Erstmals seit 10 Jahren

15. März 2019 17:42; Akt: 15.03.2019 17:42 Print

England ist im Europacup-Rausch

von E. Tedesco - Fussball-Europa muss vor der Geld-Dominanz der Engländer kapitulieren: Sechs von sieben Premier-League-Clubs stehen im Viertelfinal des Europacups.

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Bemerkenswert: Erstmals seit zehn Jahren stellt eine Liga die Hälfte der verbliebenen CL-Teams. Und erstmals sind bis auf einen englischen Starter alle noch in einem europäischen Wettbewerb dabei. Als einziger von sieben Clubs schied Burnley im EL-Playoff (gegen Olympiakos) aus. Mit ManCity, ManUnited, Liverpool und Tottenham stehen vier Premier-Ligisten in CL-Viertelfinals, dazu kommen die Vertreter Chelsea und Arsenal in der Europa League. England ist im Europacup-Rausch.

Neben den in den letzten Jahren im Uefa-Ranking ohnehin allen enteilten Spaniern wird nun auch England, der Zweite im Länder-Ranking, der Konkurrenz davonziehen, während die Deutschen nur zusehen. Erstmals seit 2006 ist keine deutsche Mannschaft mehr dabei, wenn sich die besten acht Teams um den CL-Halbfinaleinzug duellieren. In der Europa League hält einzig noch Frankfurt unter dem ehemaligen YB-Trainer Adi Hütter die deutschen Farben hoch.

Die Premier League schwimmt im Geld

«Es wäre erschreckend, wenn es nicht so wäre bei dem Salär, das sie einsetzen», sagte Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann dem «Kicker». Die Premier League schwimmt im Geld. Mit den milliardenschweren TV-Verträgen kann europaweit keiner mithalten. «Wenn der 18. der Premier League einen um 20 Millionen Euro höheren Etat hat als wir, ist es einfach schwierig», begründete Nagelsmann die Dominanz der Engländer. Es gebe Zahlen, schreibt das Fachblatt, die belegten, dass 11 der 20 Erstligisten auf der Insel 2016/17 noch Gewinn gemacht hätten, wenn ihre Stadien leer geblieben wären.

Ohne die horrenden Summen wäre der Höhenflug der Engländer undenkbar, auch wenn die Premier League schon immer viel Geld hatte. Die Wahnsinnssummen locken nicht nur die besten Spieler der Welt an, sondern auch die besten Trainer. Pep Guardiola (ManCity seit 2016), Jürgen Klopp (Liverpool seit 2015) oder auch Mauricio Pochettino (Tottenham seit 2014) gehören zu den Besten ihrer Zunft und garantieren, dass sie einen guten Spieler noch besser machen. Die Abkehr von der Hire-and-Fire-Politik der Clubbesitzer machte es möglich, einen Plan zu verfolgen und Perspektiven zu schaffen, und brachte schliesslich mehr Konstanz.

Die grösste Leistungsdichte an der Spitze

Für Klopp gibt es noch einen weiteren wichtigen Grund, warum die Engländer gegenüber anderen Topligen die Nase vorn haben: die grössere Dichte an Top-Mannschaften. «In der Premier League gibt es sechs, sieben Teams, die in jeder Liga der Welt vorne mitspielen würden«, sagte Klopp nach dem Achtelfinal-Sieg gegen die Bayern gegenüber deutschen Medien. Die Leistungsdichte an der Spitze der Premier League fordert die Vereine die ganze Saison und nicht nur in europäischen Duellen.

Trotz Europacup-Rausch bringt Geld allein noch keinen Titel. 2008/09, als mit Liverpool, ManUnited, Arsenal und Chelsea letztmals vier Engländer im Viertelfinal standen, holte am Ende Barça den Titel.



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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beppe Foglione am 15.03.2019 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CL sollte wieder Europapokal heissen

    CL nur im PayTV, Financial Fairplay, unterschiedliche Versteuerung. Geldgeile Verbände. Eigentlich ist seit Bosman alles schlechter geworden. Moralisch nichts mehr zu vertreten. Den Briten sei dank, den die haben auch damit angefangen. Und an den Engländer ist nichts ausser der Klube name English. Ausländische Inhaber, ausländische Trainer und Spieler. Aber lassen wir ihnen doch die Freude kurz vor dem Brexit

  • Florian Hofer am 15.03.2019 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert die Welt

    @beppe foglione. Da kann man nur zustimmen. Vermutlich kann man sich in Zukunft auch die Nati zusammen kaufen. Dann spielt Messi bei England im Sturm und Neuer steht bei Frankreich im Tor. Wie auf der Play Station. Hahahaha. Und die Fans bekommen immer das Sieger Trikot Geschenk und dürfen als Gewinner nach Hause gehen.

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  • DerInder am 15.03.2019 18:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität statt Quantität

    Und doch wird in meinen Augen für mindestens 3 Teams hier Endstation sein. Barcelona dürfte doch noch ein Kaliber stärker sein als PSG, Spurs fliegen gegen City und für Arsenal dürfte es auch enorm schwierig werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mc dan am 16.03.2019 14:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein problem

    Komisch, wenn die CH-Clubs viel weniger geld zur verfügung haben wie z.b. Deutsche ist das kein Problem, und jetzt wo England die nr. 1 ist das plötzlich gaaaanz schlimm. Ich mags ihnen gönnen, spielen auch den geilsten fussball.

  • Ronaldo am 16.03.2019 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Messi

    Egal trotzdem sie werden keine Titel gewinnen

  • Steve G' am 16.03.2019 02:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Youtube

    England schottland wales irland alles dasselbe, juckt miiicccch nicht was da gejohlt wird. Ich verdiene mehr wie alle spieler zusammen, checkt mal meinen youtube kanal ab!

  • Octavius am 16.03.2019 01:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Momentaufnahme

    Meiner Meinung nach ist das nur eine kurze Momentaufnahme. Da wird zuviel hinein interpretiert. Tottenham hätte bereits in der Gruppenphase auscheiden können, sowie Liverpool auch. Es war verdammt eng in der Tabelle mit Inter bzw Napoli. Und wie ManU weitergekommen ist weis ja jeder. Darum.. nächstes Jahr sprechen wird dann wieder von der spanische Dominanz oder die eines anderen Landes.

    • YB Dauermeister am 16.03.2019 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Octavius

      Nächste Jahr geht nichts über uns, dem besten Verein der Welt, YB.

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  • Simon am 15.03.2019 22:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sory aber..

    was soll das so spannend sein. Das ist ja normal wer investiert kan was bieten wer nicht passiert auch nicht. Ist wie bei einer Firma.