U21-EM-Final

24. Juni 2011 17:44; Akt: 24.06.2011 17:50 Print

Familie Mehmedi reist an den Final

von Herbie Egli - Noch ein Sieg und die Schweizer U21 ist Europameister. Beim Entscheidungsspiel will die Familie Mehmedi vor Ort sein und reist deshalb nach Dänemark. Nur die Mutter bleibt.

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Admir Mehmedi kann in Dänemark bald seinen Vater und Bruder begrüssen. (Bild: Keystone/AP)

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Admir Mehmedi war im Halbfinal gegen Tschechien der Schweizer Matchwinner. Mit seinem Tor in der 114. Minute ebnete er den «Spassfussballern» den Weg in den Final und damit die Chance auf den Titelgewinn. Nun reisen Familienangehörige in den hohen Norden, um beim allfälligen Highlight hautnah dabei sein zu können.

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«Ja, ich fliege am Samstag nach Dänemark», bestätigt Admirs Bruder Arsim auf Anfrage von 20 Minuten Online. «Unser Vater kommt auch mit.» Die Mutter ist jedoch verhindert und bleibt zu Hause. Sie schaue sich den Final aber sicher am Fernsehen an. Die Flugtickets hat sich die Familie erst am Freitag beschafft. Sie bleibt sicher bis Sonntag in Dänemark und würde den allfälligen Titelgewinn vor Ort mitfeiern.

Im Schatten von Admir

Arsim ist der ältere der beiden Mehmedi-Brüder. Er ist 26-jährig, während der FCZ-Profi erst 20 Jahre auf dem Buckel hat. Als Kinder kamen sie mit der Mutter 1993 von Mazedonien in die Schweiz. Genauer gesagt nach Bellinzona. Der Vater war bereits seit 1986 im Tessin und arbeitete dort als Pizzaiolo. Seit dem Jahr 2000 wohnen die Mehmedis in Winterthur. Fussball prägte ihr Leben schon früh. «Wir haben in Bellinzona nahe beim Stadion gewohnt und sind immer Fussball spielen gegangen», erzählt Arsim. «Unter den Kollegen haben wir schnell gemerkt, dass aus Admir einmal ein grosser Spieler wird.»

Nach den jüngsten Auftritten haben sicher gewisse Scouts die Fühler nach Mehmedi ausgestreckt. Sein Bruder betont aber, dass sich Admir beim FCZ wohl fühle und dort noch einen Vertrag bis 2013 besitze. Dass sein ganz grosses Ziel Italien ist, kann Arsim nicht verheimlichen. «Als wir jung waren, haben wir immer Spiele der AC Milan verfolgt.»

Von Glückwünschen überhäuft

Der Erfolg von Admir geht nicht spurlos an Arsim vorbei. Nach dem Treffer seines Bruders in der Verlängerung am Mittwochabend gab sein Handy fast pausenlos Töne von sich. «Wegen Admirs Tor bekam ich sicher fünfzig Anrufe und SMS», sagt der 26-Jährige. Arsim geniesst den Moment aber auch. «Das sind schöne Gefühle, wenn man den Bruder spielen sieht. Da ist man logischerweise stolz.»

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