Interner Krach?

11. September 2019 17:25; Akt: 11.09.2019 19:16 Print

Favre ist beim BVB bereits angezählt

Kaum hat die Saison begonnen, schon brodelt es um Dortmund. Mittendrin: der Schweizer Trainer.

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Sie kann lang sein, diese Länderspiel-bedingte Ligapause. Fast endlos dürfte sie denjenigen vorkommen, die das letzte Spiel vor dem Unterbruch verloren haben. Als (selbst deklarierter) Titelanwärter. Gegen einen Aufsteiger. So waren es zehn ungemütliche Tage, die Borussia Dortmund und Trainer Lucien Favre hinter sich haben.

Denn der deutsche Boulevard hatte viel Zeit, um das überraschende 1:3 des BVB bei Union Berlin auszuschlachten. Um Ursachenforschung zu betreiben. Und, vor allem, um Brandherde aufzuspüren. Davon gibt es in Dortmund offenbar ein paar, wenn man der «Sport Bild» glauben darf.

Forsches Ziel

Im Zentrum der Kritik soll Favre stehen, also der Mann, der vor einem halben Jahr noch als Genie gefeiert wurde. Nach der Niederlage in Berlin liess er sich zu einem Seitenhieb in Richtung Vereinsführung hinreissen: «Wir müssen aufpassen, was wir sagen. Ich sage das seit langem. Es ist viel zu tun, aber wir können es nicht mehr ändern.» Damit meint er vor allem das öffentliche Bekenntnis, in dieser Saison die Bayern überflügeln zu wollen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren lautet Dortmunds Saisonziel jetzt ganz offiziell Deutscher Meistertitel.

Das stört Favre. Und dass ihn das stört, stört im BVB-Umfeld. Ottmar Hitzfeld beispielsweise sagte zur «Sport Bild»: «Wenn man in der vergangenen Saison schon so nah dran war, ist es der logische Schritt, wenn die Vereinsführung das Ziel Gewinn der Meisterschaft für diese Spielzeit ausgibt. Das sollte auch der Anspruch des Vereins sein.» Der frühere Schweizer Nationaltrainer gewann mit Dortmund 1995 und 1996 die Schale, 1997 zudem die Champions League.

Wollte Favre den Hummels gar nicht?

Auch Jürgen Kohler, ebenfalls eine Vereinslegende, versteht die forsche Zielsetzung: «Es ist absolut legitim, nachdem Borussia Dortmund so viel Geld in die Mannschaft investiert hat und vergangene Saison aufgrund des zwischenzeitlichen Neun-Punkte-Vorsprungs den Titel hätte gewinnen müssen.» 127,5 Millionen Euro gab der Verein aus – 26 Millionen weniger als Bayern München. Doch ausgerechnet vom teuersten Spieler soll Favre nicht wirklich angetan sein, Königstransfer Mats Hummels gar nicht gewollt haben. Zu langsam sei er für den Schweizer, schreibt die Boulevardzeitung. Bei der hochstehenden Defensive hätte Favre den schnelleren Abdou Diallo bevorzugt, dieser wurde aber für 32 Millionen Euro an PSG verkauft. Auch von Nico Schulz soll der 61-Jährige nicht wirklich angetan sein – dass der Aussenverteidiger wettbewerbsübergreifend in vier von fünf Spielen in der Startformation stand, davon ist in der «Sport Bild» dann aber nichts zu lesen.

Was unbestritten gegen Favre spricht: seine reservierte Art. Im Gegensatz zu den Meistertrainern Hitzfeld und Jürgen Klopp ist er «kein Menschenfänger», wie Kohler, Weltmeister von 1990, bemängelt. So sollen Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Marco Reus für die Motivationsansprachen zuständig sein – deshalb leide Favres Ansehen. Wenig hilfreich, dass er dann immer wieder betont, die Spieler sollen arbeiten statt reden. Dabei hätten sich die Profis darauf gefreut, endlich offen zu ihren Ambitionen zu stehen.

