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20. März 2011 13:40; Akt: 20.03.2011 18:55 Print

FCB bricht Fluch und bleibt auf Titelkurs

Dank Glück, Unvermögen des Gegners und einem Freistosshammer von Alex Frei besiegte der FC Basel den GC-Fluch. Erstmals seit 2007 schlug der FCB in Zürich die Grasshoppers.

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Gegen Basel spielt GC immer stark. Das war auch diesmal so. Zwar lagen die abstiegsbedrohten Zürcher zur Pause nach dem Kopftor von Marco Streller aus der 43. Minute im Rückstand, doch aufgrund der zweiten Halbzeit hätte GC das Duell gegen den Meister auch für sich entscheiden können. Zumindest einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg wäre verdienter Lohn für das Team von Ciriaco Sforza gewesen.

Davide Callà traf zunächst den Pfosten (wie schon Steven Zuber in den ersten 45 Minuten), dann sorgte Toko nach einem Fehler von FCB-Innenverteidiger Dragovic für den Ausgleich, ehe Emeghara das Siegestor für GC auf dem Fuss hatte. Nach einem weiteren Flop Dragovics stand er alleine vor FCB-Keeper Costanzo, schlenzte den Ball aber am Tor vorbei (78.).

Freis Freistosshammer

Am Ende jubelten aber die Basler. Weil sie in Alex Frei einen exzellenten Freistoss-Schützen in ihren Reihen wussten. Neun Minuten vor dem Ende schoss der Schweizer Topskorer einen Freistoss aus rund 25 Metern wuchtig ins Netz. Mit Effizienz belohnte sich der FC Basel nicht nur mit dem ersten Sieg gegen GC in Zürich seit dem 4. März 2007, sondern auch mit dem siebten Erfolg in Serie. Dies war den Bebbi letztmals 2005 gelungen.

Der Meister ist damit auf bestem Weg zur Titelverteidigung. Der Abstand von sieben Punkten auf Verfolger Zürich wurde gewahrt - und dies auf dem Platz, auf dem der FCB vor zwei Jahren die Meisterschaft verlor und im Dezember den Wintermeistertitel verspielt hatte.

Die Berner erstmals auf Platz 3

Alexander Farnerud führte YB gegen Luzern mit zwei Assists (auf Doppeltorschütze Alain Nef) und einem Tor zum 3:1-Heimsieg. Damit sind die Berner erstmals in dieser Saison in den Top 3 klassiert. Das Erfolgrezept von YB war einfach: Alexander Farnerud tritt eine Freistoss-Flanke mit links aus dem 'Halbfeld' in den Strafraum, und dort lenkt Alain Nef den Ball ins Tor. Auf diese Weise ging YB zweimal in Führung (23./53.).

Auf den ersten Gegentreffer konnten Luzern noch reagieren. Nur zwei Minuten nach dem 0:1 lancierte Hakan Yakin Stürmer Siegrist - 1:1. Doch auf den zweiten Rückstand wusste Luzern keine Antwort mehr. Aufgrund der harmlosen zweiten 45 Minuten hatte sich der FCL in Bern keine Punkte verdient. Er bezog im vierten Auswärtsspiel der Rückrunde die dritte Niederlage.

Statt einer Luzerner Reaktion folgte kurz nach dem 2:1 der dritte YB-Treffer. Lulics Flanke wurde abgelenkt, und Farnerud verwertete völlig freistehen spektakulär mit einem Fallrückzieher (58.). Der Schwede krönte so seine hervorragende Leistung. Er ist der Leader im Mittelfeld der Berner. Über ihn laufen die Angriffe. Und er ist effizient. Nach sieben Auftritten in der Super League steht Farnerud bei drei Toren und fünf Assists.

Prijovic sorgte für den Unterschied

Der FC Sion hat das Duell zweier Mittelfeld-Klubs gegen Thun 1:0 gewonnen. Das Tor der Partie erzielte Aleksandar Prijovic kurz vor der Pause. Der frühere Schweizer U20-Internationale, der Wurzeln in Serbien hat, traf nach einem Pass von Fabrizio Zambrella mit einem platzierten Schuss in Richtung weiten Pfosten. Das Erfolgserlebnis dürfte Prijovic gut tun. Vor einer Woche bei der 0:2-Auswärtsniederlage gegen den FC Zürich wurde der junge Stürmer in der Anfangsphase für den verletzten Dragan Mrdja eingewechselt, er kämpfte allerdings glücklos. Prijovic hätte Sion in Führung bringen müssen und durfte nicht einmal zu Ende spielen. Eine Viertelstunde vor Schluss nahm ihn Trainer Laurent Roussey vom Feld. Gegen Thun gab er die richtige Antwort.

