Football Leaks

03. November 2018 13:32; Akt: 03.11.2018 15:20 Print

Fifa weist Anschuldigungen zurück

Der Weltverband Fifa hat mit scharfer Kritik auf Berichte reagiert, die dem Präsidenten Gianni Infantino Einflussnahme auf den neuen Ethik-Code vorwerfen.

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Ein halbes Jahr nach seiner Wahl zum Fifa-Präsident im Februar 2016 muss sich der Walliser als Spesenritter rechtfertigen. Ein Herz für den Fussball: Gianni Infantino fordert nach seiner Wahl alle Anwesenden auf, zum Wohle des Fussballs zusammenzuarbeiten. Etwas ungläubiger Dank an alle Anwesenden. Infantino, bis 2019 gewählt, kann sein Glück kaum fassen. Er will, dass der Fussball wieder ins Zentrum rückt. Gianni Infantino bei seiner Antrittsrede als neuer Fifa-Präsident. Faire Gratulation nach hartem Wahlkampf: Scheich Salman beglückwünscht Gianni Infantino, den neuen mächtigsten Mann im Weltfussball. Hier schaut er noch skeptisch, aber wenige Minuten danach kann er jubeln: Gianni Infantino ist neuer Fifa-Präsident! Er erhielt im zweiten Wahlgang 115 Stimmen, gegenüber den 88 von Scheich Salman! Infantino konnte in seiner Kampagne auf prominente Supporter zählen. Hier bei einer Veranstaltung in London am 1. Februar mit Fabio Capello (links), Jose Mourinho (Mitte) und Luis Figo (rechts). Die Annäherung: Infantino nimmt beim Ballon d'Or im Januar in Zürich schon einmal Mass vor seinem neuen Logo. Vor der Euro 2008, damals noch Interimsgeneralsekretär, posiert Infantino mit SRG-Direktor Armin Walpen nach der Unterzeichnung des TV-Vertrags. Sein letzter Auftritt für die Uefa, beim Treffen des europäischen Kontinentalverbandes am Tag vor seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten. Nur weil Uefa-Präsident Michel Platini gesperrt wurde, trat Infantino überhaupt zur Wahl an. Die beiden verbindet ein herzliches Verhältnis. Der Master of Ceremonies: Hier zusammen mit Luis Figo bei einer Europacup-Auslosung. Bei seiner letzten Auslosung, Mitte Dezember, im Gespräch mit Alex Frei. Infantino sieht sich Anfang November 2018 mit harten Vorwürfen konfrontiert. Football Leaks zeigt, wie der Fifa-Präsident hinter den Kulissen seine selbst gesetzten Ziele hintertreibt und die Regeln der Uefa und der Fifa verbiegt. Die Fifa weist die Vorwürfe vehement zurück.

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«Es ist kein Wunder, dass diejenigen Funktionäre, die entfernt oder ersetzt wurden oder unzufrieden sind, weiterhin falsche Gerüchte und Anspielungen über die neue Führung verbreiten», schrieb die Fifa, «Wir sind uns bewusst, dass es Menschen gibt, die aus Frustration die Fifa aus eigennützigen Gründen untergraben möchten.»

Das Journalistennetzwerk European Investigative Collaborations (EIC) hat sich seit 2015 durch 70 Millionen Dokumente gearbeitet und einen Bericht veröffentlicht, der Infantino in ein schlechtes Licht rückt. Der Walliser habe Korrekturvorschläge für die überarbeiteten Richtlinien der unabhängigen Ethikkommission gemacht und den Ethik-Kodex so in vielen Punkten geschwächt, heisst es zum Beispiel. Auch habe Infantino gewusst, dass der in katarischem Besitz stehende französische Klub Paris Saint-Germain die Regeln des Financial Fairplays umgangen habe.

Auf die Vorwürfe gegen ihren Präsidenten ging die Fifa in ihrer Stellungnahme nicht direkt ein. Keiner dieser Berichte enthalte irgendetwas, «das auf eine Verletzung von Gesetzen, Statuten oder Vorschriften hinausläuft».

Bilder – Gianni Infantinos Weg an die Fifa-Spitze

Gianni Infantinos Weg in Bildern

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(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • De Appezeller am 03.11.2018 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauladen

    Es ist und bleibt ein Sauladen, bei dem sich die Führungsetage beliebig bedient. Wie lange dauert es noch, bis man diesen Verein endlich regulär Steuern eintreibt und die Fehlbaren zur Kasse bittet?

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  • El Mex am 03.11.2018 14:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Infantino schlimmer als Blatter

    Als FIFA-Mensch würde ich auch dementieren, obwohl mir niemand glauben würde. Aber versuchen kann man es ja. Ich denke, dass Blatter im Vergleich zu Infantino ein Waisenknabe war.

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  • Romuwe am 03.11.2018 14:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gauner ?

    die FIFA ist einfach eine Vereinigung geführt von Gaunern. Die Schweizer Politik schaut nur zu und hat kein Interesse Mal durchzugreifen. Es stellt sich auch die Frage wieso die FIFA als Verein mit einem minimalen Steuersatz akzeptiert wird.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Franz K. am 06.11.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Unterschied

    Der Chef der Assura verdient 800000.- und Infantino 8Mio. , Severin Schwan 14Mio. Sind das nicht kleine Buben? Ospel und Grübel haben zu ihrer besten Zeit 138Mio. verdient. Betrogen wird überall, egal ob KK, Pharma, Banken oder FIFA. Der grosse Unterschied besteht aber darin, dass die FIFA steuerbefreit ist, da sie nach Statuten ein Verein und keine Firma sind. Vereine dürfen allerdings keine Gewinne erzielen.

  • Marylin Meyer am 06.11.2018 10:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Infantino

    Das ist die Kunst, ein Gauner zu sein, ohne dafür bestraft werden zu können.

  • Küttel Elisabeth am 05.11.2018 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerfrei

    Eine Fifa bei der man immer mehr Dreck aufdeckt, gehört die wirklich zu uns? Bekommt der Kantonsrat Gratis Tickets? Anders kann ich mir nicht erklären das da einfach wweggeschaut wird!

  • No Deal am 04.11.2018 09:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ethik oder Geld?

    War nicht Infantino derjenige, der nach seiner Wahl gross posaunte, jetzt werde Bescheidenheit bei der FIFA Einzug halten? Er ist tatsächlich ein bescheidener Mann. Er ging nicht alleine zum Papst, sonderen er nahm auch gleich seine Mutter mit! Er buchte auch teure Charterflüge auf FIFA Kosten da er keinem anderen im Linienflug den Platz wegnehmen wollte! Wahrscheinlich legte er auch seinen Lohn und seine Spesen selber fest, da ihm die FIFA sonst wohl zu viel gegeben hätte. Wie man jetzt lesen kann, lag ihm ja schon als Uefa Generalsekretär sehr viel an Ethik. Es könnte natürlich sein, dass er aus ethischen Gründen Geld und Ethik zwischen durch verwechselt.

  • Silvan Holdenee am 04.11.2018 05:51 Report Diesen Beitrag melden

    Und trotzdem schaut jeder

    Die Frage ist doch eher. Wie Dumm iat die Menschheit. Die immer noch die FIFA-WM anguckt und somit das ganze unteratützt.