«Grande Nation»

05. September 2010 22:05; Akt: 05.09.2010 20:55 Print

Frankreichs neue Bescheidenheit

Lastet ein Fluch auf der Equipe Tricolore? Seit Thierry Henrys Handspiel in der WM-Barrage gegen Irland folgt eine französische Peinlichkeit auf die nächste.

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Frust bei Guillaume Hoarau, im Hintergrund feiern die Weissrussen ihren 1:0-Sieg im Stade de France. (Bild: AP)

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«Nein, es hat sich nichts geändert», lautete die Schlagzeile in «L’Equipe» am Samstag. Auf Seite 1 war das Gegentor zum 0:1 gegen Weissrussland abgebildet und darüber in weissen Lettern auf schwarzem Grund: «Catastrophe». Nichts hat sich geändert seit dem peinlichen Ausscheiden aus dem WM-Turnier in Südafrika mit Niederlagen gegen den Gastgeber und Mexiko sowie einem Remis gegen Uruguay.

Danach gab es zur Premiere des neuen Nationaltrainers Laurent Blanc ein 1:2 im Test gegen Norwegen – ohne die 23 WM-Fahrer, die nach einem offenen Disput mit dem vorherigen Coach Raymond Domenech Stubenarrest hatten.

Frankreich, Weltmeister 1998, Europameister 2000 und Vize-Weltmeister 2006, steht nach dem verpatzten Start in die EM-Qualifikation unter gewaltigem Druck. So gewaltig, dass Laurent Blanc seine Prioritäten vor dem Auswärtsspiel gegen Bosnien-Herzegowina neu definiert. Der frühere Weltklasse-Verteidiger, der vom Fussball des FC Barcelona schwärmt, will in Sarajevo nur eines: punkten, egal wie. «Das schöne Spiel, das ist die Philosophie. Doch ein gutes Resultat ist die Notwendigkeit», rechtfertigt Blanc die bescheidene Zielsetzung. Ein gutes Resultat? Das wäre für die seit sieben Spielen sieglosen Franzosen bereits ein Punkt.

(sco/20 Minuten)