, dass er dafür plädieren werde, dass jede Mannschaft künftig bis zu drei Einsprachen wegen umstrittener Szenen während einer Partie erhalte. Die Liga hingegen habe bereits angekündigt, dass sie sich gegen diese Massnahme entschieden wehren werde. Das Argument: Die zeitraubenden und taktischen Einsprüche würden dazu benutzt, das Spiel mutwillig zu unterbrechen und Zeit zu schinden.

Ärger bei Pochettino und Klopp

Der Ärger wird von diversen Vorfällen in den letzten Wochen und Monaten ständig befeuert. Nach fragwürdigen Entscheidungen beim 2:1-Sieg seines FC Liverpool bei Aston Villa schimpfte Trainer Jürgen Klopp zum Beispiel: «Es ist nicht korrekt, dass wir hier sitzen und darüber lachen. Derartige Situationen können Team-Manager den Job kosten.» Der Deutsche spielte auf eine Szene an, bei der Firminos Ausgleich wegen einer knappen und äusserst strittigen Abseitsstellung aberkannt wurde. Klopp habe sich die Szene unzählige Male angesehen und kein Abseits entdecken können.

Den letzten Aufreger erlebte Tottenham am Wochenende gegen Everton (1:1). Heung Min Son sah nach seinem Foul an André Gomes die Rote Karte – aber erst nach dem der VAR interveniert hatte, weil die Schwere der Verletzung (komplizierter Knöchelbruch) erst unter dem Eindruck der TV-Bilder ersichtlich war. «Der VAR hat Sons Tackling zu beurteilen und nicht das, was danach passierte», argumentierte Spurs-Trainer Mauricio Pochettino.

Clubs fordern neue Richtlinien

Dass die Clubs das vorübergehende Ende des Videobeweises in der Premier League fordern, soll aber nicht drohen. Laut «Telegraph» habe zwar einer vorgeschlagen, den VAR auszusetzen, «bis er perfektioniert werden konnte». Aber die Mehrheit der befragten Verantwortlichen will dem System noch eine Chance für Verbesserungen geben, bevor man an ein drastisches Vorgehen denkt. Mike Riley, General Manager of the Professional Game Match Officials Limited, müsse sich auf eine Diskussion mit harten Bandagen und ungemütlichen Fragen einstellen. Vor allem auch auf die Fragen, warum andere Ligen besser für die Einführung des VAR gerüstet waren und ob die Premier League über das richtige Personal dafür verfüge.

Angestrebt wird sicher eine Änderung der Richtlinien. Am Saisonanfang haben sich die Liga und die Vereine auf den Leitfaden geeinigt, dass die Pitch-Monitore «sparsam» eingesetzt werden sollen. Aus «sparsam» wurde aber «gar nicht». Denn in 110 Spielen verzichteten die Unparteiischen auf die Pitchside-Monitore und entschieden ohne sie.

Auch die Verwendung von Videoeinblendungen im Stadion für die Fans soll thematisiert werden. Die Premier League organisiert am Donnerstag auch ein Treffen in Manchester für die Trainer im Norden der Insel. Letzte Woche haben sich schon die Manager aus dem Süden im Stockley Park getroffen, wo die VAR-Zentrale ihren Sitz hat. Aston-Villa-Manager Dean Smith sagte danach: «Du kannst es jetzt nicht verschrotten, es gibt 28 Länder, die es benutzen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ScorpionSecond am 05.11.2019 13:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote Flagge/ Challenge Flag

    Am besten wie in der NFL rote Flagge werfen und Szene anschauen lassen. Wenn die Challenge erfolgreich ist , gibts eine Challenge zurück.

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  • Hobbit am 05.11.2019 14:26 Report Diesen Beitrag melden

    Tennis als Vorbild

    Warum wird es nicht wie im Tennis gehandhabt? Jeder Trainer hat nur eine Anzahl von Challenges (nicht als Einspruch gemeint). Liegt er richtig, behält er die Anzahl, liegt er falsch, verliert er eine. So hätten der Schiedsrichter wieder mehr Entscheidungsgewalt und die Emotionen über Fehlurteile kämen auch wieder zurück.

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  • Vartimus am 05.11.2019 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    make VAR, not War

    VAR ist ein technisches Unterstützung. Der VAR empfiehl Schiri im Fall wenn er nicht sicher ist. Schiri entscheidet selbst ob er VAR einsetzt oder nicht. Ausserdem unterbindet VAR korrupte Sportwetten. Also es spricht sich mehr für VAR als dagegen. Der umgang und aktzeptanz mit VAR braucht etwas Zeit. Ausserdem klapt bei uns VAR doch prima.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ANNA am 06.11.2019 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Überlegen!!

    Hallo !! .. Mädchen lieben Fußball auch ... Möchtest du neue Bekanntschaften? Du wirst es nicht bereuen. Wenn es dir nichts ausmacht...(Kopieren den Link) awaiting.icu

  • Ganjaflash am 05.11.2019 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Bernerfussballfan am 05.11.2019 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    VAR in England

    Die Engländer müssen den VAR nur richtig nutzen. Es braucht mehr als das sie bis jetzt machen, denn ihre Schiedsrichter haben alle keine konkrete Linie. Die Pfeiffen wie das Parlament tagt. Brexit mässig, mal so,mal so, nur nicht konsequent.

    • Per Holund am 06.11.2019 09:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Bernerfussballfan

      Schaut doch einfach zum Rugby oder zum Eishockey. So wirds gemacht.

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  • Leo Hunziker am 05.11.2019 15:43 Report Diesen Beitrag melden

    VAR - auch bei uns nicht nur Positiv

    Mag sein, dass in der Super League "die Bilanz nach 10 Runden durchwegs positiv ausfiel". Aber mittlerweile zeigt der VAR auch bei uns Schwächen. Anders ist nicht zu erklären, dass der Video-Schiri beim Brutalo-Foul von Servette's Ondoua gegen Gaudino (bis Ende Jahr mit Knöchelverletzung) kein bisschen reagiert hatte. Das war fast schon ein bisschen peinlich...

  • Vartimus am 05.11.2019 15:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    make VAR, not War

    VAR ist ein technisches Unterstützung. Der VAR empfiehl Schiri im Fall wenn er nicht sicher ist. Schiri entscheidet selbst ob er VAR einsetzt oder nicht. Ausserdem unterbindet VAR korrupte Sportwetten. Also es spricht sich mehr für VAR als dagegen. Der umgang und aktzeptanz mit VAR braucht etwas Zeit. Ausserdem klapt bei uns VAR doch prima.