Gut also, geht es am Samstag wieder ums Wesentliche: Fussball. Dann trifft Dortmund auf Leverkusen (15.30 Uhr) und den früheren BVB-Trainer Peter Bosz. Sollte es da, oder auch drei Tage später, zum Champions-League-Start gegen Barcelona einen Sieg geben, dürfte Favre vom Angezählten schnell wieder zu dem werden, was er in den ersten neun Monaten seiner Amtszeit bei Dortmund war: dem unbestrittenen Taktik-Genie.

Fussball

(fas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike Steiner am 11.09.2019 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die spinnen

    Favre hat bis jetzt 2,3 Punkte pro Spiel geholt, wer solch einen Trainer nach einem Jahr feuert wird nie Meister. Das er kein Motivator ist wussten die auch vorher, das sollte bei den Löhnen der Spieler aber auch nicht nötig sein. Falls doch, kann ja Sammer mal den Mund aufmachen.

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  • Tschütteler am 11.09.2019 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klatschblatt und Pranger

    Jaja, die Sportbild... sind das die, die ohne Beweise Jatta anschwärzten? Die haben auch schon manchen Trainer auf dem Gewissen...

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  • Steilpass am 11.09.2019 17:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die 86 Punkten in der ersten Favre

    Saison waren Punkte mässig das 3 beste Ergebnis in der BVB Vereinsgeschichte! Das der BVB nicht Meister wurde war dem Skandal Schiri beim Spiel BVB S04 geschuldet. Wenn Favre nach erst 3 Spielen in der aktuellen Saison angezählt sein soll?! Hat die BVB Führung kein Sinn für die Realität. Würde Favre lieber in der PL oder bei Monaco als Coach sehen als beim BVB.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Röbi am 13.09.2019 16:42 Report Diesen Beitrag melden

    Trainer

    Die Qualitat der hier geschriebenen Kommentare zeigt mir wieder einmal mehr, welches Niveau viele Fans haben. Noch Fragen, ihr Fussballkenner.

    • Detlev Dooftev am 13.09.2019 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      Aus der Webstube beobachtet

      @Röbi; Dein Kommentar ist aber auch nicht gehaltvoller. Er ist auch nicht sachbezogen! Dann erzähl uns doch mal wie Du denn die Causa Favre interpretierst, statt hier den Moralapostel zu spielen!

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  • Detlev Dooftev am 13.09.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    Webstube

    Bin als BVB Sympathisant enttäuscht! Nicht als Fan von BVB und schon gar nicht für die Mia san mia Überheblichkeit. Wenn der BVB Favre feuert, dann gibt's für den BVB def. nichts mehr zu holen.

  • Neuer Coach am 13.09.2019 04:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    BVB for ever

    Favre hat noch 2 Spiele denn die sind bereits auf der Suche nach einem neuen Coach. Und da ist auch schon einer in Aussicht! Jose Mourihno solls richten. Da werden die Bayern staunen!

  • Marius am 12.09.2019 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Favre angezählt !

    Favre wird riesig überschätzt, ich war enttäuscht, als BVB Favre holte, die werden NIE Meister mit Favre.....NIE

    • Trainerkenner am 12.09.2019 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marius

      Wer bist Du denn, wenn nicht Du Trainer bist beim BVB?

    • Detlev Dooftev am 13.09.2019 22:35 Report Diesen Beitrag melden

      Webstube

      Favre ist immerhin derjenige, der nach Klopp den Mia san Mias wieder das Fürchten lernt! Bestimmt liegt es nicht an Favre wenn es seitens BVB mal ein Fehltritt gibt!

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  • Zico am 12.09.2019 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Favre ist beser als sein Team

    Beim BVB hat es eindeutig zu viele Schwätzer. Favre macht einen super Job.Jetzt haben sie für 130 Millionen neue Spieler verpflichtet und geglaubt es läuft von selbst. Das Problem ist noch immer die Verteidigung. Akanji überschätzt sich selber, siehe Captain Affäre wegen Hummels. Warum der langsame Hummels geholt wurde, weiss wohl auch nur die Clubführung. Favre ist noch immer besser als ein Grossteil seiner Spieler! Hoffentlich kann Hazard bald spielen, dann siehts auch besser aus.