Manipulationsverdacht

12. Februar 2011 12:11; Akt: 12.02.2011 12:16 Print

FIFA untersucht Test-Spiel vom Mittwoch

Der Weltverband FIFA leitete nach einem 2:2 zwischen dem Schweizer EM-Qualifikationsgegner Bulgarien und Estland vom letzten Mittwoch wegen Manipulationsverdachts eine Untersuchung ein.

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Vier Penaltys im Spiel zwischen Estland und Bulgarien - ging dabei alles mit rechten Dingen zu und her?

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«Die FIFA hat uns kontaktiert und einen vollständigen Bericht angefordert und zudem erklärt, dass sie auch vom Verband von Estland einen Bericht erhalten werde», sagte ein Offizieller des bulgarischen Verbandes der Nachrichtenagentur Reuters: «Wir werden die FIFA komplett unterstützen.»

Auffällig wurde das Spiel im türkischen Urlaubsort Antalya vor allem dadurch, dass alle vier Tore durch Penaltys fielen. Welcher Schiedsrichter die Elfmeter verhängt hat, ist dagegen kurioserweise momentan noch unklar. Nach den Berichten der Verbände aus Bulgarien und Estland soll der Ungar Krisztian Selmeczi der Unparteiische gewesen sein. Der ungarische Schiedsrichter-Obmann Laszlo Wagner und ungarische Medien berichteten dagegen, dass es Selmeczis Landsmann Kolos Lengyel gewesen sein soll.

Wagner suspendierte sofort Selmeczi, Lengyel und deren ebenfalls vor Ort anwesenden Kollegen Janos Csak. «Ich bin schockiert, denn wir haben keinen Brief erhalten, diesen Schiedrichtern die Leitung dieses Spiels zu genehmigen», sagte Wagner einem bulgarischen Radiosender: «Ich kann sagen, dass diese drei kein Spiel mehr leiten werden, solange ich Chef der Kommission bin.»

Die fragliche Partie wurde ebenso wie ein am gleichen Tag an gleicher Stelle ausgetragenes Spiel zwischen Lettland und Bolivien von einer Agentur organisiert. Dieses Spiel gewann Lettland 2:1 - und alle drei Tore fielen durch Penaltys.

Der Verband von Estland war offenbar schon vor der Partie von möglichen Manipulationen unterrichtet worden. Das erklärte Verbandssprecher Michel Uibolecht. «Dieses Freundschaftsspiel wurde von einer Agentur organisiert, mit der wir nicht mehr zusammenarbeiten werden», sagte Uibolecht und verwies auf das ähnliche Szenario in der anderen Partie.

Borislav Mihailov, Präsident des bulgarischen Verbands, hatte schon in der Westdeutschen Allgemeinen (WAZ) Zweifel über die Partie gegen die Esten geäussert. «Vier Penaltys in einem Spiel sind schon sehr ungewöhnlich.»

Der europäische Verband (UEFA) war auch kontaktiert worden, erklärte sich aber für nicht zuständig. «Der lettische Verband hat uns über diesen Fall informiert, und wir haben alle Informationen an die FIFA weitergeleitet. Da es sich um ein internationales Freundschaftsspiel handelt, fällt es nicht unter die Zuständigkeit der UEFA», erklärte die UEFA der WAZ.

(sda)