Vor Vertragsverlängerung

07. Januar 2020 19:24; Akt: 07.01.2020 20:03 Print

Petkovic wird wohl Nati-Coach bleiben

Im Sommer läuft der Vertrag von Nati-Coach Vladimir Petkovic aus. Es deutet vieles darauf hin, dass der 56-Jährige bleibt.

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Nach der Euro 2020 läuft der Vertrag von Vladimir Petkovic aus. Es deutet vieles darauf hin, dass er auch weiterhin Nati-Coach bleibt. Der Nationaltrainer steht in der Kritik: Der Umgang mit Shaqiri, der Captainfrage und die mangelhafte Kommunikation sind die Vorwürfe. Der Coach sorgt für Aufregung. Er teilt fünf erfahrenen Spielern telefonisch mit, dass er im Herbst vermehrt jüngeren Spielern Einsatzzeit gewähren will. Daraufhin sagt Valon Behrami gegenüber dem Tessiner Fernsehen, dass er aus dem Nationalteam verbannt wurde. Behrami und auch Gelson Fernandes erklären ihren Rücktritt aus dem Nationalteam. Auch an seiner zweiten Endrunde bedeutet der Achtelfinal Endstation: Vladimir Petkovic scheitert mit der der Nati an der WM 2018 in Russland an Schweden. Geschafft! Die Schweiz setzt sich in der Barrage gegen Nordirland durch und qualifiziert sich zum vierten Mal in Serie für eine WM. Die Gruppengegner heissen Brasilien, Serbien und Costa Rica. Am 10. Oktober 2017 muss Petkovic einen Dämpfer hinnehmen: Die Nati verliert das letzte Gruppenspiel gegen Portugal und verpasst die direkte Qualifikation für Russland. Das Vertrauen in den Coach ist gross. Der Schweizerische Fussballverband und Petkovic verlängern die Zusammenarbeit vorzeitig um weitere zwei Jahre. Er startet mit einem 2:0 gegen Gruppenfavorit Portugal in die WM-Qualifikation 2018. Der Startsieg gegen den Europameister ist der Anfang einer Erfolgsgeschichte: Die Nati reiht neun Siege aneinander - bis zum 0:2 im letzten Gruppenspiel gegen Portugal. An der EM 2016 in Frankreich hatte Petkovic eine bittere Pille zu verdauen: Die Nati scheitert im EM-Achtelfinal an Polen erst im Penaltyschiessen. Die EM beginnt für Petkovic und seine Mannen gut: Die Nati besiegt Albanien 1:0. Petkovic verlängert seinen Vertrag mit dem SFV bis Ende 2017. Sollte er die Schweiz an die WM in Russland führen, gilt der Kontrakt automatisch bis nach der Endrunde. Die Nati qualifiziert sich mit einem 7:0 gegen San Marino vorzeitig für die EM-Endrunde in Frankreich, weil Slowenien gegen Litauen nur 1:1 spielt. Der Nati-Trainer muss den Engländern um deren Captain Wayne Rooney zum 2:0-Sieg im Wembley gratulieren. Petkovic sieht in Basel einen kapitalen 3:2-Sieg seiner Mannschaft gegen Slowenien, der die Schweiz der EM einen grossen Schritt näherbringt. Die Nati geht mit dem Heimspiel gegen Slowenien (5. September) und drei Tage später im Wembley gegen England in die entscheidende Phase der EM-Qualifikation. Wenn man den Punktedurchschnitt in 9 Länderspielen berechnet, ist Vladimir Petkovic (1,88 Punkte) der erfolgreichste Schweizer Nationaltrainer vor Roy Hodgson und Ottmar Hitzfeld. Mit einem 2:1-Sieg gegen Litauen in Vilnius geht die Nati in die Sommerpause und ist in der Qualifikation für die Euro 2016 auf Kurs. In. St. Gallen doppelt die Schweiz mit einem weiteren 4:0 gegen Litauen nach und bringt sich wieder auf Kurs Richtung EM 2016. Fünf Tage nach dem Litauen-Match feiert Petkovic in San Marino den ersten Sieg als Nationaltrainer - 4:0 in der EM-Qualifikation. Sein Fehlstart ist perfekt: Nach dem 0:2 gegen England verliert Petkovic auch sein zweites Spiel als Schweizer Nationaltrainer. In der EM-Quali in Slowenien resultiert ein 0:1. Beim EM-Qualifikationsspiel gegen England in Basel steht Vladimir Petkovic erstmals an der Seitenlinie. Die Nati verliert dabei nach zwei Toren von Danny Welbeck 0:2. Vladimir Petkovic leitet in Freienbach sein erstes Training mit der Schweizer Nationalmannschaft. Der neue Nati-Coach wird begeistert empfangen. Der neue Nati-Coach Valdimir Pektovic gibt vor seinem ersten Spiel (EM-Quali gegen England) sein Aufgebot bekannt. Dabei ernennt er Yann Sommer zur neuen Nummer 1 im Tor. Kurz vor Weihnachten steht fest: Vladimir Petkovic wird nach der WM 2014 die Geschicke der Schweizer Nationalmannschaft lenken.

