Ultra-Szene

10. Dezember 2019 16:55; Akt: 10.12.2019 17:46 Print

Feuer frei mit «kalten» Pyros

Am Wochenende feierten Fans von Bröndby IF erstmals mit den von Anhängern, Club und Pyrotechnikern entwickelten «kalten» Fackeln. Begeistert sind jedoch nicht alle.

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Die gesamte Fankurve brennt gelb und blau. Die Ultras des dänischen Clubs Bröndby IF zündeln. Zumindest sieht es so aus – und falsch ist diese Annahme auch nicht. Dennoch gibt es einen Unterschied: Es sind keine normalen Pyros, die die Ultras abfackeln, sondern sogenannte «kalte» Pyros. Entwickelt von Anhängern, Pyrotechnikern und dem Club selber.

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180 Grad heiss

Während eine normale Fackel bei 1000 bis 1200 Grad heiss wird, brennt die «kalte» Fackel bei ungefähr 180 Grad. Gemäss dem Entwickler ist es sogar möglich, mit der Hand durch das Feuer zu fassen. Möglich ist das durch einen anderen Verbrennungsvorgang als bei einer normalen Pyro. So brennen diese meist mit Magnesium, das sehr heiss wird. Dieses haben die Entwickler durch eine Chemikalie ersetzt, die bei sehr viel niedrigerer Temperatur brennt. Um welche Chemikalie es sich dabei handelt, verraten die Entwickler nicht. Für den Sicherheitschef von Bröndby, Mickel Lauritsen, sind die kälteren Fackeln eine gute Sache. Er sagt dem deutschen Fussballmagazin «11 Freunde»: «Die dänischen Fans sind begeistert und wir auch.» Und: «Von der Gefährdung sind sie vergleichbar mit einer Wunderkerze.»

Ob sich die «kalten» Pyros durchsetzen werden, lässt sich noch nicht abschätzen. Schliesslich war es das erste Mal, dass bei einem Spiel eine gesamte Choreo mit den weniger heiss brennenden Leuchtfackeln durchgeführt wurde.

«Sie sind zu gefährlich»

Auch ist Fakt, dass es kritische Stimmen gibt. Nicht nur von Teilen der Fans und Ultras, für die die «kalten» Pyros nicht das gleiche emotionale Erlebnis darstellen, auch von Vereinen. So testete der SV Werder Bremen die Fackeln anfangs dieser Saison – und liess kein gutes Haar an ihnen.

Die Fackel sei nicht mit Wasser zu löschen und Kleidung oder Haare hätten sich im Test schnell entzündet, hiess es etwa seitens des Vereins. Präsident Hubertus Hess-Grunewald sagte: «Wir haben eben jetzt die Erfahrung machen müssen, dass die Fackeln in der gegenwärtigen Situation nicht in den Stadien eingesetzt werden können, weil sie in der Tat zu gefährlich sind.»

In der Schweiz kamen die «kalten» Fackeln bisher noch nicht zum Einsatz. Ob das bald der Fall sein wird, ist unklar. Tatsache ist, dass die normalen Pyros offiziell verboten sind. Viele Fans interessiert das jedoch nicht, sie zündeln in den Fankurven oft und regelmässig.

Bröndby IF hat die weniger heisse Choreo derweil nichts genützt: Der dänische Club verlor das Spiel gegen FC Midtjylland mit 1:2.

Das Spiel zwischen dem FC Sion und den Grasshoppers im Frühling endete mit einem Fiasko. GC-Fans sorgten in Sitten beim Stand von 0:2 nach mehreren Petardenwürfen für einen Spielabbruch. (Bild: Urs Lindth/Freshfocus)

Fussball

(nih)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • FcLuzern Fan am 10.12.2019 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hääääääää??

    Also ich glaube auch bei einer 180 grad heissen Fackel reichen einige Sekunden für übelste Verbrennungen.... was soll der Mist???

  • Weihnachtsmann am 10.12.2019 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kalt...

    ..ist anders als 180 Grad! Bleibt doch zu Hause und zündet besinnlich eine Kerze an.

    einklappen einklappen
  • MaxiMax am 10.12.2019 17:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötig

    Brauchts so etwas wirklich im Stadion?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • K. Stein am 10.12.2019 21:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gefährdungsbeurteilung

    eine Nitro Cellulose Fackel (auch NC oder kaltes Bengalo) brennt nur mit 180°C was zwar immer noch bei direktem Haut-Kontakt Verletzungen 2. Grades verursachen kann aber nicht mehr so schwere Folgen nach sich zieht wie die klassischen 1000°C Pyros, die selbst bei Kontakt von unter 1s eine Verbrennung 3. Grades verursachen. auch andere Gegenstände wie Fleece Jacken oder Trikots können von klassischen Pyros in Sekundenbruchteilen in Brand gesetzt werden, kalte Pyros brauchen dafür eine wesentlich längere Kontaktzeit. außerdem werden bei klassischen Pyros heiße Magnesium bzw Magnesium-Aluminium Stückchen unkontrolliert in die Umgebung abgegeben, die weitere schwere Schäden nach sich ziehen können. die kalten Pyros setzen keine heißen Metallteile beim Brand frei. alles in allem sind die Risiken von Kalten Bengalos wesentlich beherschbarer und weniger folgenreich als die von konventionellen Pyros, aber ein Restrisiko besteht natürlich weiterhin, wie bei allen offenen Flammen. was mir ein wenig zu denken gibt ist die schlechte Löschbarkeit beider Bengalo Sorten. aber vielleicht kann man da ja noch was besseres Entwickeln, die "Forschung" hat ja gerade erst begonnen.

  • Tinu am 10.12.2019 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Neumann am 10.12.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nee

    Man kann diese Pyros ja mit Sprengstoffpäckli anreichern, damits etwas action gibt. So ists etwas lahm.

  • Minolo am 10.12.2019 20:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Anfang...

    Mir wären geräuscharme Knaller aber lieber gewesen. Vielleicht kommt das ja noch.

  • marko p am 10.12.2019 20:25 Report Diesen Beitrag melden

    mimimi bleibt zuhause

    die meisten die über pyros motzen sind die, die gar nicht ins stadion gehen, das ist fankultur und gehört zu einem heissem spiel dazu, lieber mit pyros als wie auf einem friedhof wenn barcelona und real spielen