«Super-Hirnli» siegt

20. Februar 2011 22:30; Akt: 21.02.2011 10:53 Print

Favres Einstand nach Mass

von Sandro Compagno - Seit April 2010 hatte Borussia Mönchengladbach zuhause nicht mehr gewonnen. Dann kam Lucien Favre.

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Brachte die Hoffnung nach Mönchengladbach zurück: Lucien Favre. (Keystone)

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Seit Montag ist der frühere FCZ- und Hertha-Trainer beim Tabellenletzten der Bundesliga im Amt. Seine Mission: Klassenerhalt. Als Feuerwehrmann, der einen Feuerwehrhelm nicht von einem Feuerwehrschlauch unterscheiden könne, wurde der Romand im Vorfeld bezeichnet. Am Sonntag im Heimspiel gegen Schalke 04 löschte Favre die ersten Brandherde. Dabei hatte es feurig angefangen. Nach zwei Minuten lag seine Borussia 0:1 zurück: Kluge hatte von einem Fehler Dantes profitiert. Doch die Gladbacher schlugen zurück. Jungstar Reus (12.) und der Kameruner Idrissou (23.) drehten das Spiel.

Bereits nach sechs Tagen war Favres Handschrift erkennbar: Die Borussen waren im Mittelfeld in Ballnähe meist in Überzahl, ihre Abwehr stand bis auf Minute 2 sicher. Und sie schalteten blitzschnell in den Offensivmodus um, oft über den schnellen Arango. Favre-Vorgänger Michael Frontzeck war mit dem stolzen Venezolaner nicht klar gekommen, Favre holte ihn in die Startelf zurück und er dankte es unter anderem mit der Vorarbeit für das 2:1. «Es war sehr wichtig, diesen Dreier einzufahren», sagte Favre und mit ihm jubelten 50 000 im Borussen-Park. Gänsehaut-Atmosphäre.

Drei Schwächen hatte die «Frankfurter Allgemeine» bei Favres Amtsantritt diagnostiziert. Erstens die Heimschwäche: 13 Spiele hatte Gladbach zuhause nicht mehr gewonnen. Bis Sonntag. Zweitens die Abwehrschwäche: 56 Tore hatten die Borussen in 22 Spielen unter Frontzeck kassiert, 2,5 pro Spiel. Am Sonntag eines. Drittens die Charakterschwäche: Keine Mannschaft sah mehr Rote Karten. Am Sonntag gab es nicht einmal eine Verwarnung.

Am Freitag reist Favre zum Abstiegsknaller nach Wolfsburg. Mönchengladbach hat nach diesem Sieg noch vier Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Favre: «Der Sieg gegen Schalke war verdient. Aber wir haben noch viele Details zu korrigieren.» «Super-Hirnli» nennt ihn die Boulevard-Zeitung «Bild», «Super-Hirnli» arbeitet auf Hochtouren.