Chelsea im Glück

02. Mai 2011 10:59; Akt: 02.05.2011 11:55 Print

Entscheidet ein Phantom-Tor die Premier League?

Ausgerechnet Frank Lampard erzielt ein Tor, das keines war. Nach einem Fehlgriff rettet Tottenham-Keeper Gomes auf der Linie. Der Referee gibt den Treffer und hält Chelsea damit im Titelrennen.

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Fehler gesehen?

Tottenham-Goalie Heurelho Gomes ist fast schon berühmt, berüchtigt für seine Patzer. Immer wieder unterlaufen dem brasilianischen Keeper haarsträubende Fehler. Auch am Wochenende im Spitzenspiel gegen Chelsea. Die «Spurs» führten mit 1:0, als Frank Lampard kurz vor der Pause aus 30 Metern abzog. Der harmlose Flatterball flog genau auf Gomes, doch der Keeper liess ihn zwischen den Beinen durchrutschen. Langsam rollte das Leder in Richtung Tor.

Gomes drehte sich blitzschnell, hechtete dem Ball hinterher und stoppte ihn, noch bevor er mit vollem Umfang hinter der Linie war. Der Linienrichter, der meterweit von der Grundlinie entfernt stand, war anderer Meinung und signalisierte dem Schiedsrichter auf Tor zu entscheiden. Der irreguläre Ausgleich leitete die Wende ein, Chelsea siegte schliesslich mit 2:1. Kalou startete beim Siegtreffer übrigens aus stark abseitsverdächtiger Position.

Ausgleichende Gerechtigkeit

Dass ausgerechnet Frank Lampard den vermeintlichen Ausggleichstreffer erzielte, musste wohl so sein. Der Mittelfeldspieler erzielte im WM-Achtelfinal gegen Deutschland kurz vor der Pause den Ausgleich. Doch der Schiedsrichter gab den Treffer nicht. Im Video war später deutlich zu sehen, dass der Ball von der Latte rund einen Meter hinter der Linie gelandet war.

Natürlich löste das Phantom-Tor wieder einmal die Debatte um den Videobeweis aus. Während Lampard nach der Partie von ausgleichender Gerechtigkeit sprach, ärgerte sich Tottenham-Trainer Harry Redknapp masslos. «Wir können einen Menschen auf den Mond schicken, aber nicht sagen, ob der Ball hinter der Linie war. Dieser Fehler kann uns 30 Millionen Pfund kosten, dabei dauert es nur ein paar Sekunden, um auf den Bildschirm zu schauen und die richtige Entscheidung zu treffen», wetterte der 64-Jährige. Sein Team hat nach der Niederlage nur noch geringe Chancen auf die Qualifikation für die Champions League.

Showdown im Titelkampf

Ganz anders natürlich die Gefühlslage bei Chelsea: «Wir hatten heute sehr viel Glück», räumte Trainer Carlo Ancelotti ein. Da Manchester United gegen Arsenal mit 0:1 verlor, liegen die «Blues» nur noch drei Punkte hinter dem Leader. Und am nächsten Sonntag kommt es zum grossen Showdown gegen die «Red Devils». Gewinnt Chelsea im Old Trafford, würden sie zwei Spieltage vor Schluss an ManU vorbeiziehen.


Gomes krallt sich den Ball auf der Linie

(Quelle: Youtube)

(pre)