Die Partie im Tourbillon war sehr arm an Highlights. Die Gäste aus dem Berner Oberland hatten kaum Möglichkeiten, um auszugleichen. Thun war zuvor während fünf Runden ungeschlagen geblieben. Sion konnte auch das vierte Meisterschafts-Heimspiel der Rückrunde zu Null zu seinen Gunsten entscheiden. Die Walliser haben im Tourbillon gegen Thun in der höchsten Schweizer Liga noch nie eine Niederlage kassiert. Die Differenz zwischen den beiden Teams beträgt nun sieben Punkte.

Grasshoppers - Basel 1:2 (0:1)
Letzigrund. - 8500 Zuschauer. - SR Bieri.
Tore: 43. Streller (Frei) 0:1. 65. Toko (Vallori) 1:1. 81. Frei (Freistoss) 1:2.
Grasshoppers: König; Menezes, Vallori, Colina, Ruiz (83. Rennella); Salatic; Callà (83. Hajrovic), Gajic (67. Abrashi), Toko, Zuber; Emeghara.
Basel: Costanzo; Steinhöfer, Abraham, Dragovic, Shaqiri (20. Unal); Yapi (75. Wieser), Chipperfield; Zoua (79. Tembo), Stocker; Streller, Frei.
Bemerkungen: Grasshoppers ohne Cabanas, Voser und Vasquez (alle verletzt), Basel ohne Huggel, Cabral und Safari (alle verletzt). 32. Pfostenschuss von Zuber. 53. Pfostenschuss von Callà.
Verwarnungen: 20. Stocker (Foul). 31. Emeghara (Foul). 58. Yapi (Foul). 70. Chipperfield (Foul). 85. Streller (Reklamieren). 90. Zuber (Unsporlichkeit).

Sion - Thun 1:0 (1:0)

Tourbillon. - 9900 Zuschauer. - SR Carrel.
Tor: 42. Prijovic (Zambrella) 1:0.
Sion: Vanins; Ogararu, Adailton, Dingsdag, Bühler; Obradovic, Sauthier, Rodrigo, Zambrella (57. Serey Die); Prijovic (62. Sio), Yoda (81. Chatton).
Thun: Da Costa; Lüthi, Matic, Klose, Wittwer (66. Andrist); Lezcano, Hediger (66. Taljevic), Bättig, Schneider (85. Neumayr), Demiri; Proschwitz.
Bemerkungen: Sion ohne Vanczak (gesperrt), Dominguez und Mrdja (beide verletzt). Thun ohne Rama, Schindelholz, Schirinzi (alle verletzt) und Glarner (nicht im Aufgebot). 21. Pfostenschuss Sauthier.
Verwarnungen: 69. Serey Die (Foul). 89. Lüthi (Reklamieren). 91. Bättig (Foul). 94. Sio (Unsportlichkeit).

Young Boys - Luzern 3:1 (1:1)

Stade de Suisse. - 21'898 Zuschauer. - SR Studer.
Tore: 23. Nef (Farnerud) 1:0. 25. Siegrist (Yakin) 1:1. 53. Nef (Farnerud) 2:1. 58. Farnerud (Lulic) 3:1.
Young Boys: Wölfli; Nef, Dudar, Affolter; Sutter, Thierry Doubaï, Farnerud, Spycher; David Degen (59. Costanzo), Bienvenu (84. Mayuka), Lulic (78. Raimondi).
Luzern: Zibung; Zverotic, Wiss, Kibebe, Fanger; Renggli (74. Bento), Kukeli; Gygax, Yakin (84. Prager), Ferreira; Siegrist (64. Ianu).
Bemerkungen: Young Boys ohne Dussin, Christian Schwegler und Pascal Doubaï (alle verletzt), Luzern ohne Pacar und Puljic (beide gesperrt) sowie Claudio Lustenberger, Paiva, Veskovac und Sorgic (alle verletzt). 81. Pfostenschuss von Costanzo.
Verwarnungen: 21. Wiss (Foul). 45. Fanger (Foul). 55. Degen (Foul). 85. Raimondi (Foul).

(sda)