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Es gab Tage, Wochen und Monate, da stand Vladimir Petkovic nicht nur bei Schweizer Medien, sondern auch bei hohen Funktionären in der Kritik. Es ging dabei selten um die sportliche Entwicklung. Es ging um seine Mängel in der Kommunikation. Um seine manchmal freudlos wirkenden öffentlichen Auftritte. Um die fehlende Bereitschaft, Spiele und Spieler zu besuchen.

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Zuletzt ist die Kritik in den bestimmenden Gremien aber aus mehreren Gründen deutlich leiser geworden, wie mehrere Quellen erzählen. Nationalteam-Direktor Pierluigi Tami, zuständig für die Trainersuche, hat schon im Dezember erklärt, dass er sportlich zufrieden sei und für ihn die Verhandlungen mit Petkovic deshalb erste Priorität hätten. Ausserdem bietet der Trainermarkt keine herausragenden Alternativen. Und offenbar hat sich Petkovic in den ersten Gesprächen so veränderungsbereit gezeigt, dass nun auch frühere Skeptiker eine Verlängerung als vernünftigste Lösung betrachten.

Bis es so weit ist, dürfte es aber noch dauern. Tami wird mit Petkovic weitere Treffen haben. Er wird seinen Vorschlag danach dem Komitee der Swiss Football League unterbreiten. Und abschliessend entscheidet der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussball-Verbandes.

Fussball

(ukä.)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fussballer am 07.01.2020 20:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    man kanns niemandem recht machen

    Wann habt ihr zuletzt eine Schweizer Nationalmannschaft gesehen, die gegen Topteams wie Belgien, Portugal, Brasilien, England und c.o Mitspielen konnte und gegen alle diese in der regulären Spielzeit nicht verloren hat? Portugal und Belgien wurden sogar geschlagen. Das gabs vorher noch nie. Überlegt euch eher ob die schwachen Auftritte gegen die Underdogs mit fehlendem Rückhalt unseres Volks zu tun hat....

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  • Jorge am 07.01.2020 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg

    Warum auch nicht! Petkovic ist sehr erfolgreich. Das zählt!

  • asyo am 07.01.2020 20:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ganz ehrlich

    ich hatte am anfang meine zweifel, aber der typ ist sehr kompetent!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • nino bosch am 08.01.2020 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe das wer will

    Viele haben wohl keine eigene Meinung und folgen der Blick (Hr Böni) contra Petkovic Polemik. Wir hatten noch nie eine erfolgreichere und bessere Nati als heute, darum wird der beste Trainer in Frage gestellt!!?? Verstehe das wer will, ich verstehs nicht!

  • Strolchi am 08.01.2020 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Passt doch

    Sportlich kann man ihm nichts vorwerfen, allerdings scheinen einige der sog. Stars schnell beleidigt zu sein, da sie nicht nach ihren Vorstellungen hofiert werden! Um die ist es aber auch nicht schade!

  • Meep-Meep am 08.01.2020 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    So läuft es...

    Der Herr Tami wird schon dafür besorgt sein dass "sein Freund P." einen hochdotierten Vertrag zur Unterschrift bekommt.

  • frankG. am 08.01.2020 15:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "topPetko"

    Wenn er es noch fertig bringt das die ganze Mannschaft die Natihymmne singt, hat er den absoluten Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Also hopp Petko.. freut euch auf die Gesangsstunden.

  • Marco am 08.01.2020 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Steigerung

    Petkovic hat von Ottmar Hitzfeld ein sehr gutes Team übernommen. Ich sehe einfach keine Steigerung seit der Übernahme. Mann gewinnt souverän gegen kleine Fussballnationen, abr mit den Grossen kann die Mannschaft einfach nicht mehr mithalten. Und an Endrunden sind halt nun mal nur grosse Teams dabei. Schade um das Potenzial das eigentlich vorhanden wäre.