FCZ in der Krise

16. November 2011 23:12; Akt: 16.11.2011 23:35 Print

Fischer ist nicht das Problem – er hat eins

von Sandro Compagno - Trotz einer Serie von Misserfolgen steht die Person Urs Fischer beim FC Zürich nicht zur Debatte. Das ist richtig so. Denn das Problem ist die Mannschaft.

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Für Admir Mehmedi (l.) interessieren sich Nürnberg und Sunderland – kann ihn Urs Fischer trotzdem für die Arbeit beim FCZ motivieren? (Bild: Keystone)

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Die Frage hört Sportchef Fredy Bickel nicht zum ersten Mal: Ist Urs Fischer ein Thema? «Nein. Überhaupt nicht», lautet seine Standardantwort. Nicht einmal eine Pleite am Sonntag gegen Schlusslicht Lausanne-Sport würde daran etwas ändern.

Auch so ist der Druck auf Fischer nach 14 Spielen mit nur vier Siegen gross genug. Fischer hat ein Problem. In seinem Kader stehen nicht weniger als sieben Spieler mit auslaufenden Verträgen: Leoni, Guatelli, Djuric, Margairaz, Barmettler, Alphonse und Aegerter. Dazu kommt eine Reihe von Spielern, die sich trotz weiterlaufenden Verträgen auf dem Markt umschauen: Rodriguez wird von Bayern München umworben, Nikci von Augsburg, Mehmedi von Nürnberg und neuerdings auch vom FC Sunderland. Und Jorge Teixeira ist nach Zürich gekommen, um europäisch zu spielen. «Alle wollen weg», sagte ein FCZ-Spieler kürzlich zu 20 Minuten. Genannt werden will er nicht.

Das Phänomen, unter dem Fischers Mannschaft leidet, ist in der Arbeits- und Organisationspsychologie als «innere Kündigung» bekannt. Die Identifikation mit dem Arbeitgeber sinkt, die Arbeitsmotivation ebenso. Die Folge ist ein Nachlassen des Arbeitseinsatzes bis hin zu Dienst nach Vorschrift. Fischer ist also weniger der Trainer, als vielmehr das Opfer seiner Mannschaft.

Eine Einschätzung, die Fredy Bickel nicht teilt. Wer gehen wolle, müsse erfolgreich und gut spielen, um auf dem Transfermarkt erfolgreich zu sein, meint der FCZ-Sportchef: «Und ‹schaurig› erfolgreich sind wir momentan ja nicht.» Kein ausländischer Klub schicke seine Scouts zum Tabellen-8. der Super League. Jenen mit auslaufenden Verträgen kann es egal sein. Sie sind im Sommer ablösefrei. Das kann sich lohnen. Die Frage ist nur: Wie findet Fischer aus seiner Opferrolle heraus? Auch Treueschwüre haben eine Halbwertszeit.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Titus Vogler am 17.11.2011 00:37 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP FCZ

    Fischer ist ein Teil des Problems. Seine chronische Schönschwätzerei hat bereits Kult-Status. Das andere, weitaus grössere Problem sind einige Spieler dieser Equipe: Sogenannte Schlüsselspieler, die Leistungsträger der Mannschaft sein sollten, entpuppen sich als Feierabendtschütteler: Djuric, Margairaz, Alphonse und die FCZ-Beduinen entpuppen sich allesamt als Rohrkrepierer und Chancenkiller. Diese Mannschaft muss von grundauf umbesetzt werden!

  • Lucky Luciano am 17.11.2011 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCz

    Nicht die Mannschaft oder der Trainer sind das Problem, sondern die Herren Bickel/Canepa. Mit einer klugen Transferpolitik im Sommer hätten sie eben diesen Motivationsproblemen entgegen wirken kömmen. Leoni steht immer noch im Tor (Fliegen- fänger). Der FCZ wird bis zum Schluss gegen den Abstieg kämpfen.

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  • Peter Spuhler am 17.11.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Viel fehlt nicht mehr und dann...

    FCZ = Challenge League

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter Spuhler am 17.11.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    Viel fehlt nicht mehr und dann...

    FCZ = Challenge League

    • Kurve am 17.11.2011 17:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Fcz

      Zeit um aufzuräumen! Ach ja und wer glaubt das ein spieler des fcz im ausland den durchbruch schaft der täuscht sich! Mehmedi bestimmt nicht der einzige ist rodriguez der es packen könnte!

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  • Hannu T. am 17.11.2011 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahre Gründe

    Meiner Meinung nach ist die Polemik übertrieben. Die gleichen Spieler haben es zum Vizetitel und in die letzte Phase der CL-Quali gebracht. Das Kader stimmt, die Motivation leidet immer, wenn Ziele knapp verfehlt wurden. Punktuelle Veränderungen des Kaders, aber vor allem mehr Fans bei den Heimspielen (bin einer derjenigen, die immer im Stadion sind und viel Geld ausgebe für meine Saisonkarte), dass würde am meisten helfen, abgesehen vom fehlenden Wettkampfglück in den letzten Monaten. Es braucht Erfolgserlebnisse, dann spielt der FCZ auch wieder vorne mit, davon bin ich und auch die aus meiner Sicht richtigen und fähigen Clubverantwortlichen überzeugt! FCZ Forever

  • Lucky Luciano am 17.11.2011 10:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FCz

    Nicht die Mannschaft oder der Trainer sind das Problem, sondern die Herren Bickel/Canepa. Mit einer klugen Transferpolitik im Sommer hätten sie eben diesen Motivationsproblemen entgegen wirken kömmen. Leoni steht immer noch im Tor (Fliegen- fänger). Der FCZ wird bis zum Schluss gegen den Abstieg kämpfen.

    • Gustavo Douglas am 18.11.2011 00:10 Report Diesen Beitrag melden

      Die Rückkehr

      Stopp Herr Luciano. Dank Bickel ist der FCZ so weit gekommen. Der einzige fehler vom FCZ sie warten bei vertrags verlängerung oder sie verkaufen die spieler schlecht!. Der Z muss die spielern verkaufen die wo gehen wollen, um dann neue spieler zum kaufen. Der FCZ ist eine Sprungbrett Mannschaft. Der FCZ wird wieder nach der Winter pause kommen.

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  • prinz-p am 17.11.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Leistungslöhne

    Wann gibt es endlich Leistungslöhne in der Superleague um diese Diven endlich zu guten Leistungen zu bringen?

  • Ralph Napf am 17.11.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    Fischer ist ein Teil des Problems

    Nein, Fischer ist definitiv ein Teil des Problems. Erstens verfügt er einfach noch nicht über die Erfahrung in einer solchen Situation zweitens scheinen die Spieler nicht mehr hinter ihm zu stehen und zeigen dies deutlich auf dem Platz. Kein Wunder wollen einige weg wobei der Traum von einer grossen Liga für die meisten auf die Ersatzbank beschränkt sein dürfte.

    • Daniel Schmid am 17.11.2011 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      ja, Fischer ist Teil des Problems

      kann ich nur zustimmen! Wenn man sieht, wie sich die Mannschaft nach einem Ballverlust bewegt, fragt man sich schon, ob auch Taktik trainiert wird. Fischer fehlt es an Trainer-Intelligenz und psychologischem Feingespür für die Aufgabe und Situation.

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